Der Countdown für die Kommunalwahlen am 26. Mai in Baden-Württemberg läuft. Das zweite Mal nach 2014 dürfen Teenager im Alter von 16 oder 17 Jahren Ortschafts-, Gemeinde- oder Kreisräte wählen.

Haben die Jugendlichen Interesse am Wahlrecht?

Haben die Jugendlichen überhaupt ein ernsthaftes Interesse an ihrem Wahlrecht? Im Gespräch mit dem SÜDKURIER erzählen Markdorfer Schüler, ob sie zur Wahl gehen und was sie sich von der Lokalpolitik wünschen.

Die Gruppe von Schülern aus der Klasse 10c der Realschule am Bildungszentrum Markdorf hat konkrete Erwartungen an den Gemeinderat. Viele wollen Ende Mai auch zur Wahl gehen.
Die Gruppe von Schülern aus der Klasse 10c der Realschule am Bildungszentrum Markdorf hat konkrete Erwartungen an den Gemeinderat. Viele wollen Ende Mai auch zur Wahl gehen. | Bild: Gabriele Münzer

Leo Wuttke (17) sagt von sich selbst, dass er sich nicht wirklich für Kommunalpolitik interessiert und daher nicht wählen geht. „Alles, worüber man sich lokal aufregt, wie etwa die Bischoffsschloss-Debatte, bekomme ich mit, alles andere eigentlich nicht“, so der Berufsfachschüler.

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Sein Freund Michael Bäumer (16) sieht es ähnlich. Er kenne sich mit den Themen nicht aus und gehe daher nicht zur Wahl. Bäumer ergänzt noch etwas frustriert: „Für Vierzehn- bis 18-Jährige wird in Markdorf kaum was gemacht.“ Es bräuchte mehr Aufenthaltsorte für Jugendliche.

Marvin Gretscher, Gymnasiast: „Ich persönlich bin nicht glücklich über die Entscheidung zum Bischoffsschloss.“
Marvin Gretscher, Gymnasiast: „Ich persönlich bin nicht glücklich über die Entscheidung zum Bischoffsschloss.“ | Bild: Gabriele Münzer

Diese Meinung teilt auch Marvin Gretscher (18). Der Gymnasiast plädiert ebenfalls für mehr geeignete Plätze, wo sich Teenager treffen können. Er ist lokalpolitisch interessiert und weiß ziemlich genau, was in Markdorf läuft. Er würde beispielsweise gerne den „Wildparkern“ im Städtle einen Strich durch die Rechnung machen. Gretscher erklärt: „Ich gehe auf jeden Fall wählen und muss nur noch einen genaueren Blick auf die Listen werfen.“

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Bei den Realschülern der Klasse 10c am Bildungszentrum gehen die Meinungen zur Kommunalwahl auseinander. Nur etwa ein Drittel der befragten Schüler plant den Gang an die Wahlurne. So recht erklären wollen die anderen gut 60 Prozent ihr Desinteresse an der Lokalpolitik dem SÜDKURIER gegenüber jedoch nicht.

Für jüngere Mitglieder im Gremium

Emre Ulucan (17) gehört zu denjenigen, die sich über die Kandidaten informieren und wählen wollen. „Ich wünsche mir mehr jüngere Mitglieder im Gemeinderat, die die Interessen der Jugendlichen stärker vertreten“, so Ulucan. Wie die meisten Gleichaltrigen bemängelt auch er, dass Markdorf für die Jugend ziemlich unattraktiv sei.

Emre Ulucan (17), Realschüler: „Ich habe den Eindruck, der Gemeinderat macht das, was für die eigene Altersgruppe gut ist.“
Emre Ulucan (17), Realschüler: „Ich habe den Eindruck, der Gemeinderat macht das, was für die eigene Altersgruppe gut ist.“ | Bild: Gabriele Münzer

Noch nicht einmal die Hotspots für kostenloses WLAN würden richtig funktionieren. Aaron Okon (16) geht definitiv wählen. Er plädiert für einen Jugendgemeinderat. „Wir wollen mit unseren Vorschlägen genauso behandelt werden, wie Erwachsene“, wünscht er sich. Er kenne einige Teenager, die sich dort engagieren würden.

Aaron Okon (16), Realschüler aus Markdorf: „Ich wünsche mir einen Jugendgemeinderat, damit wir auch was zu sagen haben.“
Aaron Okon (16), Realschüler aus Markdorf: „Ich wünsche mir einen Jugendgemeinderat, damit wir auch was zu sagen haben.“ | Bild: Gabriele Münzer

Seine Klassenkameraden Moritz Beder (16) und Hanna Muff (16) wollen ebenfalls Gebrauch von ihrem Wahlrecht machen. Sie möchten, dass das Bahnhofsgebäude wieder hergerichtet und zugänglich wird. „Die Ordentlichkeit dort lässt sehr zu wünschen übrig“, weiß Muff.

Hanna Muff (16), Realschülerin: „Wir wünschen uns mehr öffentliche Plätze für Jugendliche, die auf die Stadt verteilt sind.“
Hanna Muff (16), Realschülerin: „Wir wünschen uns mehr öffentliche Plätze für Jugendliche, die auf die Stadt verteilt sind.“ | Bild: Gabriele Münzer

Auch als Treffpunkt für Jugendliche könnte das Gebäude genutzt werden, meint Beder. Viele Ideen sind da und durch ihre Stimmabgabe bei der Kommunalwahl hoffen die Schüler, das ein oder andere Thema rund um Markdorf in ihrem Sinne mitgestalten zu können.

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