Das Radwegenetz in Markdorf soll attraktiver und die Sicherheit für Radfahrer gesteigert werden. Stadträtin Susanne Deiters Wälischmiller hat für die Fraktion der Umweltgruppe (UWG) anlässlich einer ersten Beratungsrunde zum städtischen Haushalt 2019 am Dienstagabend im Gemeinderat einen Antrag gestellt:

Susanne Deiters Wälischmiller, Umweltgruppe: "Im Haushaltsplan 2019 sind Mittel in Höhe von je 30 000 Euro für 2019 und die Folgejahre zur Erstellung einer Radwegekonzeption vorgesehen. Das wird von uns begrüßt, allerdings halten wir den jährlichen Betrag für zu gering, um zügig ein umfassendes Konzept zu erstellen."
Susanne Deiters Wälischmiller, Umweltgruppe: "Im Haushaltsplan 2019 sind Mittel in Höhe von je 30 000 Euro für 2019 und die Folgejahre zur Erstellung einer Radwegekonzeption vorgesehen. Das wird von uns begrüßt, allerdings halten wir den jährlichen Betrag für zu gering, um zügig ein umfassendes Konzept zu erstellen." | Bild: privat

Jährlicher Betrag zu gering

"Im Haushaltsplan 2019 sind Mittel in Höhe von je 30 000 Euro für 2019 und die Folgejahre zur Erstellung einer Radwegekonzeption vorgesehen. Das wird von uns begrüßt, allerdings halten wir den jährlichen Betrag für zu gering, um zügig ein umfassendes Konzept zu erstellen", erklärte Deiters Wälischmiller. Ein solches Konzept sei erforderlich, um "dringend notwendige, die Sicherheit der Radfahrer erhöhende Maßnahmen zu definieren und schnell umsetzen zu können".

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Erste Maßnahmen verwirklichen

Die UWG-Fraktion geht davon aus, dass für ein Radwegekonzept externe Experten zunächst die vorhandenen Radwege analysieren und dann ein Gesamtkonzept erarbeiten, das dem Gemeinderat vorgestellt wird. Erst danach könnten einzelne Maßnahmen definiert und deren Rangfolge/Priorisierung festgelegt werden. Das benötige Zeit, weshalb laut UWG schon jetzt einige Verbesserungen verwirklicht werden sollten.

Karl Honnen, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club: "Der ADFC begrüßt, dass in der mittelfristigen Haushaltsplanung Mittel für die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur vorgesehen sind. Der Antrag der Umweltgruppe zielt darauf ab, diese zu erweitern und eine zielgerichtete Verwendung zu definieren. Dem kann der ADFC voll und ganz beipflichten."
Karl Honnen, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club: "Der ADFC begrüßt, dass in der mittelfristigen Haushaltsplanung Mittel für die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur vorgesehen sind. Der Antrag der Umweltgruppe zielt darauf ab, diese zu erweitern und eine zielgerichtete Verwendung zu definieren. Dem kann der ADFC voll und ganz beipflichten." | Bild: privat

Fahrrad-Club ADFC unterstützt Ideen

Karl Honnen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Mitglied im Arbeitskreis Radverkehr Markdorf, kommentiert erfreut: "Der ADFC begrüßt, dass in der mittelfristigen Haushaltsplanung Mittel für die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur vorgesehen sind. Der Antrag der Umweltgruppe zielt darauf ab, diese zu erweitern und eine zielgerichtete Verwendung zu definieren. Dem kann der ADFC voll und ganz beipflichten." Vorrangiges Anliegen sei es, dass ein Gesamtkonzept für ein Markdorfer Radverkehrsnetz einschließlich der Ortsteile erstellt werde. "Dieses muss in das übergeordnete Radverkehrskonzept des Bodenseekreises eingepasst sein. Damit wird dann, ähnlich wie in Friedrichshafen, die Basis geschaffen, um sukzessive aufeinander abstimmte Maßnahmen umzusetzen."

Am Ende Riedstraße führt ein Fußweg entlang des Riedgrabens in Richtung Gewerbegebiet Riedwiesen. Die Umweltgruppe schlägt vor, dort entlang des Riedgrabens möglichst bald einen Radweg zu verwirklichen.
Am Ende Riedstraße führt ein Fußweg entlang des Riedgrabens in Richtung Gewerbegebiet Riedwiesen. Die Umweltgruppe schlägt vor, dort entlang des Riedgrabens möglichst bald einen Radweg zu verwirklichen. | Bild: Toni Ganter

Riedgrabenweg wird bereits genutzt

Den UWG-Vorschlag, vorab mit einzelnen Planungs- und Baumaßnahmen zu beginnen, erscheint laut Honnen sinnvoll. "Der Riedgrabenweg wird bereits genutzt – vor allem für Fußwege der Beschäftigten im Industriegebiet – und wird sich absehbar gut in ein Gesamtkonzept einpassen." Auch die Umsetzung der angesprochenen Querungen der B 33 sei "aus Sicherheitsgründen dringend geboten" und erscheine machbar. Laut Honnen können weitere Einzelmaßnahmen aus dem Kreisradverkehrskonzept oder aus vielen Vorschlägen der Bürgerbeteiligung abgeleitet werden. Insgesamt sei aber eine nachvollziehbare Priorisierung erforderlich.

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Wie Honnen weiter ausführt, gibt es "mehrere Problembereiche, für die es keine einfachen und konfliktarmen Lösungen gibt". Dies erfordere Planungen, "die den Rahmen einer Konzepterstellung sprengen und zum Teil außerhalb der Zuständigkeit der Stadtverwaltung liegen". Da mache es sehr viel Sinn, eine separate Planung anzustoßen. "In Hinblick auf den Rathausumbau sollte auch der Bereich Zeppelinstraße – Weinsteige – B 33 mit einbezogen werden", so Honnen.

Blick über die Bundesstraße 33 hinweg in Richtung Obere Gallusstraße. Im Vorgriff auf ein Markdorfer Radwegekonzept sollen nach dem Dafürhalten der Umweltgruppe Rampen als Querungshilfen bei den Gallus-Straßen und beim Weiler Breitenbach eingerichtet werden.
Blick über die Bundesstraße 33 hinweg in Richtung Obere Gallusstraße. Im Vorgriff auf ein Markdorfer Radwegekonzept sollen nach dem Dafürhalten der Umweltgruppe Rampen als Querungshilfen bei den Gallus-Straßen und beim Weiler Breitenbach eingerichtet werden. | Bild: Toni Ganter

Weiterer Antrag für Fernwärme

Zudem stellte Deiters Wälischmiller einen Antrag, der auf eine regenerative Fernwärmeversorgung in Möggenweiler ausgerichtet ist. Hierfür sollen während der Erschließungsarbeiten Leerrohre mitverlegt werden. Die UWG sieht die große Chance, die Weichen für ein Fernwärmenetz für die Zukunft zu stellen und vorzubereiten, dass in Möggenweiler ein regeneratives Energiedorf entstehen kann. Etwa mit Hackschnitzeln aus dem Markdorfer Spitalwald könne ein regeneratives sowie einheimisches Produkt eingesetzt werden. Außerdem solle der Anschluss der Jakob-Gretser-Schule, des Pestalozzi-Kindergartens und der Förderschule in die Planungen einbezogen werden. In der Jakob-Gretser-Schule seien in den nächsten Jahren ohnehin große Sanierungsarbeiten fällig.

Zum städtischen Haushalt 2019 hat der Gemeinderat eine weitere Beratungsrunde, wobei über gestellte Anträge abgestimmt werden soll.