FDP-Stadtrat Rolf Haas verteidigt seinen „Luxusbau„-Vorwurf über die kostenseitig aus dem Ruder gelaufene Planung zur Sanierung und Erweiterung der Jakob-Gretser-Grundschule. Haas hatte dieses Zitat in der FDP-Hauptversammlung verwendet, Rektor Andreas Geiger hatte ihn daraufhin kritisiert und für Schulleitung, Kollegium und Schulträger den Vorwurf zurückgewiesen (wir berichteten am 25. November).

Bildung auch für die FDP an erster Stelle

Er verstehe die Verwunderung über seine Aussage, so Haas in einer Stellungnahme an den SÜDKURIER. Deshalb wolle er betonen, dass die FDP die Bildung an erster Stelle auf ihrer Agenda habe. Auch er setze sich „voller innerer Überzeugung“ für den Schulstandort Markdorf ein und habe „allen Respekt“ vor den Inhalten des erarbeiteten pädagogischen Konzeptes für die Grundschule. 

FDP-Stadtrat Rolf Haas: „Es ist weder ignorant noch dilettantisch, wenn man das Thema Kosten berücksichtigt und damit offen für günstigere und bessere Lösungen ist.“
FDP-Stadtrat Rolf Haas: „Es ist weder ignorant noch dilettantisch, wenn man das Thema Kosten berücksichtigt und damit offen für günstigere und bessere Lösungen ist.“ | Bild: FDP

Haas: „Habe Kostenbewusstsein versprochen“

Ebenso wichtig sei aber die Prüfung der Kosten. „Wo übersteigt unser Mut die finanziellen Möglichkeiten der Stadt?“, laute die Frage. In seinem Wahlkampf habe er den Bürgern versprochen, von Verwaltung und Gemeinderat mehr Kostenbewusstsein einzufordern. Die Zeiten, in denen Markdorf Geld im Überfluss gehabt habe, seien vorbei. Wenn die Kosten für den Kreisel an der Stadthalle von geplanten 35 000 auf 100 000 Euro anstiegen, meine er genau dies mit „Luxus“.

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Fraktionen wie die Fahne im Wind

Der Zufall wolle es, dass die Diskussion um die Grundschule gerade in seine ersten Monate als Stadtrat falle. Zum Zeitpunkt der ursprünglichen Gretser-Entscheidungen sei er noch nicht im Rat gewesen, sei dann aber nicht der Einzige gewesen, der gegen die ursprünglichen Pläne gestimmt habe. Bestehende Fraktionen hingegen hätten „wie die Fahne im Wind“ die Richtung geändert, so Haas. Zudem sei Geiger in der FDP-Sitzung nicht dabei gewesen und habe seiner gesamten Argumentationskette daher nicht folgen können. Es sei weder ignorant noch dilettantistisch, wenn man das Thema Kosten berücksichtige.

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Das Baugelände am Hang sei schwierig, die Baukosten würden immer teurer, die pädagogischen Inhalte immer ausgefeilter und damit leider auch teurer, so Haas.

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Lösung auf der grünen Wiese deutlich effizienter

Der Haushalt 2020 und Folgejahre zeige zudem deutlich, dass eine Lösung auf der „grünen Wiese“ zu etwa der Hälfte der Kosten erbracht werden könne. Genau dies prüfe nun die Verwaltung. „Was ist daran falsch?“, so Haas. Die Verwaltung und der Rat seien nun gefordert: „Wir müssen mit höchster Priorität Eltern, Schüler und Lehrkörper in kürzester Zeit ein finanzierbares Projekt vorstellen“, schließt Haas.