Für den Bodenseekreis blickte Uwe Hermann, Dezernent für Finanzen, in die zehnjährige Vergangenheit des Bibliotheks-Neubaus vor allem aber aufs Angebot an diesem besonderen Lern- und Begegnunsort. Die Sicht der Stadt beschrieb Bürgermeister Georg Riedmann, auch wie sich Markdorf finanziell beteiligt: "Wir zahlen 80 Prozent der Betriebskosten, 20 Prozent trägt der Kreis", erklärte Riedmann. Diese Aufteilung entspreche dem Nutzungsanteil. Binnen nur eines Jahrzehnts seien die Ausleihen von 30 000 auf 200 000 Ausleihen angestiegen, so hatte Hermann berichtet. Und der Schüleranteil daran belaufe sich auf 20, der Anteil der wohl überwiegend aus Markdorf kommenden übrigen Bibliotheksnutzer auf 80 Prozent.

"Wir sind glücklich über diese Bibliothek", erklärte Bürgermeister Riedmann. Ausdrücklich bedankte er sich beim Kreistag und beim Markdorfer Gemeinderat für die von den beiden Gremien gewährte Unterstützung. Die enge Kooperation von Kreis und Gemeinde bezeichnete der Bürgermeister als Modell für jene nahe Zusammenarbeit, die sich nun am gesamten Bildungszentrum entwickle. Die Stadt wird künftig stärker an den dort anfallenden Kosten beteiligt sein. Riedmann sprach von "Synergieeffekten", positiven Wechselwirkungen, die sich aus dem Zusammenspiel von schöner und wissenschaftlicher Literatur ergäben. "Viele Pensionäre sind dankbar, dass sie hier auf hohem Niveau arbeiten, recherchieren können" – das höre er immer wieder.

Was natürlich vor allem an der kompetenten Gestaltung des Bestands liegt, wie Finanzdezernent Hermann eingangs hervorgehoben hatte. Ohne den hohen Sachverstand der fünf festangestellten Bibliotheksmitarbeiterin sei ein derartiges Niveau kaum zu halten. "Unsere Nutzerumfrage zum Jubiläum attestiert den Mitarbeitern große Kompetenz", freute sich Hermann. Außerdem stellten die Kunden heraus, wie freundlich die Mitarbeiterinnen sind, wie vielfältig das Angebot ist und wie positiv sie die Atmosphäre empfinden.

Von gewissen Bedrückungen sprach Monika Smieszkol-Neuleitner von der Fachstelle fürs öffentliche Bibliothekswesen im Regierungspräsidium. Wobei sich die Diplom-Bibliothekarin allerdings auf ihre Besuche der alten Bibliothek im Untergeschoss des BZM-Gebäudes bezog. "Man kehrt nur sehr ungern an den Ort seiner Niederlagen zurück." Was wohl der Grund sei, weshalb die der öffentliche Anteil, die Zahl der Nicht-Schüler und -Lehrer unter den Nutzern damals – von 1972 bis 2007 – immer nur gering gewesen sei. Das änderte sich rapide. Nach der Eröffnung des neuen Bibliotheksbaus "mit seinem eigenen Eingang", so die Bibliothekarin, kamen die Kunden.

Auch Monika Smieszkol-Neuleitner sprach von Investitionen, die sich gelohnt haben. Rund 4 Millionen hatte das Gebäude gekostet, 850 000 Euro die Einrichtung. Die damals vorhandenen Medien sind nicht mitgerechnet, 50 000 aber wurden in neu Bücher, Ton- und Bildträger investiert. Mit Blick auf die Zukunft seien dies die besten Investitionen, hatte Finanzdezernent Hermann Benjamin Franklin zitiert.

Alle drei Redner würdigten übrigens den Einsatz zahlreicher ehrenamtlich wirkender Helfer in der Bibliothek, außerdem das große Engagement der Lehrkräfte an der Schule für ihre Schulbibliothek. Die Schüler übrigens lieferten ihren ganz eigenen Beitrag. Die Abi-Band begeisterte – unter anderem mit Pink Floyd. Wortkünstler Marcus Jeroch schloss den Abend unterhaltend ab.

 

Die BZM-Bibliothek

Die Bibliothek im Markdorfer Bildungszentrum (BZM) ist eine Schulbibliothek, aber auch eine öffentliche Bibliothek, die von allen Bürgern der Stadt und der Region genutzt werden darf. Feierlich eröffnet wurde sie im Oktober 2007, nachdem sämtliche Medien aus der alten Schulbücherei umgezogen worden waren. An den Start ging die BZM-Bibliothek 1972 mit 6000 Büchern, 2017 verfügt sie über 67 000 Medien. Unterstützt werden die fünf festangestellten Mitarbeiterinnen von rund 40 Ehrenamtlichen. Seit 2015 ist die Bibliothek am BZM dem Onleihe-Verbund Bodensee-Oberschwaben angeschlossen, einer Plattform für elektronische Medien. (büj)