Tarienna-Geschäftsführer Mark Joachim hat dies in einer Presseerklärung mitgeteilt. "Socialbit wird als eigene Marke weitergeführt", so der 45-jährige Diplominformatiker. Auf SÜDKURIER-Nachfrage erklärt Mark Joachim im Gespräch, dass das mobile Thema in seinem Unternehmen eine große Rolle spielt.

Die Tarienna GmbH berät laut Pressemitteilung bundesweit mittelständische Unternehmen und Konzerne in Sachen Digitalisierung und Internet der Dinge – mit dem Fokus auf intelligenten vernetzten Produkten. Seit ihrer Gründung 2008 verbinden vor allem regionale Unternehmen Tarienna noch mit App-Entwicklung. "Die Übernahme bietet uns die einmalige Chance die App-Entwicklung auszulagern und unter der eigenständigen Marke Socialbit weiter zu führen", sagt Joachim.

Nach Bekanntwerden der Insolvenz – Anfang des Jahres – hatte Mark Joachim sofort Kontakt zu den Altgesellschaftern und der Insolvenzverwaltung aufgenommen. "Mir war wichtig eine schnelle Auffanglösung für eventuell laufende Projekte zu signalisieren," sagte er. Allerdings seien zu diesem Zeitpunkt bereits die meisten der 17 Socialbit-Mitarbeiter in neuen Anstellungen gewesen und einige Kunden hätten laut Aussage der Insolvenzverwaltung der Weitergabe ihrer Daten an Dritte widersprochen. "So konnten wir keine Bestandskunden und laufende Projekte übernehmen", berichtet Joachim, der betont, dass man nicht das Unternehmen, sondern nur die Marke übernommen habe.

Die Socialbit GmbH hatte am 23. Dezember 2016 einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Gründe für die Insolvenz waren laut Gründer Thomas Kekeisen "zu schneller Wachstum und eine gewisse Fluktuation mit dem damit verbundenen Verlust von Fachwissen, das erst wieder mühsam vermittelt werden musste". Dies hatte das Unternehmen in die Situation gebracht, dass zu erledigende Arbeiten nicht länger zufriedenstellend geleistet werden konnten. Die Folgen waren höhere finanzielle Belastungen durch Inanspruchnahme der bestehenden Gewährleistungsansprüche der Kunden. Aber auch die mit dem Wachstum verbundenen höheren Kosten für Räume und Mitarbeiter hätten letztlich ihren Teil zur nicht mehr vorhandenen Liquidität beigetragen. "Vielleicht waren wir also zuletzt auch zu viel 'Social' und zu wenig 'Bit'", schrieb Kekeisen in einer Stellungnahme in Februar 2017. Das Büro in der Bergheimerstraße wurde geschlossen. Der Verein "Toolbox", den Socialbit 2014 für den Nachwuchs gegründet hat, war von der Insolvenz nicht betroffen. Er ist seit März in Räumlichkeiten der Firma Intimus untergebracht.

Mark Joachim kannte die Socialbit GmbH seit ihrer Enstehung 2010. "Auf dem Markt waren sie ein Mitbewerber von uns, aber wir kannten uns auch privat", so Joachim. Er würde sich freuen, wenn alte Kunden der Markdorfer Firma auf ihn zukommen und Gespräche mit ihm aufnehmen. "Ich möchte signalisieren, dass wir dafür bereit sind." Thomas Kekeisen, der mittlerweile in Weingarten lebt, sagt zu dem Verkauf: "Es freut mich, dass das Ding so groß war und die Marke verkauft wurde. Das bedeutet, dass wir doch nicht alles falsch gemacht haben.

" Er ist gespannt, wie es für Socialbit bei Tarienna weitergeht. Auch für Kekeisen geht es weiter, der 27-Jährige baut sich gerade eine neue Firma auf. "Ich werde aus den Fehlern, die wir gemacht haben, lernen und es nun hoffentlich besser machen", blickt er optimistisch in die Zukunft.

Die Unternehmen

  • Socialbit GmbH wurde im Februar 2010 von den Geschäftsführern Thomas Kekeisen und Andre Thum in Markdorf gegründet. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt 17 Mitarbeiter, die Anwendungen für Smartphones, Facebook und Twitter entwickelten. 2014 wurde der Verein „Toolbox“ gegründet. Socialbit erhielt zahlreiche Preise. Am 23. Dezember 2016 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Das Insolvenzverfahren läuft noch.
  • TariennaGmbh wurde am 2. Dezember 2008 von Diplominformatiker Mark Joachim in Friedrichshafen gegrundet und beschäftigt derzeit drei feste Mitarbeiter. Das Unternehmen versteht sich als Smart Product Lab und sorgt für intelligente vernetzte Produkte, die einem den Alltag vereinfachen, verschönern und zum Erlebnis machen sollen.