Kritik und Verteidigung: Als es um die Ausschreibung der 13 verbliebenen städtischen Bauplätze von 26 im Baugebiet Markdorf-Süd III ging, entspann sich im Gemeinderat eine Grundsatzdiskussion. Einigen Stadträten missfiel im Nachhinein die von ihnen seinerzeit getroffene Entscheidung, die Bauplätze für Einfamilienhäuser bereitzustellen. Dies sei ein Luxus, den sich Markdorf angesichts der prekären Wohnraumsituation nicht mehr leisten könne, war der Tenor. So regte FW-Rat Arnold Holstein an, die Planung noch einmal zu überdenken. Dafür, so Bürgermeister Georg Riedmann, sei es zu spät, die Planung sei durch.

CDU-Rat Alfons Viellieber plädierte dafür, künftig Bauplätze nur noch für Reihenhäuser oder Geschossbau auszuweisen. Auch UWG-Chefin Susanne Deiters Wälischmiller bedauerte, dass in Markdorf-Süd nicht mehr Wohnraum entstanden sei. Es zeige sich nun, dass man dringend "Leitlinien" für die künftige Entwicklung der Stadt brauche. CDU-Chefin Susanne Sträßle trug die Fraktionsmeinung vor, nach der man nun der Veräußerung nach dem Punktesystem und zu den festgelegten Preisen zustimme, aber für die Zukunft neue Wege empfehle. Auch FW-Chef Dietmar Bitzenhofer mahnte an, nun einen Punkt zu machen. Diskussionen seien gut, aber nicht zu diesem Zeitpunkt. FW-Rat Jens Neumann sagte, er könne das Punktesystem nicht gutheißen und stimme dagegen. Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde die Ausschreibung der 13 Bauplätze beschlossen.

Kritik gab es vor allem an den Preisen, so von SPD-Chef Uwe Achilles. Dass Bewerber den Nachweis einer Mindestfinanzierungssumme von 585 000 bis 650 000 Euro erbringen müssen, führe den Begriff "bezahlbarer Wohnraum" für Familien ad absurdum. Junge Familien hätten keine Chance, sagte auch Viellieber: "Von den Jungen werden wir ausgelacht, die ziehen weg", sagte er.

 

Die Vergabe

Über die Richtlinien informierte der stellvertretende Kämmerer Jörg Wiggenhauser. Es gilt eine Mindestpunktzahl von 59. Punkte gibt es, wenn man schon in Markdorf lebt, für die Zahl der Kinder oder Vereinsengagement. Der qm-Preis ist 330 (innere Plätze) bzw. 350 Euro (äußere). Man rechnet mit 150 Familien, die sich bewerben.