Ittendorf hat gewählt. Seine Bürger haben ihre Stimmen für den Ortschaftsrat, für den Markdorfer Gemeinderat, für den Kreistag und für das EU-Parlament in Brüssel abgegeben. Ungewöhnlich, soviel stand am Sonntag bereits am Morgen fest, war die hohe Zahl derjenigen, die sich im Teilort schon im Vorfeld des Urnengangs für die Briefwahl entschieden hatten. „Ungefähr 25 Prozent“, vermutete Renate Deimling, Wahlhelferin bei der Vormittagsschicht, „so viele Briefwahlstimmen waren es noch nie. In den 20 Jahren, in denen Renate Deimling an den Wahlsonntagen im Ittendorfer Bürgerhaus mithilft, seien es höchstens zehn Prozent gewesen, die ihre Wahlzettel nicht selbst direkt in die Urne werfen wollten.

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Musikverein pilgert geschlossen ins Wahllokal

Für Barbara Klimmek ist es selbstverständlich, die Stimme abzugeben. „Nur so kann man ein bisschen mitbewegen“, erklärt die Ittendorferin. Sie sei politisch interessiert, habe in den Nuller-Jahren selber im Rat gesessen. Am Wahlsonntag zur Wahl zu gehen, sei das Mindeste. Dieser Auffassung waren wohl auch die Mitglieder des Ittendorfer Musikvereins. Auf dem Weg zum Auftritt beim Jubiläumsumzug in Worblingen haben sie es sich gestern Morgen nicht nehmen lassen, ihre Stimmzettel abzugeben. „Da war‘s richtig voll hier“, erklärte Hildegard Mayer. Ziemlich lange Schlangen bildeten sich indes auch nach der Mittagszeit. Nach der Kirche jedoch habe sich der Andrang in Grenzen gehalten.

Barbara Klimmek gibt ihre Stimmen ab und Wahlhelferin Renate Deimling passt auf, dass alles seine Richtigkeit hat.
Barbara Klimmek gibt ihre Stimmen ab und Wahlhelferin Renate Deimling passt auf, dass alles seine Richtigkeit hat. | Bild: Jörg Büsche

Hoffnung auf ein europäisches Zusammenwachsen

„Eigentlich alle“, antwortet Wolfgang Pfeiffer auf die Frage, ob die Ittendorfer ihre Stimmzettel auch in die dritte Urne werfen, neben den beiden für die Kommunalwahlen die für die Europawahl. Bettina und Peter Schmidt, 31 und 30, zumindest halten sie für ebenso wichtig wie jene für Gemeinde und Kreis. „Die EU bestimmt den Rahmen für viele Gesetze“, sagt Bettina Schmid, „da will ich schon mitbestimmen dürfen, wer diese Entscheidungen trifft.“ Und ihr Mann Peter hegt die Hoffnung, „dass Europa noch weiter zusammenwächst“. Ob sein Wunsch auch Resonanz finden wird, daran zweifelt er aber ein wenig angesichts der populistischen Tendenzen und polarisierenden Argumente der Vereinfacher.

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