Am 20. September wird in Markdorf demonstriert. Die hiesige Ortsgruppe der erst seit wenigen Monaten bestehenden „Parents for future“-Bewegung ruft zur Kundgebung in der Innenstadt auf. Um 11 Uhr sollen sich alle, die sich um das Klima sorgen, auf dem Vorplatz der Sparkasse einfinden. „Dort wird es Kurzreferate geben“, kündigte nun Dietmar Mogwitz an, der Initiator der Markdorfer „Parents for future“-Gruppe.

Die Betonung liege auf „kurz“, so Mogwitz. Es bleibe bei knappen Skizzen. Begründungen, warum inzwischen in über 80 Ländern auf die Straße gehen und darauf pochen, dass das von 197 Staaten unterzeichnete Pariser Klimaschutzabkommen eingehalten werden. Reinhard Baumgärtner, ein weiterer Motor der Markdorfer Gruppe, erklärt: „Vereinbart wurde ja in 2015 Paris, dass die durch Menschen verursachte Erderwärmung möglichst unter zwei Grad beschränkt wird – im Vergleich zur Phase vor der Industrialisierung.“ Nur so lasse sich eine mittelfristige Überhitzung verhindern.

Mitglieder der Markdorfer „Parents for future“-Gruppe bei einem Organisationstreffen für die Klimademo.
Mitglieder der Markdorfer „Parents for future“-Gruppe bei einem Organisationstreffen für die Klimademo. | Bild: Jörg Büsche

Immer neue Schreckensmeldungen

Dass rasches Handeln seitens der Politik, der Wirtschaft, aller gesellschaftlichen Kräfte geboten sei, zeigten die neuesten Schreckensmeldungen. Brennende Regenwälder, Hitzerekorde, Abschmelzen von Polareis und Gletschern zeigten, wie dringlich die konsequente Umsetzung der auch von der Bundesregierung angekündigten Klimaziele sei, betonte Dietmar Mogwitz.

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„Wir müssen endlich das Ruder herumreißen“, forderte Silja Beck, „Parents for future“-Aktive. „Und wenn jetzt alle und überall agieren, dann ist es vielleicht noch nicht zu spät.“ Wie spät es allerdings schon ist, das hat die Gruppe Anfang dieser Woche erfahren. Von den beiden Förstern Martin Roth und Jörn Burger ließen sie sich die Trockenschäden in hiesigen Waldstücken zeigen. „Die Auswirkungen sind verheerend“, erklärte Reinhard Baumgärtner, „wir haben ein neues Waldsterben.“ Die Forstleute seien ratlos. Die in immer rascherer Folge eintretenden Hitzeperioden vereitelten jede Form der nachhaltigen Forstwirtschaft, so Baumgärtner.

Aufruf richtet sich an alle

Der Aufruf zur „Ersten Markdorfer Klimademonstration“ richtet sich an alle. Wie Dietmar Mogwitz erläutert, habe man sich ganz bewusst für den Mittagstermin entschieden. Womöglich würden nach Feierabend mehr Teilnehmer kommen. Noch mehr als die bislang von den Markdorfer „Parents for future“ erhofften rund 1000. Es sei aber ein Akt der Solidarität mit den demonstrierenden Schülern, mit „Fridays for Future“. Die große Aufmerksamkeit hätten die Schüler-Demonstranten nie erlangt, wenn sie brav in ihrer Freizeit auf die Straße gingen, erläutert Mogwitz. „Deshalb rufen auch wir zu einer Art Streik auf.“

Geschäfte, Behörden und Unternehmen angeschrieben

Die Gruppe habe Geschäfte, Behörden, Unternehmen angeschrieben, damit den an der Demonstration teilnehmenden Arbeitnehmern durch „großzügige Pausen- und Gleitzeitregelungen“ entgegengekommen werde. Post von „Parents for future“ haben übrigens auch etliche Markdorfer Vereine gekommen. Sie wurden ebenfalls zur Klimademo eingeladen. Insbesondere Vereine, in denen musiziert wird, „damit es bei unserer Demo auch richtig lautstark zugeht“, so Mogwitz. Umso lauter müsse „Parents for future“ auftreten. Mit Schülern, Wissenschaftlern und Künstlern sind die Eltern in eine umfassende „For future“-Bewegung eingebunden.

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