Der Markdorfer Peru-Kreis sammelt seit über 30 Jahren Spenden für die katholische Partnergemeinde Huancary in den peruanischen Anden. Längst sind aus Partner Freunde geworden und regelmäßig finden Besuche in Deutschland oder Peru statt.

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„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist seit 1988 das Motto und die Hilfe wird nach wie vor benötigt. Seit mehr als 15 Jahren dominieren vor allem zwei Projekte die finanzielle Unterstützung: Die Schulspeisung und die Wasserversorgung. 27 Wasserprojekte wurden bislang umgesetzt, nun steht das 28. Projekt an, für das noch Spenden benötigt werden.

Freude über die neuen Schuluniformen, die für einen Besuch des Unterrichtes nötig sind.
Große Freude über die neuen Schuluniformen, die für einen Besuch des Unterrichtes nötig sind. | Bild: Lorenz, Manfred

Nachfrage nach Wasserprojekten

Eigentlich hatten die Mitglieder des Kreises gedacht, dass die Nachfrage nach Wasserleitungen zurückgehen würde. „Dies ist aber nicht der Fall“, berichtet Manfred Lorenz. Sobald ein Wasserprojekt in der Gemeinde Huancary, zu der etwa 40 Dörfer und kleine Weiher gehören, die sich in einem Radius von rund 50 Kilometern um den Hauptort herum verteilen, abgeschlossen ist, bestehe neuer Bedarf.

„Es melden sich weit abgelegene Weiler, die nie damit gerechnet hätten, dass sie mal drankommen könnten“, sagt Ernst Arnegger. Ein Wasserprojekt kostet rund 20 000 Dollar, rund 120 Familien können damit versorgt werden.

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Der Erfolg gibt den Markdorfern recht: Durch die Wasserprojekte und den Bau von Leitungen konnte in einigen Weilern die Landflucht umgekehrt werden. „Wenn die Menschen in ihren Orten Trinkwasser haben, bleiben sie“, erklärt Dorothea Rogalla. Jeder gespendete Euro geht komplett nach Huancaray, betont Ernst Arnegger. Und zwar nicht nur an den auf 2850 Metern gelegenen Hauptort, sondern an die gesamte Gemeinde.

Die Dorfbewohner helfen beim Bau der Wasserleitung. Insgesamt 27 Wasserprojekte konnten in den vergangenen Jahren dank Spenden aus Markdorf umgesetzt werden. Bilder: Privat
Die Dorfbewohner helfen beim Bau der Wasserleitung. Insgesamt 27 Wasserprojekte konnten in den vergangenen Jahren dank Spenden aus Markdorf umgesetzt werden. Bilder: Privat | Bild: Lorenz, Manfred

Ein Wasserprojekt dauert von der Verlegung einschließlich Wasserfassung einige Monate, wie Kurt Rogalla berichtet. Die Dorfbewohner packen selber mit an, Wassermeister Vidal ist vor Ort neben Padre Mario der wichtigste Ansprechpartner. Wenn genug Spenden gesammelt sind, soll mit dem 28. Wasserprojekt der Weiler „Sara Chacra“ beim Bau der Versorgungsleitung unterstützt werden.

Verschiedene Hilfsprojekte

Im Laufe der Jahre ist die Anzahl der verschiedenen Hilfsprojekte gestiegen und die müssen weiter über Spenden finanziert werden. Allein die Schulspeisung für rund 100 Mädchen und Jungen kostet monatlich rund 1000 Euro. Dazu kommt unter anderem die pfarreigene Apotheke, Anschaffung von Schuluniformen und die Unterstützung von schwangeren Frauen im Mütterhaus. Hier werden die Mütter mit einer Erstversorgung für das Baby versorgt. Ein Projekt, das mittlerweile sehr gut angenommen wird, was die Mitglieder des Peru-Kreises sehr freut.

Die schwangeren Frauen, die zur Entbindung ins Mütterhaus kommen, werden mit einer Erstausstattung für das Baby versorgt.
Die schwangeren Frauen, die zur Entbindung ins Mütterhaus kommen, werden mit einer Erstausstattung für das Baby versorgt. | Bild: Lorenz, Manfred

Vor allem die Bildung der Mädchen und Frauen liegt Dorothea Rogalla und Regina Lorenz am Herzen. Doch wer in Huancaray am Unterricht teilnehmen möchte, der muss eine Uniform tragen. Diese kostet rund 30 Euro – genauso viel wie eine Ziege, berichtet Regina Lorenz. Geld, das viele Familien in der ärmlichen Region nicht haben. „Wer keine Uniform trägt, muss die Schule verlassen“, so Lorenz. Daher wird jeder Euro gebraucht, damit so viele Kinder wie möglich zur Schule gehen können.

Rund 100 Schüler aus Huancaray erhalten durch Spenden aus Markdorf eine kostenlosen warme Mahlzeit.
Rund 100 Schüler aus Huancaray erhalten durch Spenden aus Markdorf eine kostenlosen warme Mahlzeit.

2018 feierte die Partnerschaft ihr 30-jähriges Bestehen, derzeit versucht sich der Peru-Kreis zu verjüngen. Tochter Ann Lorenz und ihr Mann Arturo Huamani sind sehr aktiv – der Schwiegersohn von Manfred und Regina Lorenz stammt aus Peru. Sie alle wissen, dass Hilfe zur Selbsthilfe immer benötigt wird – genauso wie Spenden.

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