Lärmintensive Rammarbeiten sind derzeit im Bereich der Eisenbahnstraße zu erledigen. Bekanntlich wird dort parallel zu den Bahngleisen ein Gewerbegebiet entstehen.

Neuer Abwasserkanal 8 Meter unter Bahngleisen

Im Vorgriff auf das künftige Gewerbegebiet sind Tiefbauarbeiten für einen neuen Abwasserkanal zu erledigen, weil der bestehende nicht mehr ausreichend ist, wie Markdorfs Stadtbauamtsleiter Michael Schlegel erklärt. "Der neue Kanal wird größer als der bisherige und führt in rund acht Metern Tiefe unter den Bahngleisen hindurch", erläutert Michael Müller von RBS Wave. Das Unternehmen, eine Tochter des Energieversorgers EnBW, ist von der Stadt Markdorf mit Erschließungsarbeiten beauftragt.

Eine 14,5 Meter lange Spundbohle aus Stahl wird mit einem Autokran angehoben und danach zum Herstellen einer Spundwand in Position gebracht.
Eine 14,5 Meter lange Spundbohle aus Stahl wird mit einem Autokran angehoben und danach zum Herstellen einer Spundwand in Position gebracht. | Bild: Toni Ganter

Schweres Gerät treibt Spundwände in Erde

Bevor der neue Abwasserkanal entstehen kann, müssen Spundwände ins Erdreich getrieben werden, um Gruben ausheben zu können. Auf der Brache stehen ein Autokran mit einer maximalen Hebekraft von 130 Tonnen, ein Bagger, ein mannshoher Vibrationshammer sowie diverse Gerätschaften. Und zahlreiche 14,5 Meter lange Spundbohlen liegen bereit, um die Arbeiten für noch auszuhebende Gruben zu erledigen. Sobald eine Spundbohle in Position gebracht ist, wird diese mit dem Vibrationshammer Stück für Stück in die Erde getrieben. Michael Morlock kühlt die Spundbohle mit beständigem Wasserstrahl. Durch die Reibung zwischen den Bohlen kann so große Hitze entstehen, dass die Stahlelemente gleichsam wie verschweißt festsitzen würden. Morlocks Kollege Eugen Eifert kontrolliert mit einer Wasserwaage und gibt dem Kranführer Zeichen, damit die Spundbohle genau senkrecht in die Erde gerammt wird. Diese Prodezur wird zigfach wiederholt, bis auf dieser Stelle das Grubenmaß von rund 8 mal 10 Meter erreicht ist.

Das verlangt dem Kranführer reichlich Geschick ab: In rund 15 Metern Höhe wird der Vibrationshammer auf einer Spundbohle platziert, ehe diese in die Erde gerammt werden kann.
Das verlangt dem Kranführer reichlich Geschick ab: In rund 15 Metern Höhe wird der Vibrationshammer auf einer Spundbohle platziert, ehe diese in die Erde gerammt werden kann. | Bild: Toni Ganter

Spezialisiertes Unternehmen leistet Kanalbau

"Die Kanalbauarbeiten werden dann vom österreichischen Unternehmen Braumann Tiefbau erledigt. Braumann ist auf grabenlosen Leitungsbau spezialisiert", erklärt Michael Müller. Beim Verfahren namens Rohrvortrieb wird vereinfacht gesagt ein langes Loch durch die Erde gebohrt, das Erdreich über Förderbänder in die Gruben transportiert und die Rohrleitungen für den neuen Abwasserkanal in das lange Loch getrieben.

Video: Toni Ganter

Zweiter Bauabschnitt im Jahr 2019

In einem zweiten Bauabschnitt werden laut Müller (RBS Wave) im nächsten Jahr die Eisenbahnstraße verschwenkt, die Strom- und Breitbandversorgung hergestellt sowie Straßenbeleuchtung installiert. Außerdem werden ein Gehweg angelegt und die Eisenbahnstraße neu asphaltiert.