In ihrem Korb hat sie Dosen aus Plastik in unterschiedlichen Größen. Dem Mann hinter der Theke gibt sie einen Leinenbeutel für das eben erstandene Brot. Hanni Maier bringt, wenn sie zum Einkauf auf den Wochenmarkt geht, stets von daheim Behältnisse mit, in die die Markthändler dann Fisch, Wurst, Käse, Obst oder Gemüse legen. "Das mache ich schon lange so", erklärt Hanni Maier, "um unnötiges Verpackungsmaterial zu sparen."

Kunden wie diese kommen oft zum Gemüse- und Backwaren-Stand von Alf Meuser. Er verkauft die Produkte des Hofguts Rimpertsweiler, einem landwirtschaftlichen Betrieb, der nach den Demeter-Richtlinien zertifiziert ist und ökologisch-dynamisch arbeitet. "In Friedrichshafen sind es deutlich weniger", erklärt Meuser. Wenn von den Markdorfer Kunden, die seinen Stand auf dem Bauernmarkt beim Hexenturm besuchen, rund 50 Prozent ihre eigenen Tüten und Taschen dabei haben, seien in auf dem Häfler Markt 5 Prozent.

10 Cent Preisnachlass bei verzicht auf die Tüte

Grund genug für die derzeitige Aktion zum Thema Umverpackung. "Verpackungsmüll einsparen ist aktuell ja ohnehin ein großes Thema in den Medien", sagt der Gemüseverkäufer aus Rimpertsweiler, "aber wir wollen auch dort was tun, wo es ohnehin schon verhältnismäßig Umverpackung gibt." Bis Ende September bekommen Kunden 10 Cent Preisnachlass, wenn sie ihr Brot, ihr Gemüse oder ihre Brezeln nicht in die Hofgut-Papiertüte stecken lassen. Außerdem verkauft Alf Meuser wiederverwertbare Baumwolltaschen und Plastiknetze für den Transport.

"Find ich eine Superaktion", erklärt Sandra Hirscher. Die junge Frau hat bereits ihre eigene grüne Plastik-Tasche fürs Gemüse mitgebracht. "Mein Freund macht das inzwischen auch schon", erklärt sie – und hofft auf weitere Nachahmer.

Eine gewisse Skepsis hatte übrigens Hanni Maier geäußert, die Dame mit den Plastikbehältern. Gerade am Fischstand und beim Metzger werde es kompliziert mit dem Befüllen. Wer mögliche Lösungen diskutieren möchte, der kann das am Sonntag, 30. September, beim Hoffest in Rimpertsweiler tun. Dazu lädt Alf Meuser herzlich ein.