Blick aus Richtung Rathaus auf die Löscharbeiten mit zwei Drehleitern am Wohn- und Geschäftsgebäude, Ecke Kleine Steige. Links vorne das Fachwerkgebäude der Alten Kaplanei, nur wenige Meter vom Brandgebäude entfernt. Im Hintergrund ein Teil des Areals Bischofsschloss.
Blick aus Richtung Rathaus auf die Löscharbeiten mit zwei Drehleitern am Wohn- und Geschäftsgebäude, Ecke Kleine Steige. Links vorne das Fachwerkgebäude der Alten Kaplanei, nur wenige Meter vom Brandgebäude entfernt. Im Hintergrund ein Teil des Areals Bischofsschloss. | Bild: Toni Ganter

Durch einen Dachstuhlbrand in der Markdorfer Altstadt, an der Ecke Kleine Steig, ist am Donnerstagnachmittag nach ersten Schätzungen rund 100 000 bis 1500 000 Euro Sachschaden entstanden. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei war auf dem Balkon eines dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses eine dort deponierte Gasflasche aus bislang unbekannter Ursache explodiert.

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Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr und der Schnellen Einsatz-Gruppe (SEG) Markdorf/Immenstaad niemand. Laut Polizeibericht ist das Gebäude bis auf die betroffene Dachwohnung bewohn- und benutzbar.

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Alarmierung um 14.34 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Markdorf ist um 14.34 Uhr wegen des Dachstuhlbrandes alarmiert worden. In rund drei Metern Entfernung zum Brandgebäude steht das Fachwerkgebäude der Alten Kaplanei, in unmitterlbarer Nachbarschaft sind weitere Wohn- und Geschäftsgebäude sowie Büros des städtischen Baurechtsamtes.

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Balkon brannte lichterloch

"Beim Eintreffen brannte der Balkon der betroffenen Wohnung lichterloh", berichtete Martin Scheerer, Pressesprecher der Markdorfer Feuerwehr. Bewohner hatten das Brandgebäude bereits verlassen. Sicherheitshalber wurde dennoch überprüft, ob jemand aus dem Gefahrenbereich gebracht werden musste.

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Die Lage des dreigeschossigen Brandgebäudes machte die Löscharbeiten nicht gerade einfach, denn für große Einsatzfahrzeuge wie etwa die Drehleiter ist die Zufahrt durch die Kleine Gasse zur Kleinen Steig durch Engstellen erschwert.

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Brand schnell unter Kontrolle

"Der Brand war nach rund 15 bis 20 Minuten unter Kontrolle", erklärte Daniel Kneule, Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Markdorf. Während Einsatzkräfte durch das Treppenhaus zur Dachwohnung vordrangen, löschten andere bereits von außen das Feuer auf dem Balkon. In Minutenschnelle wurden die Drehleiter in Position gebracht, die Wasserversorgung aufgebaut, um auch vom Korb der Drehleiter aus die Löscharbeiten zu verstärken.

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Drehleiter aus Friedrichshafen

Kurz nach 15 Uhr traf das zur Unterstützung angeforderte Drehleiterfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen ein. "Durch die dichte Bebauung in der Altstadt und wegen der großen Dachflächen ist eine zweite Drehleiter erforderlich gewesen, um die Löscharbeiten zu verstärken", erklärte Markdorfs Feuerwehrsprecher Martin Scheerer.

Kurz nach 15 Uhr ist die Drehleiter aus Friedrichshafen angekommen, um die Brandbedkämpfung zu unterstützen, weil die Dachflächen des betroffenen Gebäudes groß sind. Es bleibt keine Zeit zum Rangieren mit nur einer Drehleiter auf engem Raum.
Kurz nach 15 Uhr ist die Drehleiter aus Friedrichshafen angekommen, um die Brandbedkämpfung zu unterstützen, weil die Dachflächen des betroffenen Gebäudes groß sind. Es bleibt keine Zeit zum Rangieren mit nur einer Drehleiter auf engem Raum. | Bild: Toni Ganter

Insgesamt waren 60 Feuerwehrkräfte mit 13 Fahrzeugen sowie zehn Kräfte der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) Markdorf/Immenstaad und ein Notarzt vor Ort.

Eine weitere Wasserversorgungsleitung zum Brandort ist über die Bundesstraße 33 verlegt worden. Die Stelle mit den Schlauchbrücken darf nur langsam passiert werden.
Eine weitere Wasserversorgungsleitung zum Brandort ist über die Bundesstraße 33 verlegt worden. Die Stelle mit den Schlauchbrücken darf nur langsam passiert werden. | Bild: Toni Ganter

Wasserversorgung aus mehreren Richtungen

Die Wasserversorgung musste aus mehreren Richtungen bewerkstelligt werden. Beispielsweise führte eine mehrere hundert Meter messende Versorgungsleitung von einem Überflurhydranten beim Untertor über die Marktstraße, Kleine Gasse zur Kleinen Steig. Eine weitere musste über die Bundesstraße 33 die Kleine Steig hinauf zum Brandort verlegt werden. Die Schlauchleitung über die B 33 wurde durch Schlauchbrücken gesichert. Lastwagen, Transporter und Autos mussten diese Stelle im Schritttempo zurücklegen, Polizeikräfte regelten den regen Durchgangsverkehr.

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Gegen 16.30 Uhr ging es an letzte sogenante Nachlöscharbeiten. Außerdem mussten Feuerwehrkräfte die hölzerne und einsturzgefährdete Überdachung des betroffenen Balkons entfernen, um zu verhindern, dass Passanten und herunterstürzende Balkenteile verletzt werden.

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Gesamtkommandant Daniel Kneule lobte die Einsatzkräfte: "Bis auf die betroffene Wohnung ist das Gebäude bewohn- und benutzbar. Größerer Schaden oder das Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude sind verhindert worden."

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Im Zuge letzter Einsatzarbeiten mussten das Dach des Mehrfamilienhauses komplett geöffnet und die Dachziegel entfernt werden, um nach möglichen Glutnestern zu suchen und diese zu löschen. Ein Dachdeckerbetrieb ist hierfür hinzugerufen worden. Bis gegen 18.30 Uhr soll das Dach durch Planen abgedeckt sein, Feuerwehrkräfte unterstützen diese Arbeiten mit den beiden Drehleiterfahrzeugen.

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