Am Ende sind doch viel mehr Besucher in die Stadtgalerie gekommen, als es der bis zum Abend anhaltende Stau auf der Bundesstraße vermuten lassen hätte. Justine Otto lockt, genauer: die teils großformatigen Bilder der in Berlin und Hamburg lebenden Künstlerin. Zu sehen waren Gemälde von ihr auch schon in der Ausstellung „Ausgeträumt“. Zu dieser hatte der Markdorfer Kunstverein vor acht Jahren eingeladen, eine Gruppenausstellung, die laut Bernhard Oßwald, dem Vorsitzenden des Kunstvereins, noch vielen in der Stadt in guter Erinnerung sei.

Hielt die Eiführungsrede: Reinhard Lättgen vom Kunstverein Rhein-Sieg.
Hielt die Eiführungsrede: Reinhard Lättgen vom Kunstverein Rhein-Sieg. | Bild: Jörg Büsche

Illusionen wirken desillusionierend

Lob gab es reichlich. Für die Künstlerin von Reinhard Lättgen, dem Vorsitzenden des Kunstvereins Rhein-Sieg. Der war eigens aus Siegburg angereist, um in die Markdorfer Otto-Ausstellung einzuführen. Der Kunstwissenschaftler und auch Künstler schlüsselte den Besuchern auf, warum das auf Ottos Leinwänden angerichtete „Chaos aus Farben und Formen“ so raffiniert ist, warum die von ihr präsentierten Illusionen so desillusionierend wirken müssen und warum das Betrachten dieser Kunst – Lättgen bezog sich auf Justine Ottos Bilder, Collagen und Skulpturen gleichermaßen – so genussreich ist.

Bizarr sind die Helden-Figuren von Justine Otto.
Bizarr sind die Helden-Figuren von Justine Otto. | Bild: Jörg Büsche

Bürgermeister vergisst über entspannendem Jazz beinahe die Begrüßung

Bürgermeister Georg Riedmann genoss auch die Musik von Andieh Merk, Johannes Deffner und Andreas Piesch. Riedmann lobte den entspannten Jazz des Trios, vor allem dessen nachhaltigen Groove, der fast dazu geführt hätte, dass der Bürgermeister seine Aufgabe vergessen hätte, zur Vernissage zu grüßen. Dafür lobte ihn Bernhard Oßwald. „Wir werden vielerorts beneidet für die souveräne Art, mit der unser Bürgermeister bei unseren Ausstellungseröffnungen spricht.“

Auch einige ihrer Mädchenbilder sind von Christine Otto zu sehen in Markdorf.
Auch einige ihrer Mädchenbilder sind von Christine Otto zu sehen in Markdorf. | Bild: Jörg Büsche

Lob für Arbeit des Hängeteams

Zu beneiden gibt es freilich noch Weiteres. Zum Beispiel das Hängeteam, die Riege freiwilliger Helfer im Kunstverein, die immer wieder aufs Neue ihre Professionalität unter Beweis stellen. Das habe auch Justine Otto angemerkt, die weltweit ihre Arbeiten präsentiert und daher mit vielen Ausstellungseinrichtungen vertraut ist. Lob gab es auch für die Häppchen, die Johanna Bischofberger vom Kunstvereinsvorstand zuzubereiten weiß.

Skulpturen und Bilder zum Thema „Helden“ gibt es derzeit in der Stadtgalerie zu sehen.
Skulpturen und Bilder zum Thema „Helden“ gibt es derzeit in der Stadtgalerie zu sehen. | Bild: Jörg Büsche

Die Ausstellung mit Arbeiten von Justine Otto ist bis zum 1. November in der Stadtgalerie, Ulrichstraße 5, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch 15 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 13 Uhr, Freitag 15 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Montags und feiertags geschlossen.