Nicht wenige Einheimische sagen ja, in Markdorf rase die Zeit und die Stadt verändere schneller ihr Gesicht als einem lieb wäre. Wir sagen aber: In Markdorf ist die Zeit stehen geblieben – jedenfalls in den vergangenen vier Wochen. Die ausgeschaltete Ampelkreuzung am Bahnübergang in der Gutenbergstraße, das freie Parkdeck im Obergeschoss des Poststraßenparkhauses, die fehlende Fußgängerampel an der Stadtgraben-/Hauptstraße-Kreuzung, die einst im Juni von einem Brummi-Fahrer umgenietet wurde, die ebenfalls fehlenden Parkscheiben in den Autos entlang der Hauptstraße: Alles noch wie gehabt, als viele von uns und auch der Verfasser dieser Zeilen ihren Sommerurlaub angetreten hatten. Man merkt, ob sich Dinge verändern oder nicht, liegt oft im Auge des Betrachters. Nun ist es ja nicht so, dass jede Veränderung schlecht wäre. Ganz im Gegenteil. Ohne das vor drei Jahren in der Ravensburger Straße eingeführte Tempo-30-Limit oder ohne den Rückzug des Bischofsschloss-Hoteliers Bernd Reutemann gäbe es jedenfalls kaum Themen in der Stadt, über die sich hitzig diskutieren ließe.

Stellt sich nur die Frage, welche Veränderungen tatsächlich objektiv positiv sind. Im Falle des 30er-Limits in der Ortsdurchfahrt oder der Rathaus-ins-Bischofsschloss-Pläne kann man natürlich geteilter Meinung sein. Wir meinen aber, die Neuregelung am Bahnübergang mit der abknickenden Vorfahrt wäre definitiv eine positive Veränderung, denn sie würde das Unfallrisiko verringern. Auf die Fußgängerampel am Stadtgraben Ecke Hauptstraße könnte man hingegen getrost verzichten. Das hatte ich vor einigen Wochen bereits geschrieben und der positive Eindruck des provisorischen Ist-Zustandes hat sich seither eher noch verstärkt. Was meinen denn Sie, liebe Leserinnen und Leser? Wo sehen Sie Bedarf an Veränderungen und wo eher nicht?

http://helmar.grupp@suedkurier.de