Zum Rohessen zu viel, fürs Gelee zu wenig – daheim in Judith Lehles Garten wachsen Himbeeren, aber nur in der angedeuteten überschaubaren Menge. Nun kam ihr die Lösung. Was sie nicht schafft – und wofür sie keine Abnehmer findet, das verarbeitet sie jetzt zu Himbeer-Essig.

Fruchtessig ansetzen funktioniert wie beim Rumtopf

„Das geht wie im Rumtopf“, erklärt die Betreiberin eines Marktstands, an dem sie Holunderblüten-Sirup feilbietet, ebenso Minz-Sirup sowie Holunder-Gelee und Rosengelee. Reife Himbeeren kommen in ein Behältnis, werden anschließend mit Essig bedeckt und verleihen dem nach einiger Zeit eine süß-fruchtige Note, mildern überdies seine Schärfe ab.

Leute sind von Kreationen begeistert

Übrigens hat sich in Lehles Nachbarschaft längst herumgesprochen, welche Köstlichkeiten sie aus Beeren und Blüten zuzubereiten weiß. Manche kommen und klingeln, in der Hand frisch gepflücktes Obst. Andere stellen den Korb, die Schale vor die Haustür. „Und freuen sich, dass ich aus dem Überfluss was machen kann“, vermutet Jehle.

Himbeere zählt zu Rosengewächsen

Ihren Essig aus den süßen Beeren – die Art zählt übrigens zu den Rosengewächsen, zu denen auch Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Erdbeeren gehören, gleichfalls alle Aspiranten für die Essig-Veredelung – verwendet Judith Lehle vor allem für Salat. „Mit etwas Beerengelee und Schafskäse wird der gemischte Blattsalat besonders fein, wenn er mit Himbeer-Essig angemacht wird.“

Ach ja, egal ob die Himbeere nun als Katzen-, als Groll- oder als Hexenschmier-Beere bezeichnet wird, ebenso wie die Erdbeere gehört sie zu den Sammelsteinfrüchten, besteht sie doch aus winzigen Nüsschen.