64 Eltern aus Markdorf und Umgebung arbeiten unentgeltlich im Bildungszentrum (BZM) an der Ensisheimer Straße. Die einen katalogisieren Bücher in der Bibliothek. Die anderen besorgen den Getränkeausschank in der Teeküche der schuleigenen Mensa. Und die dritten versorgen die Schüler in den Mittagspausen mit Spielen oder Spielgeräten wie Einrädern und Bällen. Veronika Elflein, Leiterin des Schulverbunds am Bildungszentrum dankte den Ehrenamtlichen bei einem Frühlings-Kaffee: "Ohne Sie wäre unser Ganztagsbetrieb kaum möglich." Zusätzliche Angebote am Nachmittag wie die Roboter-AG, aber auch die Betreuung in der unterrichtsfreien Zeit seien dringend angewiesen auf Unterstützer von außen, da das Zeitbudget der Lehrkräfte beschränkt sei.

Eine Tasse Kaffee und der von den Zehntklässlern selbst gebackene Kuchen waren eine Geste für die Ehrenamtlichen. Schulband-Mitglieder spielten die Begleitmusik zur Kaffeerunde, bei der Ex-Schülerin Leonie Wadepohl eigens als Sängerin einsprang. Auch das konnte das Engagement der Ehrenamtlichen kaum aufwiegen. Und die von Elflein vorgetragenen Zahlen sprachen für sich. Viermal drei Jahre, dreimal fünf Jahre, sechsmal zehn, zweimal 15 und sogar einmal 20 Jahre freiwilliges Engagement galt es zu würdigen. Auf 107 Jahre also kamen allein jene 16 "Freizeiteltern", die die Schulleiterin besonders ehrte.

Nicolas Dreher und Marvin Schneider können in der Mittagspause Billard spielen, weil sich Myriam Zander und Christiane Renz (im Hintergrund) ehrenamtlich als Freizeitmütter in der Spielestation engagieren.
Nicolas Dreher und Marvin Schneider können in der Mittagspause Billard spielen, weil sich Myriam Zander und Christiane Renz (im Hintergrund) ehrenamtlich als Freizeitmütter in der Spielestation engagieren. | Bild: Jörg Büsche

Gleichfalls gewürdigt wurden jene Lehrerinnen, Bibliothekarinnen und ehrenamtlichen Koordinatorinnen der beiden Spielestationen am BZM, die die Einsatzpläne der Freizeithelfer aufstellen. Veronika Elflein scherzte: "Wenn ich mir eine Verwaltungsassistentin wünschen dürfte, dann würde ich mir Anita Fauser wählen." Sie koordiniere den Arbeitskreis Freizeit mit hoher Professionalität. Unbedingte Zuverlässigkeit sei das A und O des ehrenamtlichen Einsatzes für die Schüler.

In der Regel kommen die Freizeiteltern zu ihren Ehrenämtern in Bibliothek, Teeküche oder Spielestationen, weil sie – selber Eltern von BZM-Schülern – von ihren Kindern beziehungsweise von den Lehrkräften gefragt werden. Viele bleiben dann in diesem Amt, auch wenn ihre Kinder die Schule längst verlassen haben. Wie Brigitte Waldenmaier, die seit 15 Jahren in der BZM-Bibliothek mitarbeitet: "Weil die Arbeit im Team großen Spaß macht."

Ehrungen

Langjährige Freizeitmütter:

  • 3 Jahre: Alexandra Lund, Xu Jötten, Sandra Rauch, Tatjana Smorodina
  • 5 Jahre: Myriam Zanker, Manuela Bürger, Anna Okon
  • 10 Jahre: Katja Latussek, Christina Renz, Margit Pfalzgraf, Dörte Endrikat, Simone Khosravi, Paola Mazzitelli
  • 15 Jahre: Monika Biemann, Brigitte Waldenmaier
  • 20 Jahre: Leonie Stett
  • Leiterinnen: Anita Fauser, Birgit Hangg, Carmen Dollmann, Kornelia Schaub, Beatrix Unterricker, Heike Fischer, Uschi Prinz, Uschi Hütz-Pospischil, Margit Pfalzgraf

