„Ich hab‘ bis zuletzt gezittert, ob OB Brand den Termin überhaupt halten kann“, verriet der Moderator den Zuhörern im Obertor. Mitgebracht hatte das Häfler Stadtoberhaupt ein elfseitiges Redemanuskript mit Stichpunkten zu Themen wie Messe, Mobilität, Wirtschaft oder Wandel.

„I mein‘ halt“-Moderator Ernst Arnegger hatte Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand zu Gast in seiner jüngsten Bürgerrunde.
„I mein‘ halt“-Moderator Ernst Arnegger hatte Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand zu Gast in seiner jüngsten Bürgerrunde. | Bild: Jörg Büsche

Wie eng die Beziehungen zwischen Friedrichshafen und Markdorf sind, das lasse sich schon an den Verkehrsflüssen ablesen. Tag für Tag pendelten Schüler und Arbeitnehmer von der Gehrenberg- in die Seestadt. Sein Blick ins Publikum zeigte Brand – der mit seinem Oberbürgermeisteramt auch das Amt des Vorsitzenden der Zeppelinstiftung bekleidet, dass dort etliche ehemalige ZF-Mitarbeiter saßen.

Allein die Zahlen der zugelassenen Fahrzeuge ließen Rückschlüsse darüber zu, wo Quell- und Zielverkehr zu verorten sind. Verfügen die 62 000 Friedrichshafener doch über 43 000 Fahrzeuge, während die 13 000 Markdorfer 11 600 Fahrzeuge fahren. Diese Zahlen sagten indes noch etwas aus: „Der Individualverkehr prägt unsere Region“, erklärte Brand. Die Frage aber sei: „Wie viele Straßen brauchen, beziehungsweise vertragen unsere Städte überhaupt?“

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Brands Diskussionsimpuls war der Gedanke, dass – damit es weitergehen könne mit der B 31 – bei den betroffenen Gemeinden erst Einigkeit über den Trassenverlauf hergestellt werden müsse. „Erst wenn alle wissen, was sie wollen“, so Andreas Brands Botschaft von seinen Berliner Gesprächspartnern, könne es überhaupt weitergehen. Seine Hoffnung sei, „dass die anstehenden Diskussionen ohne Verwerfungen ablaufen“. Was nur dann der Fall sein könne, wenn die Beteiligten Verständnis füreinander aufbringen „und den gegenseitigen Respekt wahren“.

Bürgermeister Georg Riedmann erläutert Karl Heinz Linnig sein Vorgehen bei der Südumfahrung.
Bürgermeister Georg Riedmann erläutert Karl Heinz Linnig sein Vorgehen bei der Südumfahrung. | Bild: Jörg Büsche

Aus dem Publikum fragte Karl Heinz Linnig nach dem Zeitrahmen, mit dem OB Brand rechne – dies aus seinen Erfahrungen mit dem Häfler B-31-Teilstück heraus. „Im günstigsten Falle dauert es zehn, wahrscheinlich aber 13 bis 15 Jahre“, antwortete Brand. Dies sei der „Tribut an den Rechtsstaat“, schließlich bestünde nach Abschluss des Planungsverfahrens und Offenlegung der Pläne, die Möglichkeit der Einwendungen und Klagen dagegen.

Georg Riedmann über die Südumfahrung

Der als Besucher in der Runde anwesende Markdorfer Bürgermeister Georg Riedmann wurde von Elli Miller, gleichfalls Zuhörerin, auf die geplante Südumfahrung angesprochen. Sie zog die Rechtsgültigkeit des zwischen Riedmanns Amtsvorgänger Bernd Gerber und Landrat Lothar Wölfle unterzeichneten Vertrags zur Kofinanzierung des Straßenbauvorhabens in Zweifel. Riedmann verwies darauf, dass sich Gerber 2013, als er unterschrieb, auf einen gültigen Ratsbeschluss stützen konnte – von 2008. „Nicht ideal“ an dem Vertragswerk sei aus Sicht Riedmanns, dass keine abschließende Stellungnahme des Markdorfer Rats vorgesehen war, sobald Werkplanung und Kostenentwurf vorliegen.

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Brand sprach auch die Friedrichshafener Messe an. Dass die „Outdoor„ nach München ging, liege unter anderem an den Subventionen, die sie dort erhalte. Überdies locke insbesondere ausländische Anbieter die Attraktivität der Isar-Metropole.