Da hilft kein Jammern, da hilft kein Klagen. Die Wegzeichen stehen ganz klar auf Schrumpfkurs. Aus dem einst stattlichen „Hoppin‘ Mad! Horns Jazz Orchestra“ ist inzwischen das „Hoppin‘ Mad! Horns Jazz Ensemble“ geworden. So jedenfalls erläuterte es Florian Loebermann, Chef und Motor der Gruppe, im vergangenen Jahr beim denkwürdigen Auftritt in der Markdorfer Stadtgalerie, der hinwegtröstete über den Umstand, dass die Posaunen fehlten. Nun, beim neuerlichen Konzert in der Stadtgalerie am späten Sonntagnachmittag, fehlte es nicht an Posaunen, aber an Trompetern.

Leo Lensing und Marion Stieb-Stabel.
Leo Lensing und Marion Stieb-Stabel. | Bild: Jörg Büsche

Kann die Band das kompensieren? Um es gleich zu sagen: Das Quintett, wenn man Loebermann einmal nicht mitrechnet, kann es kompensieren. Soweit der Befund, basierend auf den Eindrücken des jüngsten Auftritts in Markdorf, bei dem freilich besondere Bedingungen herrschten. Denn das „Hoppin‘ Mad! Horns Jazz Ensemble“ hatte Hilfe. Unerwartet und keineswegs aus der Nähe.

Lars Quincke, vor gar nicht einmal so vielen Jahren Saxofonist im „Hoppin‘ Mad! Horns Jazz Orchestra“ – das war die Vorläuferband des „Hoppin‘ Mad! Horns Jazz Ensemble“, also die mit den Posaunen – ist zu Besuch in Deutschland. Er studiert in den USA Musik. Er hat dort eine eigene Band, ein Trio und er ist unterdessen aufs Piano umgestiegen, was er vortrefflich spielt. Unspektakulär bringt sich der junge Pianist ein. Anfangs blinken nur dort und hier gelegentliche helle Phrasen auf, eingeflochten ins nach wie vor gute Miteinander des Quintetts.

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Lars Quincke taut auf. Wenn er sich im von Florian Loebermann eingeschobenen Kurzinterview wortkarg zeigte, so sprudelte er bei seinen Soli. Wer da wohl wen mit Spiellust ansteckte? Doch war es auch ein visuelles Vergnügen, zu beobachten, wie sich die Musiker die Bälle zuschoben, ihre Einsätze wechselseitig würdigten. Gleich ob Haiko Ramsauers katerhaft blubbernder Bass, Jonas Hölls trocken spritziges Schlagzeug, Leo Lensings rühriges Barriton-, Marion Stieb-Stavbels präzises Tenor-Saxofon oder Michael Schmitts akkurate Gitarre beziehungsweise Loebermanns polyphones Saxofon war. Der Ruf nach Zugabe war wohl verdient.