"Wir haben veraltete Strukturen verändert, um agil, flexibel und dynamisch auf Marktsituationen zu reagieren", sagt Geschäftsführer Manfred Schlett. Das Unternehmen entwickelt und produziert in Markdorf mit rund 150 Mitarbeitern Lüfterkupplungen und weitere Komponenten für die Motorperipherie von Nutzfahrzeugen. "Wir sind hier sehr verwurzelt, trotz aller Globalisierung", betont Schlett. Daher werde auch verstärkt in den hiesigen Standort investiert.

Bernd Friedrich, Manfred Schlett und Celina Krämer (von links) sehen das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt.
Bernd Friedrich, Manfred Schlett und Celina Krämer (von links) sehen das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Neben Markdorf – als Hauptsitz des Geschäftsbereiches Commercial Vehicles (Nutzfahrzeuge) von Kendrion NV – gibt es noch weitere Standorte in Shelby (USA) und Prostejov (Tschechien). Diese drei Standorte sollen nun verstärkt zusammenarbeiten und sind gleich gewichtet. Der Fokus liegt auf den Kernkompetenzen: Kupplungen und Dämpfer in Markdorf, Ventile und Druckschalter in Shelby und Magnete für die Mobilhydraulik in Prostejov.

Schließung von kleineren Werken

Kleinere Werke in Mexiko, Indien, Brasilien und China wurden geschlossen. Früher seien regional zersplitterte Niederlassungen im Trend gelegen, das sei heute anders, erklärt Manfred Schlett. Die Schließungen seien nicht leicht gefallen, die Werke seien aber letztlich Kostenfaktoren gewesen. "Wir konnten alles sozialverträglich lösen", so Schlett.

Die drei modernen Hauptstandorte bilden nun die Grundlage der weiteren globalen Expansion. "Wir sehen uns als Mittelständler sehr gut aufgestellt", sagt der Geschäftsführer, der in seinem ersten Jahr in dieser Position einiges an Veränderungen am Standort Markdorf angestoßen hat.

Entwicklung der Unternehmenskultur

Dazu gehört auch die Entwicklung der Unternehmenskultur. "Wir befinden uns in einem sogenannten DNA-Prozess, stellen ein Leitbild auf und kümmern uns um Werteentwicklung und Kulturwandel", erklärt Celina Krämer, zuständig für das Marketing. So wurde ein "Social Club" gegründet, der auf Mitarbeiterebene Ausflüge organisiert und auf regionaler Ebene das Sponsoring von Veranstaltungen übernimmt. Hier habe Kendrion als ehemaliges Familienunternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung.

Dirk Filp (links) und Alexander Riederer montieren in der Fertigung Winkelgetriebe.
Dirk Filp (links) und Alexander Riederer montieren in der Fertigung Winkelgetriebe. | Bild: Nosswitz, Stefanie

"Wir haben uns beim Tag der Wirtschaft präsentiert und das hat allen Mitarbeitern gut gefallen", erinnert sich Manfred Schlett. Dass die Stimmung innerhalb des Teams gut ist, ist dem Geschäftsführer wichtig. "Wir hängen von jedem einzelnen Mitarbeiter ab". Die Motivation sei hoch, es gebe kaum Fluktuation, so Schlett. Offene Stelle könne man gut besetzen, trotz der Konkurrenz von Großfirmen wie ZF.

Das könnte Sie auch interessieren

In Markdorf wird derzeit der Eingangsbereich umgebaut und die Mitarbeiterkantine aufgewertet. "Wir brauchen eine moderne Einrichtung, um uns präsentieren zu können", sagt Bernd Friedrich, zuständig für die Produktion. Jährlich werde laut Friedrich rund eine Millionen Euro in den Standort investiert.

Bernd Friedrich zeigt die Baustelle. Hier entsteht der neue Empfangsbereich.
Bernd Friedrich zeigt die Baustelle. Hier entsteht der neue Empfangsbereich. | Bild: Nosswitz, Stefanie
Visualisierung des neuen Empfangsbereich von Kendrion in der Bergheimerstraße. Bild: Firma Flaig
Visualisierung des neuen Empfangsbereich von Kendrion in der Bergheimerstraße. Bild: Firma Flaig | Bild: Krämer, Celina

Diese Bereitschaft zeigt sich auch in dem neuen Roboter-Arm "Manni I", der den Mitarbeitern zuarbeitet und Teile in eine Maschine legt. "Der Name hat nichts mit mir zu tun. Der Vorname des Ingenieurs lautet ebenfalls Manfred", klärt Manfred Schlett schmunzelnd auf. Menschenleere Hallen werde es aber nie geben, betont Schlett, Stellen verschwinden nicht, sie verändern sich. Daher werde die Mitarbeiterzahl stabil bleiben.

Roboter "Manni" legt Teile in eine Maschine und holt sie nach der Berabeitung wieder heraus.
Roboter "Manni" legt Teile in eine Maschine und holt sie nach der Berabeitung wieder heraus. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Die Herausforderung bestehe laut Bernd Friedrich darin, den "Mittelständler aus dem Maschinenbau" für die Zukunft fit zu machen und ein wandlungsfähiges Unternehmen zu sein. Großes Thema ist dabei die Digitalisierung. Kendrion hat eine sogenannte Digitalisierungs-Roadmap für die kommenden Jahre erarbeitet. Dazu gehört beispielsweise die Ausstattung der Arbeitsplätze in der Fertigung mit Computern mit Touch-Display. Des Weiteren wird die Echtzeit-Datenverarbeitung eingeführt, um Abteilungen und Standorte besser zu vernetzen.

Das könnte Sie auch interessieren