15 Gäste aus Markdorfs französischer Partnerstadt Ensisheim hat Bürgermeister Georg Riedmann am Sonntagvormittag im Rathaus begrüßt. Darunter Ensisheims Bürgermeister Michel Habig, einige Räte aus der Partnerstadt und Vertreter von Turn- und Kunstverein, die ebenfalls aus dem Elsass angereist waren. „Den Termin haben sich unsere Gäste gewünscht“, erklärte Riedmann den Räten und Vereinsvertretern aus Markdorf. Um die inzwischen seit 45 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Markdorf und Ensisheim zu feiern, hätten sich die Freunde aus Frankreich den gestrigen Sonntag ausgesucht: Den Tag, an dem Markdorf sein Dixiefest feiert. Im Juli 1974 ist die Partnerschaft zunächst in Markdorf, im September dann in Ensisheim unterzeichnet worden.

Michel Habig: „Gemeinsame Sprache des Herzens“

Sprach Riedmann wiederholt von Freundschaft und Partnerschaft, als er die französischen Gäste im Ratssaal begrüßte, so wählte sein Amtskollege Michel Habig durchaus stärkere Bilder. Er sprach von Brüderlichkeit, von einer „gemeinsamen Sprache des Herzens“, von einer Ehe, die man vor 45 Jahren eingegangen sei. Denn „in fünf Jahren feiern wir goldene Hochzeit“.

Georg Riedmann: Partnerschaft soll wieder intensiviert werden

Hatte Riedmann eher in die jüngste Geschichte geblickt, an den großen Stellenwert erinnert, die die engen Beziehungen von Valéry Giscard d‘Estaing und Helmut Schmidt, dem französischen Präsidenten und dem deutschen Kanzler, zu Beginn der 1970er-Jahre für die Weiterentwicklung der französisch-deutschen Freundschaft bedeutet haben, so blickte Habig noch weiter zurück. Auf die vielen kriegerischen Auseinandersetztungen zwischen den beiden Ländern anspielend, bezeichnete er Städtepartnerschaften wie die zwischen Markdorf und Ensisheim als „schöne Antwort“ auf die dramatischen Ereignisse in der Vergangenheit. Wie wohltuend sei vor diesem Hintergrund das Anknüpfen an die gemeinsame „humanistische Tradition von Solidarität und Brüderlichkeit seit 1945“, so Bürgermeister Habig. Riedmann erklärte, dass es an der Zeit sei, die Städtepartnerschaft in neue Bahnen zu lenken und auch in anderen Bereichen als bisher lebendig werden zu lassen.