Bestens vorbereitet präsentierten sich die jungen Musikerinnen und Musiker aus den Musikschulen Markdorf und Uhldingen in der Matinee am Sonntagmorgen im GZH. Für das anspruchsvolle, sinfonische Programm hatte der langjährige Orchesterleiter Johannes Eckmann erstmals auf die Unterstützung von "Ehemaligen", vor allem bei Geigerinnen und Geigern, zurückgegriffen. Vielleicht eine Möglichkeit für andere Musikschulorchester, die insbesondere über den Nachwuchs bei den Streichern klagen. So war das Podium im Ludwig-Dürr-Saal mit annähernd 50 Aktiven voll besetzt.

Zur Eröffnung zeigte allerdings die in allen Registern gut besetzte Streichergruppe mit "Aus Holbergs Zeit" von Edward Grieg in der Suite im Alten Stil ihr Können. Festliche Stimmung verbreite sich mit aufsteigenden Skalen im punktierten Rhythmus und gekonnten Akzenten. Behutsam formte Eckmann das An- und Abschwellen, forderte sonoren Tutti-Klang im Wechsel mit kleinen Solostellen von Violine, Bratsche oder Cello. Etwas mehr Tempo und deutlichere Artikulation hätte die "Gavotte" verdient. Mit viel Agogik, zartem Piano, sicheren Übergängen und deutlichem Legato-Spiel gelang die "Air". Hervorstechend das ausdrucksstarke Cello-Solo von Felix Brunnenkant im Mittelteil. Angeführt von Solo-Violine und Solo-Bratsche mit gutem Staccato-Spiel entwickelte sich der schnelle Tanz im "Rigaudon".

Für die "Pavane" von Gabriel Fauré wurden die Streicher mit komplettem Holzbläsersatz, zwei Hörnern und zwei Trompeten erweitert. Feierlich der Einstieg in den langsamen spanischen Schreittanz mit stimmungsvoller Flöte und Oboe und der Erweiterung mit Klarinette und Fagott. In einheitlicher Tongebung übernahmen die Streicher die Hauptmelodie. Leider gab es in den folgenden Abschnitten im vollen Bläsersatz immer leichte Intonationstrübungen. Nach einem hellen Aufblühen der Streicher fehlte bei der Schlussfermate etwas die Kraft.

Die Ouvertüre zu "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach gehört zu den effektvollsten "U-Musik"-Stücken der Pariser Orchester des 19. Jahrhunderts. Schöne Soli von Cello (Felix Brunnenkant) und Violine (Elisa Brunnenkant), schwungvoller Walzer mit voller Melodie und duftiger Begleitung führten in das Milieu der Pariser Nachtlokale. Spritzig, mit sauberem Nachschlag, von strahlenden Trompeten angeführt der abschließende "Can Can".

Viel Anerkennung gebührt den jungen Musikerinnen und Musikern für die nicht einfache Aufgabe, die 1. Symphonie C-Dur op. 21 von Ludwig van Beethoven aufzuführen. Dirigent Eckmann gelang es, die jeweiligen Themen mit ihrem gegensätzlichen Charakter deutlich herauszuschälen. In den zahlreichen Tempowechseln und Übergänge, starken dynamischen Unterschieden und durchsichtigen Themenverarbeitungen erlebte man ein sehr konzentriertes, hoch motiviertes Orchester. Wenn auch die letzten Feinheiten in Tempo und Artikulation fehlten, war es doch eine Freude, dem "Jungen Kammerorchester" zuzuhören. Für den reichhaltigen verdienten Applaus der vielen Angehörigen und Freunde gab es als Zugabe nochmals den "Can Can".