Markdorf – Schon von weitem ist das Kinderlachen zu hören und der bunt geschmückte Garten zu sehen. Jeder kleine und große Besucher wird am Eingang herzlich begrüßt – wie bei einem großen Familienfest. Die Frühförder- und Beratungsstelle Markdorf hat zum 25-jährigen Bestehen in den Waldseer Hof in der Spitalstraße eingeladen. Hildegard Stumm, Heilpädagogin der Frühförderstelle, strahlt: "Es ist so schön zu sehen, wie wir mit diesem Fest einen Rahmen geschaffen haben, in dem sich die Kinder und Eltern wie auch Therapeuten einmal anders begegnen als nur auf dem Flur während der Therapie." Zufrieden schaut sie in den lebendigen Garten.

Die sechsjährige Kim aus Deggenhausertal spritzt ein Kunstwerk. Ihre Mama Daniela Kirchmann freut sich mit ihr. Sie ist sehr zufrieden mit der fünfjährigen Förderung ihrer Tochter und sieht zuversichtlich der Einschulung entgegen.
Die sechsjährige Kim aus Deggenhausertal spritzt ein Kunstwerk. Ihre Mama Daniela Kirchmann freut sich mit ihr. Sie ist sehr zufrieden mit der fünfjährigen Förderung ihrer Tochter und sieht zuversichtlich der Einschulung entgegen. | Bild: Kerstin Oettle

Die Mitarbeiter haben sich einiges einfallen lassen für dieses Jubiläumsfest. Die Kinder können unter Anleitung Bälle filzen, bunte Kunstwerke spritzen, jonglieren, Dosen werfen oder sich ihr Lieblingsmotiv ins Gesicht malen lassen. "Seit Kim 18 Monate alt ist, kommt sie mit mir einmal die Woche mit großer Begeisterung hierher nach Markdorf und am liebsten spielt sie Kaufmannsladen", berichtet Daniela Kirchmann aus Deggenhausertal. "Jetzt kommt sie im September in die Schule, somit läuft die Förderung hier in Markdorf leider aus. Ein Termin, der uns zukünftig in der Woche sehr fehlen wird, von daher sehen wir das Fest als einen schönen Abschluss für die tolle Zeit hier", schildert die dreifache Mama.

Tuchprinzessin Hannah (8) tanzt fröhlich mit ihrer Schwester Pia (4) durch den Garten. Mama Julia Seiler ist sehr froh über dieses Miteinander und dankt den Therapeuten, die das schon während der Förderung immer wieder ermöglichten.
Tuchprinzessin Hannah (8) tanzt fröhlich mit ihrer Schwester Pia (4) durch den Garten. Mama Julia Seiler ist sehr froh über dieses Miteinander und dankt den Therapeuten, die das schon während der Förderung immer wieder ermöglichten. | Bild: Kerstin Oettle

Diese Zufriedenheit und Dankbarkeit ist in jedem Winkel des Waldseer Hofgartens zu spüren. Ob es die Eltern, die Kinder mit Förderbedarf oder deren Geschwister sind: Für jeden scheint dieser Ort an dem Nachmittag ein Ort ohne Sorgen zu sein. "Wir waren jetzt ein Jahr nicht mehr hier, seitdem Hannah in die Schule gekommen ist, aber davor die ersten sechs Lebensjahre jede Woche. Und sie fängt jedes Mal sofort an zu erzählen, wenn wir mit dem Auto hier vorbeifahren", erzählt Julia Sailer. "Wir fühlten uns hier sehr wohl und haben sogar richtige Freundschaften geschlossen, mit denen wir noch immer privat viel zusammen erleben."

Ludwig Wedele (8) ist Fan vom FC Freiburg und ist überzeugt, dass die Deutschen wieder Weltmeister werden. Oma Erika Ressler hat ihn jede Woche von Überlingen hierher gefahren und ist nicht nur von der Frühförderstelle, sondern auch von ihrem Enkel begeistert. "Er möchte unbedingt ins Gymnasium und er wird es sicher auch schaffen."
Ludwig Wedele (8) ist Fan vom FC Freiburg und ist überzeugt, dass die Deutschen wieder Weltmeister werden. Oma Erika Ressler hat ihn jede Woche von Überlingen hierher gefahren und ist nicht nur von der Frühförderstelle, sondern auch von ihrem Enkel begeistert. "Er möchte unbedingt ins Gymnasium und er wird es sicher auch schaffen." | Bild: Kerstin Oettle

Verständnis, Schutzraum, Förderung und Unterstützung sind die Dinge, die Eltern und Kindern von den Mitarbeitern der Frühförderstelle zuteilwerden. Sie spiegeln sich in positiver Entwicklung sowie Selbstbewusstsein. "Was für ein Geschenk, so viele Kinder heute wiederzusehen, die vor ein paar Jahren bei uns waren und nun stolz erzählen, was sie schon alles erreicht haben", erzählt Hubert Gärtner. Er arbeitet seit 21 Jahren in der Frühförderstelle. "Wir haben es oft mit Unsicherheiten in Erziehungsfragen zu tun und ich wünschte mir, dass die Eltern viel öfter auf ihren Bauch hören würden, statt sich durch Druck von außen oder den Medien verunsichern zu lassen. Umso schöner ist es, heute die Ausgelassenheit bei allen zu spüren", freut sich der Psychologe.

Die zweijährige Charlotte aus Oberteuringen buddelt fröhlich mit Mama Dorothee Baier. "Wir kommen einmal die Woche hierher und sind von den bunten Übungsabfolgen zur Bewegungsförderung genauso begeistert wie vom heutigen Familienfest."
Die zweijährige Charlotte aus Oberteuringen buddelt fröhlich mit Mama Dorothee Baier. "Wir kommen einmal die Woche hierher und sind von den bunten Übungsabfolgen zur Bewegungsförderung genauso begeistert wie vom heutigen Familienfest." | Bild: Kerstin Oettle

Dorothee Baier aus Oberteuringen erzählt: "Mein ziemlich erster Anruf nach der Diagnose Down Syndrom ging hierher und ich fand sofort ein offenes Ohr, Unterstützung, Austausch mit anderen Eltern und Tipps, beispielsweise in den geleiteten Gesprächsabenden. Und Charlotte kommt von Anfang an mit Freude hierher nach Markdorf."

Mit dem Eis in der Hand die Rollenrutsche hinunter: Auch Antonio Patamisi (6) aus Hepbach hatte eine Menge Spaß beim Familienfest der Förderstelle Markdorf.
Mit dem Eis in der Hand die Rollenrutsche hinunter: Auch Antonio Patamisi (6) aus Hepbach hatte eine Menge Spaß beim Familienfest der Förderstelle Markdorf. | Bild: Kerstin Oettle

Ob im Puppentheater, beim Eis schlecken, in der Netzschaukel oder auf der Rollenrutsche: Überall schaute man in lachende Kinderaugen. Sylvia Unseld, Leiterin der Frühförderstelle, stellte sich mit ihren Mitarbeitern ein Fest nur für die Kinder mit ihren Eltern vor, und das ohne Festtagsreden oder Dankeshymnen. Am Ende war sie glücklich über diesen Nachmittag mit einer Menge Spiel und Spaß sowie vielen schönen Begegnungen und Wiedersehen.