Markdorf – Ein Brand im eigenen Heim: Kann es etwas viel Schlimmeres geben? Und dann ist noch das eigene Kind betroffen. Dem ist der Fluchtweg durchs Treppenhaus versperrt. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass die Feuerwehr möglichst schnell eintrifft. Damit beim Einsatz alles richtig abläuft, muss entsprechend geübt werden. Daher sah das Szenario der Hauptübung der Feuerwehr Ittendorf einen Schwelbrand im Treppenhaus eines zweigeschossigen Einfamilienhauses vor. Alle Bewohner konnten sich ins Freie retten. Bis auf ein Kind, das sich auf einen Balkon im Obergeschoss flüchten konnte.

Video: Jan Manuel Heß

Atemschutzträger bekämpfen Brand

Abteilungskommandant Karl-Heinz Alber kommentierte für die zahlreichen Zuschauer das Vorgehen der Feuerwehrfrauen und -männer. Eile war geboten, da das Kind völlig alleine, auf dem Balkon festsaß. Alber: „In so einem Fall hat die Rettung des Kindes oberste Priorität, erst danach wird mit der Brandbekämpfung begonnen.“

Das Belüftungsgerät wird in Stellung gebracht.
Das Belüftungsgerät wird in Stellung gebracht. | Bild: Jan Manuel Heß

Während ein Angriffstrupp die Brandbekämpfung über das Erdgeschoss anging, erklomm ein Schlauchtrupp mittels der Steckleiter den Balkon und rettete das Kind, bevor ein mit Atemschutz ausgerüsteter Angriffstrupp übernahm und sich an die Brandbekämpfung im Obergeschoss machte. Ein Wassertrupp sicherte mit einer Riegelstellung das benachbarte Grundstück ab. Das Feuer war bereits nach wenigen Minuten unter Kontrolle und als abschließende Maßnahme wurde ein Belüftungsgerät in Stellung gebracht. Alle Manöver und Abläufe liefen routiniert und geordnet ab, sodass der gut koordinierte Einsatz nach rund 20 Minuten beendet werden und es „Feuer aus“ hieß.

Ein Angriffstrupp verschafft sich über die Hauseingangstür Zutritt ins Gebäude.
Ein Angriffstrupp verschafft sich über die Hauseingangstür Zutritt ins Gebäude. | Bild: Jan Manuel Heß

Neben dem Üben von ernsten Einsatzlagen soll die Hauptübung noch einen weiteren Zweck verfolgen, nämlich den der Nachwuchsgewinnung. Dazu Alber: „Was nutzt es, wenn man moderne Fahrzeuge und Technik zur Verfügung hat, aber niemand da ist, der damit umgehen kann?“ Daher sei es wichtig, dass man sich in der Feuerwehr engagiere. Eine passende Gelegenheit zum Kennenlernen gibt es am Montag, 29. Juli, 18 Uhr, beim Feierabendhock vor dem Gerätehaus.

Nachdem das Kinde vom Balkon gerettet wurde, kann von dort mit dem Löschen des Brandes begonnen werden.
Nachdem das Kinde vom Balkon gerettet wurde, kann von dort mit dem Löschen des Brandes begonnen werden. | Bild: Jan Manuel Heß