Der Winter ist hierzulande längst vorbei und die ersten warmen Sonnenstrahlen versetzen nicht nur die Menschen in Frühlingslaune. Auch die Natur ist aus ihrem Winterschlaf erwacht und im heimischen Garten ruft die Arbeit, will man sich über die Sommermonate hinweg an blühenden Pflanzen und sattgrünem Rasen erfreuen.

Spindelobstbäume bleiben klein und kompakt im Wachstum und eignen sich in Reihen gepflanzt sogar als ausgefallener Sichtschutz.
Spindelobstbäume bleiben klein und kompakt im Wachstum und eignen sich in Reihen gepflanzt sogar als ausgefallener Sichtschutz. | Bild: Gabriele Münzer

Insbesondere ein schöner Rasen birgt die ein oder andere Herausforderungen in sich. Mit Mähen und Düngen allein ist es hier oftmals nicht getan. Jetzt sei es genau an der richtigen Zeit, die Weichen für einen gesunden Rasen zu stellen, meint Bela Szabo, Inhaber von Garten- und Landschaftsbau Szabo in Oberteuringen-Neuhaus.

Bela Szabo, Oberteuringen-Neuhaus: "Jetzt, wenn die Forsythien blühen, ist der perfekte Zeitpunkt für den Rosenschnitt."
Bela Szabo, Oberteuringen-Neuhaus: "Jetzt, wenn die Forsythien blühen, ist der perfekte Zeitpunkt für den Rosenschnitt." | Bild: Gabriele Münzer

Im Frühjahr empfehle es sich, nach dem Mähen zu Vertikutieren. „Mit dem Vertikutieren wird Rasenfilz entfernt und die Grasnarbe bekommt wieder Luft zum Leben“, so der Profi. Nach dem Abrechen des Rasenfilzes werde üblicherweise gedüngt, Lücken mit Quarzsand aufgefüllt und nachgesät.

Aerifizieren setzt sich durch

Zwischenzeitlich habe sich aber eine weitere Maßnahme durchgesetzt, die man sonst nur von Golfplätzen kenne: das Aerifizieren. Dabei würden mit einem Spezialgerät bis zu sieben Zentimeter lange Löcher mit einem Durchmesser von ein bis zwei Zentimetern in den Rasen gestochen, um die Bodenverdichtung aufzubrechen.

Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessert

Die entstandenen Löcher würden durch Einrechen des entnommenen Bodenmaterials, vermengt mit Quarzsand und Dünger, wieder aufgefüllt. Szabo erklärt: „Durch das Aerifizieren wird die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessert und auch die Belüftung. Der Rasen wird damit wesentlich austriebsfreudiger.“

Eine Kräuterspirale duftet herrlich und ist dazu ein wahrer Blickfang.
Eine Kräuterspirale duftet herrlich und ist dazu ein wahrer Blickfang. | Bild: Gabriele Münzer

Bei tonigem Boden, wie hier weit verbreitet, empfiehlt Bela Szabo ein jährliches Aerifizieren, spätestens jedoch alle zwei Jahre. Derzeit verbreitet wären auch allgemeine Schnitt- und Pflegemaßnahmen bei Pflanzen. Der perfekte Zeitpunkt für den Rosenschnitt beispielsweise wäre jetzt – wenn die Forsythien blühen.

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Aber auch in Sachen Lavendel hat der Garten- und Landschaftsbaumeister einen Tipp auf Lager: „Je später man den Lavendel schneidet, desto später blüht er.“ Wolle man verschiedene Blühphasen, könne man den Lavendel auch zeitversetzt schneiden. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich laut dem Profi derzeit kompakt wachsende Spindelobstbäume, die nicht nur leckeres Obst und Nahrung für Insekten lieferten, sondern sogar einen attraktiven Sichtschutz bieten könnten.

Monika Beder, Stadtgärtnerei Markdorf: "Man kann ruhig auch mal einen Löwenzahn oder Giersch im Rasen wachsen lassen."
Monika Beder, Stadtgärtnerei Markdorf: "Man kann ruhig auch mal einen Löwenzahn oder Giersch im Rasen wachsen lassen." | Bild: Gabriele Münzer

Neben der Rasenpflege ist das Frühjahr genau die richtige Zeit für das Pflanzen von Stauden und Sträuchern. Auch Sommerblüher, wie etwa Bellis oder Vergissmeinnicht, finden demnächst den Weg ins Blumenbeet.

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Monika Beder, Betriebsleiterin der örtlichen Stadtgärtnerei, erklärt: "Noch erblühen in Markdorf viele Tulpen und Osterglocken, aber schon bald werden wir diese durch Pflanzen ersetzen, die über die Sommermonate hinweg mit ihren Blüten erfreuen." Häufig warte man mit der Sommerbepflanzung aber wegen der Frostgefahr noch die Eisheiligen Mitte Mai ab.

Blühende Oase im Sommer

Für den privaten Garten empfiehlt sie eine bienen- und insektenfreundliche Pflanzung, gerne auch mit Blumenwiese, wenn sich genug Platz bietet. Mit der richtigen Samenmischung habe man den ganzen Sommer über eine blühende Oase mit Tagetes, Margeriten oder Sonnenblumen. Perfekt für den eigenen Garten seien auch mehrjährige Stauden oder blühende Sträucher wie Hortensien, die jedoch unbedingt zum Standort – ob Schatten- oder Sonne – passen sollten, damit die Freude lange währt.

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Monika Beder von der Stadtgärtnerei ermutigt Gartenbesitzer auch dazu, Bäume zu pflanzen. "Ob Apfelbaum, Ahorn oder Linde: Bäume sind schön anzusehen und bieten im Sommer einen herrlichen Naturschatten“, schwärmt sie. Grundsätzlich rate sie, Gärten nicht zu steril anzulegen, sondern kleine Inseln zu schaffen, einen Brunnen oder eine Kräuterspirale anzulegen. Mehrjährige Kräuter, beispielsweise Rosmarin, Lavendel, Oregano oder Thymian, blühten und dufteten herrlich und seien nicht nur für Bienen eine Augenweide. In geschützter Lage ließen sich Rosmarin und Co. sogar im Freien überwintern.