Ein weltweit führender Hersteller von Beschichtungssystemen gewinnt auch dank eines Hautpflege-Produkts den Preis „Regionaler Digital Champion“. Was zunächst abwegig klingt, schaffte jüngst die Wagner Group aus Markdorf.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Unternehmen überzeugte beim regionalen Vorentscheid des „Digital Champions Awards“ im Rahmen der Veranstaltung „Digital X“ mit seiner Ideenschmiede „Freiraum„ eine Jury aus Telekom und Wirtschaftswoche. „Die digitale Strategie von Wagner, mit seinen Bausteinen Freiraum und Ioniq wurde gewürdigt“, schildert Valentin Langen, Gründer des Start-up-Unternehmens Ioniq, das den Markt für Sonnenmilch revolutionieren und mit einem Produkt besser vor Haut-Verbrennungen schützen möchte.

Neues Mittel gegen Sonnenbrand

„Nahezu jeder kennt es bestimmt: trotz Eincremen Sonnenbrand. Bei manchen ist es nahezu Glückssache“, sagt Langen. Mit einem Schmunzeln fügt der Geschäftsführer an: „Mir war das jahrelang relativ egal, aber wenn man beim Oberflächenweltmeister arbeitet, nicht mehr. Da darf so etwas nicht passieren. Dass man trotz Eincremen Sonnenbrand bekommt, hat mich nicht losgelassen.“

Frank Mayer (von links, Wagner Group), Sabine Knoch (Deutsche Telekom Geschäftskunden-Vertrieb) und Valentin Langen (Wagner Freiraum) bei der Preisverleihung auf der „Digital X Southwest“ in Stuttgart.
Frank Mayer (von links, Wagner Group), Sabine Knoch (Deutsche Telekom Geschäftskunden-Vertrieb) und Valentin Langen (Wagner Freiraum) bei der Preisverleihung auf der „Digital X Southwest“ in Stuttgart. | Bild: Norbert Ittermann/Deutsche Telekom AG

Daraufhin überzeugte Valentin Langen die Geschäftsleitung der Wagner Group. „Innovation und Digitalisierung sind nach unserer Auffassung nicht getrennt voneinander zu betrachten. In keiner Aktivität wird zukünftig auf Digitalisierung verzichtet werden können“, sagt er. „Kosmetik passt auf den ersten Blick nicht zu einem hochspezialisierten Unternehmen wie Wagner. Neue Ideen werden aber immer zugelassen, dafür wurde der Freiraum ins Leben gerufen, dessen Name bewusst gewählt wurde“, berichtet Langen weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Erfolg eines Start-ups eher die Ausnahme

„Eins von zehn Start-ups ist, wenn überhaupt, erfolgreich. Wichtig ist, dass aus Fehlern gelernt und weiter experimentiert wird. Man hat keine Garantie auf Erfolg“, erklärt Frank Mayer, Group Vice President IT bei Wagner. Ihm zufolge werden im „Freiraum„ Projekte wie Ioniq Schritt für Schritt vorangetrieben.

Sabine Knoch (Deutsche Telekom, Geschäftskunden-Vertrieb) und Valentin Langen (Wagner „Freiraum“) bei der Preisverleihung in Stuttgart.
Sabine Knoch (Deutsche Telekom, Geschäftskunden-Vertrieb) und Valentin Langen (Wagner „Freiraum“) bei der Preisverleihung in Stuttgart. | Bild: Norbert Ittermann/Deutsche Telekom AG

Das Ziel des Ioniq-Sprays ist es, so Langen, der gleichzeitig auch „Freiraum„-Leiter ist, die optimale Hautpflege anzubieten. „Statt zwischen den sechs dermatologischen Hauttypen zu unterscheiden, wollen wir die Haut jedes Menschen speziell betrachten. Die Probleme von klassischer Sonnenmilch sind die richtige Dosierung, Beschichtung und Motorik der Hand, die nicht alle Hautstellen erreicht.

Die Hand ist als Werkzeug hierfür ohnehin suboptimal“, erläutert er. Laut des Ioniq-Gründers zeigt eine App verschiedene Details an – zum Beispiel, wann der richtige Zeitpunkt ist, um sich einzucremen. Dabei spielt Frank Mayer zufolge auch die Umgebung, in der man sich aufhält, eine Rolle. „Für den idealen Sonnenschutz ist es entscheidend, ob ich bei knallender Sonne auf einem Berg in Australien unterwegs bin oder entspannt im Garten in Markdorf liege“, erklärt er.

Digitalisierungspreis in Stuttgart

Für die innovative Arbeit im „Freiraum„ erhielt Wagner auf der „Digital X“ in Stuttgart eine Auszeichnung in der Kategorie „Digitale Transformation Mittelstand“. Nach der Jurysitzung wurde Valentin Langen vorab, wenn auch unsanft, telefonisch über die frohe Botschaft informiert. „Ich war in Los Angeles und es war halb zwei nachts“, erinnert er sich.

So sieht der Preis aus, den Wagner aus Markdorf für seinen Inkubator „Freiraum“ gewonnen hat.
So sieht der Preis aus, den Wagner aus Markdorf für seinen Inkubator „Freiraum“ gewonnen hat. | Bild: Norbert Ittermann/Deutsche Telekom AG

Frank Mayer freut sich ebenfalls über den Preis. „Es ist hilfreich, auf unserer Etappe Anerkennung zu erfahren. Dennoch sind wir noch am Anfang und der Prozess der Digitalisierung ist nicht abgeschlossen. Wir müssen die Menschen mitnehmen.“ Valentin Langen ist ohnehin der Meinung, dass der Prozess der Weiterentwicklung beziehungsweise Anpassung nie aufhören wird. „Damals waren es die Industrialisierung und Automatisierung, heute die Digitalisierung. Auch in Zukunft wird es Herausforderungen geben“, ist er sich sicher.

Das könnte Sie auch interessieren