Grelle Töne zu mildem Blaulicht hat es bei der jüngsten Vernissage in der Stadtgalerie gegeben. Alles, was Florian Loebermann auf dem Saxofon geblasen, Perkussionist Jonas Höll getrommelt und Bassist Haiko Ramsauer gezupft hat, klang freilich nicht grell, auch nicht so dissonant und bar gebundener Rhythmik wie das erste, das Begrüßungsstück des Trios.

Experimentelle Musik

Was Experimentelles habe er sich gewünscht von den drei Musikern sollte Bernhard Oßwald, der Vorsitzende des Kunstvereins, später bei seiner Begrüßung erklären. Denn Musik mit Experimentalcharakter passe sehr gut zum seit Freitag in den Räumen des früheren Lampen-Geschäfts in der Ulrichstraße ausstellenden Künstlers, Christoph Dahlhausen.

Perkussionist Jonas Höll, Saxofonist Florian Loebermann und Bassist Haiko Ramsauer spielten bei der Vernissage.
Perkussionist Jonas Höll, Saxofonist Florian Loebermann und Bassist Haiko Ramsauer spielten bei der Vernissage. | Bild: Jörg Büsche

Ungewöhnliche Ausstellung

Weil dessen Arbeiten einmal "ganz was anderes darstellen, als wir es bisher hier gezeigt haben", so Bernhard Oßwald. Er machte keinen Hehl daraus, dass er sich schon sehr wohl gefragt habe: "Passt das für uns hier in Markdorf?", als ihm Burkhard Leismann, lange Direktor des Kunstmuseums Ahlen, nun dessen künstlerischer Leiter, vor gut einem Jahr mit einer Begeisterung von der Ausstellung Christoph Dahlhausen in Ahlen erzählte. Lange hielt diese Skepsis indes nicht an. Die helle Begeisterung seiner Vorstandskollegen, so Oßwald, ließ sie verfliegen.

Besucherin in der Christoph-Dahlhausen-Ausstellung in der Stadtgalerie.
Besucherin in der Christoph-Dahlhausen-Ausstellung in der Stadtgalerie. | Bild: Jörg Büsche

Faszinierte Betrachter

Warum die Filter-Kompositionen, die hoch-glänzend polierten Auto-Lack-Flächen und die durch blaue Leuchtstoff-Röhren illuminierten Bau-Gerüst-Konstruktionen den Betrachter derart faszinieren, worin das Geheimnis ihrer bannenden Kraft liegt, das analysierte Kunsthistorikerin Heiderose Langer von der Rottweiler Kunststiftung Erich Hauser in ihrer Einführungsrede.

Besucher in der Christoph-Dahlhausen-Ausstellung in der Stadtgalerie.
Besucher in der Christoph-Dahlhausen-Ausstellung in der Stadtgalerie. | Bild: Jörg Büsche

Neue Sichtweisen erkennen

Langer begründete, warum Dahlhausen auf den Einsatz von Farbtube und Pinsel verzichtet, warum er bei seiner Arbeit auf bereits Fertiges zurückgreift. Unterm Strich gehe es ihm ums Sehen, ums Betrachten, das eben dort beginnt, wo dem Betrachtenden und Sehenden Vertrautes begegnet – auf dass der Betrachtende neue Sichtweisen erkennt. Sobald er – außerhalb der Dahlhausen-Ausstellung – dem Blau des Himmels oder dem Blau des Wassers begegnet.

Die Arbeiten von Christiph Dahlhausen werden noch bis zum 2. November gezeigt.