Herr Tunckiran, Sie führen in Markdorf die L‘ Aviva Shisha Bar und das BeerPub La Capri. Ist das nicht anstrengend?

Genau genommen führe ich nur das BeerPub La Capri. Um die Shisha Bar kümmert sich mein Bruder.

Um eine Shisha-Bar zu betreiben, müssen verschiedene Richtlinien, Gesetze, Auflagen und Anforderungen eingehalten werden.

Das ist richtig. Aber hier sind wir immer in Gesprächen mit der Stadtverwaltung, um alle Auflagen zu erfüllen. Es wird immer mehr gefordert und wir versuchen alles einzuhalten, was die Gesetze vorschreiben. Wir sind hier auf dem neusten Stand, haben eine neue Lüftungsanlage und Kohlenmonoxidmelder. Da sind wir sehr gewissenhaft.

Das Rauchen von Wasserpfeifen steht aus gesundheitlichen Gründen in der Kritik. Wie sehen Sie das?

Da kann ich nur für mich sprechen. Ich war ein intensiver Shisha-Raucher, habe dann aber angefangen, mir über meine Gesundheit Gedanken zu machen. Ich habe mit dem Rauchen aufgehört, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Was macht für Sie die Gastronomie aus?

Ich mag es, Menschen um mich herum zu haben. Man lernt immer wieder neue Leute kennen. Ich freue mich auf spannende Begegnungen und gute Unterhaltungen.

Burak Tunckiran steht gerne hinter der Theke.
Burak Tunckiran steht gerne hinter der Theke. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Wie kam es, dass Sie gastronomisch in Markdorf sesshaft geworden sind?

Ich habe in Markdorf gearbeitet und hatte Freunde, die eine Bar geführt haben, in der ich mitgeholfen habe. Es war aber auch immer ein Kindheitstraum von mir, in der Gastronomie selbstständig zu sein. Ich wollte aus der Shisha-Szene raus und ausgerechnet in den Flitterwochen erhielt ich einen Anruf, dass das Capri frei wird. Das war meine Chance.

Nun hat sich dieser Traum erfüllt. Was sind die Vor- und Nachteile?

Die Vorteile sind, dass ich tagsüber Zeit für meine Familie habe. Ich kann den Tag relativ frei gestalten. Der Nachteil ist, dass man eine gewisse Verantwortung hat und sich darum kümmern muss, dass der Laden läuft. Wir haben sehr viel in das La Capri investiert, alles herausgerissen und erneuert. Ich mag den Vintage-Stil. Freunde haben mir sehr viel geholfen und gute Tipps gegeben. Es ist so geworden, wie es mir vorgestellt haben.

Und läuft der Laden?

Sagen wir es mal so, er könnte besser laufen. Wir hatten und haben viele Pläne. Einige haben funktioniert, andere nicht. Ich habe auch noch Ideen, die ich in naher Zukunft umsetzen möchte. Wir wollten eigentlich Richtung Irish Pub gehen und Live-Musik anbieten. Aber da gab es leider Probleme mit den Nachbarn. Auch haben wir die Öffnungszeiten verändert und den Laden immer später geöffnet, da einfach ab 16 oder 17 Uhr nichts los was. Zwischen Sonntag und Dienstag ist es abends sehr ruhig in der Stadt, daher haben wir montags geschlossen. Ab mittwochs wird es dann langsam besser.

Welches Publikum möchten Sie ansprechen?

Ich möchte ein gemischtes Publikum ansprechen, mittleren Alters aus Markdorf und Umgebung, die Lust und Laune auf einen netten Kneipenabend haben. In der Shisha-Bar haben wir eher ein jüngeres Publikum, zwischen 18 Jahren und Mitte 20 – viele aus dem Raum Ravensburg und Friedrichshafen. Daher soll das La Capri Anlaufstellen für ein anderes Publikum sein.

Wie schätzen Sie das Gastronomieangebot in Markdorf ein?

Das ist schwierig, da es immer gewisse Phasen gibt. Ich finde es sehr schade, dass Alex (Alexander Kauderer) das Ludwig geschlossen hat, aber ich kann seine Beweggründe verstehen. Ich finde, derzeit fehlt ein schönes Café für tagsüber, indem man gut frühstücken und sich aufhalten kann. Abends ist im Städtle meist nicht viel los, da reicht das momentane Angebot. Die Kneipen sind am Wochenende meist so bis 1 Uhr besucht, danach geht es für viele noch ins Lemon oder nach Hause.

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Wäre mehr los, wenn es ein anderes Angebot geben würde?

Es gibt eine gute Mischung in der Stadt. Wir Gastronomen verstehen uns untereinander gut und versuchen mit Veranstaltungen das Nachtleben zu beleben. So soll es analog zur Musiknacht im Herbst eine DJ-Nacht geben.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich würde mich freuen, wenn mehr Markdorfer einfach mal auf ein Getränk bei mir vorbeischauen. Für den Sommer plane ich einen neuen Außenbereich und wir werden unser Angebot erweitern.