Die SÜDKURIER-Redaktionen Markdorf und Friedrichshafen suchen Fotos auf den Jahren 1970 bis 1979 zu besonderen Ereignissen und Themen. Gesucht werden außerdem Zeitzeugen, die aus erster Hand etwas über die Geschehnisse in dieser Zeit in Friedrichshafen, Immenstaad, Markdorf, Bermatingen, dem Deggenhausertal oder Oberteuringen berichten können.

Blick auf den Markdorfer Elisabethenmarkt im November 1974 mit Fahrgeschäften auf dem Marktplatz.
Blick auf den Markdorfer Elisabethenmarkt im November 1974 mit Fahrgeschäften auf dem Marktplatz. | Bild: Stadtarchiv Markdorf, Fotosammlung Nummer 16

Aus Gemeinden werden Ortschaften

Ein großes Thema war in jenen Jahren die Gemeindereform, die sich noch heute in den Ortschaftsräten wiederfindet. Am 1. März 1972 wurde Riedheim in die Stadt Markdorf eingemeindet, am 1. April 1972 folgte Ittendorf.

Kluftern hingegen wollte nach Friedrichshafen, wofür sich im Dezember 1971 auch Ailingen und Raderach sowie im Dezember 1972 Ettenkirch entschieden.

Am 1. Januar 1972 wurden Deggenhausen, Homberg, Roggenbeuren, Untersiggingen, Urnau und Wittenhofen sowie weitere Weiler und Höfe zur Gemeinde Deggenhausertal zusammengeschlossen.

Ahausen kam am 1. Januar 1973 zu Bermatingen und Immenstaad wurde im Februar 1972 um die Ortsteile Kippenhausen und Frenkenbach erweitert.

Politisch gab es also zu Beginn des Jahrzehnts viel zu diskutieren. 1973 wurde Friedrichshafen Kreisstadt des neuen Bodenseekreises. 1974 schlossen Friedrichshafen und Immenstaad eine Verwaltungsgemeinschaft ab.

Großbaustelle „Ochsenlücke“

Ab Mitte des Jahrzehnts, 1975 bis 1980, gab es in Markdorf eine riesige Baustelle an der Hauptstraße. Die „Ochsenlücke“ zwischen dem Gasthof „Ochsen“ und dem Postamt wurde geschlossen. Es entstanden 17 Wohn- und Geschäftshäuser plus eine Tiefgarage.

Eine Szene von Kanalarbeiten in der Markdorfer Hauptstraße vom 30. Juli 1970. Im Hintergrund sind in der Mitte der Turm des Untertors sowie der Turm der Kirche St. Nikolaus zu sehen.
Eine Szene von Kanalarbeiten in der Markdorfer Hauptstraße vom 30. Juli 1970. Im Hintergrund sind in der Mitte der Turm des Untertors sowie der Turm der Kirche St. Nikolaus zu sehen. | Bild: Stadtarchiv Markdorf, Fotosammlung Nummer 16

Der damalige Bürgermeister Eugen Baur sprach nach einem damaligen Bericht des SÜDKURIER beim Richtfest von einer städtebaulichen und wirtschaftlichen Regenerierung der Innenstadt, wie sie in dieser Form und in diesem Ausmaß normalerweise nur in wesentlich größeren Städten im Zuge von Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden könne. Die Realisierung des „Ochsenplatz“-Projekts sei eine große Gemeinschaftsleistung.

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Ein Krankenhaus, neue Bäder und neue Hallen entstehen

Aber auch in der der Nachbarstadt Friedrichshafen wurde kräftig gebaut. Nach 15 Jahren Planung und 45 Monaten Bauzeit wurde am 17. Juni 1975 das neue Friedrichshafener Krankenhaus als „Schwerpunktkrankenhaus erster Ordnung“ eröffnet, heute das Klinikum Friedrichshafen. Auf dem Gelände fanden damals außerdem 200 Parkplätze, 281 Personalwohnungen in zwei Häusern, ein Kindertagheim, eine Krankenpflegeschule, ein Hubschrauberlandeplatz und ein Personal-Schwimmbad ihren Platz.

Das zuvor genutzte Karl-Olga-Krankenhaus wurde Ende des Jahrzehnts zum Altenpflegeheim Karl-Olga-Haus umgebaut.

Bereits 1970 ging das Hallenbad in der Ehlersstraße in Betrieb, 1977 wurde das Strand- und Seebad Fischbach eröffnet, 1978 die Bodensee-Sporthalle und ein Jahr später die Sporthalle in Fischbach.

Pläne für das Graf-Zeppelin-Haus sorgen für Diskussionen

Und in Friedrichshafen wurde die Planung des Graf-Zeppelin-Hauses gegen Ende des Jahrzehnts mit Architektenwettbewerb, Vorentwurf und Unterschriftensammlungen dafür und dagegen konkret, was für jahrelange heftige Diskussionen in der Stadt sorgte.

Grenzüberschreitende Städtepartnerschaften

Die 70er-Jahre waren auch das Jahrzehnt der Städtepartnerschaften. Markdorf befreundete sich am 22. Juni 1974 mit dem elsässischen Ensisheim. Friedrichshafen ging 1972 mit Sarajevo, 1973 Saint-Dié-des-Vosges und 1976 mit Peoria mit Illinois Partnerschaften ein – der Beginn jahrzehntelangen Austauschs und persönlicher Freundschaften.

Zwischen 1971 und 1975 wurde das neue Krankenhaus gebaut, das heutige Klinikum Friedrichshafen. Hier ein Blick auf die Baustelle 1973. Es löste das Karl-Olga-Krankenhaus ab.
Zwischen 1971 und 1975 wurde das neue Krankenhaus gebaut, das heutige Klinikum Friedrichshafen. Hier ein Blick auf die Baustelle 1973. Es löste das Karl-Olga-Krankenhaus ab. | Bild: Klinikum Friedrichshafen

Aber es gab auch andere Ereignisse in nichtoffiziellem Rahmen. So durchschwammen am 29. Juli 1978 Theo Schlegel und Winfried Schenk, damals 17 und 15 Jahre alt, den Bodensee. Schlegel kraulte in drei Stunden und 59 Minuten von Romanshorn zum Häfler Strandbad, dessen Betriebsleiter er heute ist. Sein Rekord hielt zehn Jahre. Oder: Die Sportler des Turn- und Sportverein (TuS) Immenstaad begannen 1976 in Eigenarbeit nach Feierabend und an den Wochenenden in den Forstwiesen mit dem Bau eines Sportlerheims. Sieben Jahre später wurde es fertig. Und es gibt sicher noch sehr viel mehr zu erzählen aus den 70er-Jahren, das die Erinnerung lohnt.