Ideen muss man haben! Die SÜDKURIER-Aktion "Vereinshelden" scheint Markdorfs kreative Köpfe herauszufordern. Einer dieser Tüftler und Denker ist Dietmar Bitzenhofer von der Historischen Narrenzunft. "Da geh' ich am Donnerstagnachmittag durch Markdorf, weil ich in den Laden muss, und schon bin ich mittendrin in dieser Aktion", lacht Bitzenhofer über den Auftakt der Reihe. Nicht lange habe er gegrübelt, mit welchem Projekt die Historische Narrenzunft an den Start gehen könne. "Ich habe ein bissle im Kopf gekramt und mir überlegt, was zur Narrenzunft passen würde", sagt der ehemalige Zunftmeister, der zusammen mit Vize-Zunftmeister Hardy Frick diese Aktion begleiten wird.

Dietmar Bitzenhofer, Vize-Zunftmeister der Historischen Narrenzunft Markdorf: "Unser Projekt hat diesen Preis verdient, weil wir keine Ahnung haben vom Bootsbau, aber dennoch überzeugt sind, dass wir nicht Schiffbruch erleiden."
Dietmar Bitzenhofer, Vize-Zunftmeister der Historischen Narrenzunft Markdorf: "Unser Projekt hat diesen Preis verdient, weil wir keine Ahnung haben vom Bootsbau, aber dennoch überzeugt sind, dass wir nicht Schiffbruch erleiden."

Vor allem sollte es ein Jugendprojekt sein, eines, das sich jetzt in den Sommerferien anpacken ließe und bei den Jugendlichen Anklang fände. "Ich bin gedanklich in meine Jugend zurückgegangen und dachte mir: Wasser und Schiff macht immer Spaß", lacht er mit dem verschmitzten Blick der Entenhausener Pfadfinder von "Fähnlein Fieselschweif". Einst hießen diese Pioniere Tick, Trick und Track, und das Schwimmen lag in der Natur. Heute besteht die Truppe aus Kaujohle, Hänseler, Vermessern und wie sie alle heißen. Und Schwimmen ist alles andere als selbstverständlich. So soll nichts weniger als ein Narrenschiff binnen der sechswöchigen Sommerferien entstehen. Wohlgemerkt aus einem etwa fünf Meter langen Holzlattengerüst, welches von unzähligen Schichten Zeitungspapier ummantelt wird. "Wir nehmen ausschließlich den SÜDKURIER", betont Urheber Dietmar Bitzenhofer. Denn das Ziel sei das SÜDKURIER-Medienhaus in Konstanz. "Auf dem Seeweg soll das Schiff von Meersburg nach Konstanz überführt werden", erläutert er das Vorhaben, bei dem das mit zwei Mann besetzte Boot von vielen Beibooten begleitet werden soll.

Bevor das Schiff allerdings vom Stapel laufen kann, bedarf es an ganz schön viel Arbeit. Zeitungsseiten um Zeitungsseiten sollen so lange aufeinander geklebt werden, bis schließlich eine ausreichend stabile, vor allem aber tragfähige Haut um das Holzgerüst entstanden ist, welche am Ende mit einer dicken Lackschicht versehen wird. Die letzte Lage aber, die soll aus den allerschönsten und buntesten Seiten des SÜDKURIER entstehen. Obendrein soll das Markdorfer Jubiläumslogo den Bug zieren. Und eine Bugfigur darf natürlich auch nicht fehlen. "Ich könnte mir eine Kaujohle-Holzmaske vorstellen", überlegt Bitzenhofer. "Denn die kann ganz sicher schwimmen!"

"Der Leichteste wird bestimmt nicht untergehen", ist sich der kleine Philipp Späth sicher, der schon jetzt konspirativ dieses Projekt begleitet. Ob aber das Boot am Ende wirklich schwimmen kann, das steht nicht nur unter dem Zeichen des großen Engagements der Narrenzunft für ihre Jugend und einer tollen Ferienaktion, sondern liegt auch am Papier selbst: "Wenn der SÜDKURIER ein g'scheites Papier hat, dann klappt das auch", schmunzelt Dietmar Bitzenhofer und badet schon mal im Voraus seine Hände in Unschuld. Auch wenn er sich des Erfolges ziemlich sicher ist. Bloß für alle Fälle hat er schon mal zwei neue Schwimmwesten gekauft. "Nur sicherheitshalber", lacht der Narrenbüttel mit Schalk im Nacken. In diesem Sinne: Bug- und Paddelbruch!

Die Aktion

Der SÜDKURIER Markdorf setzt insgesamt 5000 Euro als Preis aus für herausragende Vereinsprojekte, die besonders unterstützenswert sind. Mit dem TC Markdorf, dem Tierschutzverein und nun der Markdorfer Narrenzunft haben bereits die ersten Vereine ihren Hut in den Ring geworfen.

Mitmachen ist einfach: Eine kurze E-Mail an markdorf.redaktion@suedkurier.de mit einigen Sätzen zu dem besonderen Projekt. Wir berichten darüber. Bewerbungsschluss ist der 30. September. Danach werden wir die Leser dazu aufrufen, den Sieger zu wählen. Die drei Bestplatzierten werden ausgezeichnet. (gup)