Von Ränken, Intrigen, von Betrug und Mord fehlt jede Spur. All das, was Claudio Monteverdis „Krönung der Poppea“, seine Oper über das Umfeld des berüchtigten Kaiser Nero, so sehr prägt, ist hier in den Hintergrund gerückt – und zwar gänzlich. Denn es ist nur dieses schöne Duett zu hören, dies „Pur ti miro“, dies wonnevolle „Dich nur sehen“ aus dem dritten Akt der Monteverdi-Oper.

Neues Domizil in der Mittleren Kaplanei

Nein, Armin Bischofberger hatte nicht zu viel versprochen, als er die Zuhörer im großen Saal der Mittleren Kaplanei, zumindest für 2019 das neue Domizil der Veranstaltungsreihe Klangwelt Rittersaal, begrüßte. Einen „Ohrenschmaus“ und einen „Augenschmaus“ obendrein hatte der Vorsitzende des Klangwelt-Vereins angekündigt.

Meike Leluschko, Pia Viola Buchert und Jenny Meyer (von links) bei ihrem Auftritt in der Mittleren Kaplanei.
Meike Leluschko, Pia Viola Buchert und Jenny Meyer (von links) bei ihrem Auftritt in der Mittleren Kaplanei. | Bild: Jörg Büsche

Beides würden die drei Künstlerinnen bieten, die das erste Klangwelt-Konzert in diesem Jahr geben. Mit Meike Leluschko (Sopran), Pia Viola Buchert (Mezzosopran) und Jenny Meyer (Harfe) standen zwei Sängerinnen und eine Instrumentalistin auf dem Programm, die schon mit namhaften Orchestern aufgetreten sind, die bereits durch Rundfunk- oder CD-Produktionen auf sich aufmerksam gemach haben und die überdies bei Musikwettbewerben mit Preisen geehrt wurden.

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„Rosenduft und Nachtigallenklang“ hatten sie am Sonntagabend versprochen. Wer aufgrund dieses Mottos schiere Zartheit und schmachtende Romantik erwartet hatte, der wurde bald eines Besseren belehrt. Gewiss gab es die innig-inbrünstigen Liebeslieder: Giacomo Puccinis „Sole e amore“ oder dessen „O mio babbino caro“ oder Offenbachs „Barcarole“. Oder Händels „Lascia ch'io iangi“, beziehungsweise dessen „Ombra ma fu“.

Künstlerinnen mit großer Klangpalette

Doch die drei Künstlerinnen hatten dem auch durchaus Handfestes entgegengestellt. Etwa Droráks pastorale Liebesszenen, etwa Bizets kräftiges „Habanera“. Was denn dem Duktus des Harfenspiels von Jenny Meyer entsprach. Das tönte akzentuiert, ja energisch. Das Fließen, das Schillern ist nur eins von vielen Elementen auf ihrer Klangpalette. Nicht minder „farbig“ begegneten die beiden Sängerinnen. Sich ergänzend in ihren Lagen, zeigten sie sich teils komplementär, teils in schönster Konsonanz.