 

Das sagen die Freizeitmütter zu ihrem Engagement

  • Leonie Stett arbeitet seit 20 Jahren in der Bibliothek mit.
    Leonie Stett arbeitet seit 20 Jahren in der Bibliothek mit. | Bild: Jörg Büsche
    Leonie Stett, Bibliothek: "Ich bin vor 20 Jahren gefragt worden, als meine Tochter hier an die Schule gekommen ist. Ich fand es eine gute Idee, in der Bibliothek mitzuarbeiten. Meine Tochter ist jetzt seit 15 Jahren schon nicht mehr am BZM, ich bin trotzdem geblieben. Die Arbeit macht einfach Spaß. Wir sind ein gutes Team in der Bibliothek. Außerdem begegne ich gern anderen Menschen. Viel geändert hat sich nicht in der Bibliothek. Aber es kommen inzwischen an den Samstagen immer mehr junge Familien mit ihren Kindern. Und da ich Kinder liebe, ist mir das gerade recht."
  • Birgit Hangg leitet mit Anita Fauser die Spielestation.
    Birgit Hangg leitet mit Anita Fauser die Spielestation. | Bild: Jörg Büsche
    Birgit Hangg, Spielestation: "Zusammen mit Anita Fauser leite ich die Spielestation auf der Ebene 3. Die steht von Montag bis Donnerstag jeweils in den Mittagspausen zwischen 12 und 14 Uhr offen. Freitags findet seltener etwas statt, aber da ist auch kaum noch Nachmittagsunterricht. Wir geben Gesellschaftsspiele aus, haben auch ganz viele davon. Es gibt auch viele unterschiedliche Spielbälle und Einräder für den Außenbereich. Mir macht das Arbeiten mit Kindern einfach großen Spaß, weshalb ich mich auch in der Kirchengemeinde engagiere – für die Kindergottesdienste."
  • Margit Pfalzgraf arbeitet seit zehn Jahren in der Teestube mit.
    Margit Pfalzgraf arbeitet seit zehn Jahren in der Teestube mit. | Bild: Jörg Büsche
    Margit Pfalzgraf, Teestube: "Wie bei den meisten anderen Freizeiteltern auch war es nach dem Wechsel aus der Grundschule. Einmal gefragt, bin ich dann dabei geblieben. Selber im Pflegebereich tätig, stellt die Arbeit mit den Kindern ein gewisses Gegengewicht zum Umgang mit den Senioren dar. Ich brauche das irgendwie. Viele der Kinder und Jugendlichen kennt man von Anfang an, begegnet ihnen immer wieder, spricht mit ihnen. Schön finde ich, dass uns immer wieder Schüler in der Teestube helfen. Unseren Überschuss spenden wir übrigens. Wir helfen zum Beispiel aus, wenn es am Geld für die Klassenfahrt fehlt."
  • Paola Mazzitelli und Anna Okon sind seit zehn beziehungsweise fünf Jahren Freizeitmütter.
    Paola Mazzitelli und Anna Okon sind seit zehn beziehungsweise fünf Jahren Freizeitmütter. | Bild: Jörg Büsche
    Paola Mazzitelli und Anna Okon, Freizeitmütter: "Wir arbeiten mit bei den unterrichtsbegleitenden Aktivitäten. Unser Angebot: Kochen mit den Sechstklässlern. Wir kochen international – mal deutsch, mal türkisch, mal italienisch. Und bei den Schülern kommt das ausgesprochen gut an. Die meisten helfen gern mit – sogar die besonders coolen Jungs nehmen bei uns das Trockentuch in die Hand. Kochen ist schon lange kein Ding mehr nur für Mädchen. Und das gemeinsame Zubereiten und Essen macht einfach einen Riesenspaß."