Markdorf – Wegen Überfüllung geschlossen! Das hatte es in den 25 Jahren zuvor noch nie gegeben, dass bereits Tage vor dem Gehrenberglauf die Teilnehmerzahl so hoch war, dass am Lauftag keine Nachmeldungen mehr möglich waren oder nur noch auf gut Glück nachgerückt werden konnte. "Von der Resonanz bin ich überwältigt, aber alle Wettbewerbe sind jetzt am Limit", sagt Hauptorganisator Hubert Becker am Vorabend.

70 Meldungen drei Stunden vor Fristende

Gesetztes Limit war die 400-Teilnehmer-Marke, und dieser Richtwert sollte nicht überschritten werden. Sollte. 495 Meldungen waren es bis zur Schließung des Meldeportals am 1. Oktober. Allein 70 Schüler-Anmeldungen drei Stunden vor Fristablauf gingen von der Gesamtschule Salem ein. "Wir hatten nur noch rund 20 freie Startplätze im Jugendlauf, und die Obergrenze von 100 Läufern hätte im System vorgegeben sein müssen", sagt Hubert Becker – eventuell ein Systemfehler. "Jetzt müssen wir's einfach laufen lassen", sagt er vor Start. Ein wenig Bauchweh hätte er zwar, weil die Veranstaltung somit absolut an ihre Kapazitätsgrenze geriete. "Aber ich bin begeistert, dass sich so viele Jugendliche fürs Laufen motivieren lassen."

Endlich scheint mal die Sonne

Hochmotiviert zeigte sich auch Petrus, der anscheinend vom Sommer noch nicht genug hat, und der dem seit Jahren geflügelten Wort "Gehrenberglauf-Wetter" eine ganz neue Bedeutung zukommen ließ. Denn anders als in den Jahren zuvor war schon morgens um acht die Wiese völlig trocken, von Regen keine Spur und die Strecke über den Berg wies kaum morastige Stellen auf. "Ich kann die Schuhe sogar anlassen, wenn ich nach Hause komme", freut sich nach dem Hauptlauf Karin Gutemann, die als Zweitplatzierte bei den Frauen ins Ziel gegangen ist.

Ein Lauf der Superlative

Überhaupt war dieser Lauf mit rund 550 Startern und einem neuen Streckenrekord im Jugendlauf ein Lauf der Superlative. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Zielgerade zwischen dem jungen Afghanen Ramazan Ali Hassani und Moritz Grillmeier konnte Ali Hassani um eine zehntel Sekunde das Rennen für sich entscheiden. Und der Streckenrekord bei den Jugendlichen wurde gleich drei Mal gebrochen: Von Ali Hassani, Grillmeier und Zari Christen bei den Mädchen. Und während die einen über Stock und Stein spurteten, überbrückten die anderen die Zeit bis zu den Zieleinläufen bei Kaffee und Kuchen, am Eisstand von Gentile oder wickelten Los um Los aus. Denn der abwechslungsreiche Rahmen um diese Veranstaltung macht daraus einen Tag für die ganze Familie.

Hervorragend organisiert

Und was sagt der Berg nach diesem Sonntag? Schaut man auf die hervorragende Organisation, steckt das der Markdorfer Hausberg locker weg. Über die zertrampelte Wiese und all die Geschichten, die sich darauf zugetragen haben, wird wieder Gras wachsen – und in einem Jahr fiebert der ganze Linzgau neuerlich dem Ereignis entgegen.