Wie das Erzbischöfliche Ordinariat mitgeteilt hat, wurde Pfarrer Jens Fehrenbacher von seinem Amt als Seelsorger in Gutach und Simonswald entpflichtet. Damit wurde dem eigenen Wunsch Fehrenbachers entsprochen. Von 2006 bis 2009 war Fehrenbacher Vikar in Markdorf, anschließend zwei Jahre lang in Buchen, Odenwald. Die Seelsorgeeinheit Mittleres Elz- und Simonswäldertal mit ihren rund 5000 Gläubigen war die erste Pfarrstelle Fehrenbachers, die er insgesamt sieben Jahre lang geleitet hat.

Das könnte Sie auch interessieren

In einer Pressemitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg wurde der 47-Jährige mit dem Satz zitiert: „Um ehrlich und wahrhaftig weiter leben zu können“, habe er Erzbischof Stephan Burger um die Entpflichtung gebeten. Sein Entschluss sei auch im Zusammenhang mit der inneren Abkehr von der zölibatären Lebensweise zu sehen, die mit dem Priesteramt verknüpft ist. Ihm sei sein Entschluss keineswegs leicht gefallen, wird Fehrenbacher weiter zitiert. Als Pfarrer und Seelsorger habe er sich sehr wohl gefühlt. Weitergehend wollte sich Fehrenbacher bislang aber noch nicht äußern. Auf die Entpflichtung Jens Fehrenbachers hin angesprochen äußerte Markdorfs Pfarrer Ulrich Hund: „Ich habe gern mit ihm zusammengearbeitet. Und ich bedaure, dass er nicht mehr Priester sein kann.“ Der katholischen Kirche gehe damit ein „Charisma“ verloren.

Fürs Theologiestudium hat sich Fehrenbacher erst relativ spät entschieden. Als 28-Jähriger, nachdem er zuvor eine Ausbildung als Fotograf gemacht und etliche Jahre in diesem Beruf gearbeitet hatte, dann aber irgendwann den Eindruck gewonnen hatte, dass er „den Menschen mehr geben könne als Porträtaufnahmen“, äußerte er in seiner Markdorfer Vikarszeit. In der Donaueschinger Ausgabe des SÜDKURIER wurde jüngst auf Fehrenbachers Musikalität hingewiesen. Im Pfohrener Musikverein spielte er Tenorhorn. Als Hornist war er auch in Markdorf aufgetreten.

Der aus Pfohren stammende Jens Fehrenbacher war im Mai 2006 vom damaligen Erzbischof Robert Zollitsch zum Priester geweiht worden. Zwei Jahre später, beim Amtsantritt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte Zollitsch, dass er gerne Vater geworden sei, was von Vielen als Infragestellen der Priester-Ehelosigkeit gedeutet wurde. Spätestens seit dem gegen den Zölibat gerichteten offenen Brief von elf rheinischen Priestern im Januar 2011 wird das Thema Priester-Ehelosigkeit breiter diskutiert.