Die Modelleisenbahnfreunde machten mit, die Tafel und der Freundeskreis Flucht und Asyl ebenfalls. Das Jugendrotkreuz war ebenso mit von der Partie, wie die Bogenschützen und auch der Schwäbische Albverein.

An der jüngsten Stadtputzete, dem alljährlichen innerstädtischen Frühjahrs-Reinemachen, waren am Samstagvormittag außerdem Grundschulklassen, die Ministranten und die Interessensgemeinschaft Verkehrsneuplanung beteiligt, der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) sowie etliche Bürger, die keiner der Gruppen angehören.

„Was mich in diesem Jahr besonders freut, ist, dass sich so viele Jugendliche und Kinder beteiligen", sagte Bürgermeister Georg Riedmann.

Sandro, Marko Quitschalle, Viktoria, Hilburg Tehnhausen, Anneliese Lang und Markus Lang vom Albverein packen mit an.
Sandro, Marko Quitschalle, Viktoria, Hilburg Tehnhausen, Anneliese Lang und Markus Lang vom Albverein packen mit an. | Bild: Jörg Büsche

Im Sachkundeunterricht die Theorie, bei der Stadtputzete die Praxis

"Wir haben das Thema Müll im Sachkundeunterricht durchgenommen und jetzt geht es von der Theorie in die Praxis", erklärt Anne Beran, Lehrerin an der Jakob-Gretser-Grundschule, warum sie mit den Schülern der 4d bei der Müll-Sammelaktion mitmacht. Die Praxis wiederum wird anschließend wieder im Unterricht Thema sein. „In Mathematik greifen wir dann auf, wie viel wir gesammelt haben", sagt Beran.

Die Klasse 4d von Lehrerin Anne Beran macht geschlossen mit.
Die Klasse 4d von Lehrerin Anne Beran macht geschlossen mit. | Bild: Jörg Büsche

Einen finanziellen Nebeneffekt hat das Aufklauben von leeren Flaschen, Bonbon-Papier und Getränkedosen aber auch. Für jeden Teilnehmer der Stadtputzete spendiert das Rathaus sieben Euro. Die fließen bei den Grundschülern in die Klassenkasse.

Für viele Vereine ist die Teilnahme selbstverständlich

„Inzwischen ist die Aktion zum Selbstläufer geworden“, erklärt Dietmar Gutermann, Mitarbeiter im städtischen Bauamt. Neben einer Veröffentlichung im Amtsblatt und etlichen E-Mails an Markdorfer Vereine sei kein weiteres Werben erforderlich.

Insbesondere die Vereine kommen Gutermann zufolge quasi von selbst, um beim Saubermachen mitzuwirken. Für Markus Lang vom Schwäbischen Albverein gehört die Pflege der Landschaft ohnehin mit dazu. „Wenn wir unterwegs sind, nehmen wir schon mit, was am Weg liegt und da nicht hingehört." Aktionen wie die Stadtputzete schärfen aus seiner Sicht nur noch zusätzlich das Bewusstsein.

Manfred Haidner (links) und Conrad Kleiser aus Dornbirn begleiten Alfred Lang aus Leimbach bei der Stadtputzete.
Manfred Haidner (links) und Conrad Kleiser aus Dornbirn begleiten Alfred Lang aus Leimbach bei der Stadtputzete. | Bild: Jörg Büsche

„Scheinbar werden Aschenbecher einfach neben der Fahrbahn ausgeleert“

Das Bewusstsein geschärft hat auch Elisabeth Moll-Simons. Die BUND-Unterstützerin ist im Zuge des Thementages "Plastik" in der Klasse 4c der Grundschule gewesen und hat die Schüler auf die Giftigkeit fortgeworfener Zigarettenkippen aufmerksam gemacht. Bei der Stadtputzete schwärmten die Viertklässler deshalb in der Innenstadt aus, um Filter aufzusammeln.

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Diese finden sich nicht nur zwischen Proma und Obertor. Rainer Stallbaumer entdeckt sie auch auf der Zeppelinstraße – und das in Massen. „Scheinbar leeren die Leute ihre Auto-Aschenbecher einfach neben der Fahrbahn aus“, wundert sich Stallbaumer. „Das geht doch wohl gar nicht!“

Noch übler fanden die Müllsammler, dass es sogar Autoreifen aus der Landschaft zu klauben gab. Belohnt wurden sie am Ende der Aktion in der Mensa der Jakob-Gretser-Grundschule mit einem leckeren und reichhaltigen Mittagessen.

Rainer Stallbaumer wundert sich über den Inhalt vieler ausgeleerter Auto-Aschenbecher an der Zeppelinstraße.
Rainer Stallbaumer wundert sich über den Inhalt vieler ausgeleerter Auto-Aschenbecher an der Zeppelinstraße. | Bild: Jörg Büsche

Mathias Brutsch vom Bauhof im Kurzinterview: "Aktionen schaffen mehr Bewusstsein"

Wie nachhaltig ist die Stadtputzete?

Wir machen das jetzt zum fünften Mal, glaub' ich. Weniger wird der Müll deshalb aber nicht in der Stadt. Im Gegenteil: Ich hab' den Eindruck, es wird eher mehr Unrat auf den Straßen und in den Grünflächen von Markdorf. Vielleicht wäre es aber ohne die Stadtputzete aber noch mehr, weil solche Aktionen doch mehr Bewusstsein schaffen.

Gibt es "Müll-Hotspots" in der Stadt?

Ja, zum Beispiel die Unterführung in der Nähe vom Aldi. An manchen Tagen machen wir dort morgens sauber, um mittags schon wieder hinzumüssen, weil Scherben verstreut sind.

Wollen sie manchmal aufgeben?

Aufgeben kommt gar nicht in Frage. Außerdem hoffe ich, dass wir mit der Zeit noch mehr Menschen erreichen. Vielleicht auch die, die derzeit noch keine Lust haben, ihren Müll bis zum nächsten Papierkorb mitzunehmen.