Es war ein besonderer Moment für die 73 Schüler der Klassen neun und zehn der Werkrealschule Markdorf, als sie bei der Abschlussfeier in der Stadthalle ihre Zeugnisse endlich in den Händen halten konnten.

Ein großer Moment für alle, denn endlich halten sie ihre Zeugnisse in den Händen: die Absolventen der Klassen 9a, 9b und 10a der Werkrealschule am Bildungszentrum Markdorf.
Ein großer Moment für alle, denn endlich halten sie ihre Zeugnisse in den Händen: die Absolventen der Klassen 9a, 9b und 10a der Werkrealschule am Bildungszentrum Markdorf. | Bild: Jan Manuel Heß

Schulleiterin Veronika Elflein: „Hört nicht auf, ehrgeizig zu sein“

Schulleiterin Veronika Elflein hob in ihrer Ansprache lobend die Ausdauer hervor, die viele der Schüler in den vergangenen fünf beziehungsweise sechs Jahren gezeigt hätten. Aber auch für die nächsten Stufen auf der Lebensleiter sei es wichtig, am Ball zu bleiben und auf dem bisher Erlernten weiter aufzubauen. Entsprechend lautete ihr Appell: „Hört nicht auf, ehrgeizig zu sein.“ Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Unterhaltungsprogramm, das sich die Absolventen ausgedacht hatten. Großen Applaus gab es für Emily Stremel, die mit ihrem Gesang und ihrer starken Stimme beeindruckte.

Emily Stremel beeindruckte mit ihrer Darbietung von „Someone like you“.
Emily Stremel beeindruckte mit ihrer Darbietung von „Someone like you“. | Bild: Jan Manuel Heß

Ehrgeiz zahlt sich aus

Einer, der die Worte von Schulleiterin Veronika Elflein beherzigt hat, ist Umair Bajwa. Als er vor fünf Jahren aus Pakistan nach Deutschland kam, war die Sprache die größte Hürde für ihn, erzählte er. Doch Umair war ehrgeizig. Er begann zunächst in der Vorbereitungsklasse (VKL) der Werkrealschule – in der er eine intensive Sprachförderung erhielt – und wechselte dann in die reguläre fünfte Klasse. Seinen mittleren Bildungsabschluss machte er jetzt mit einem Notendurchschnitt von 1,4. „Man muss sich Ziele setzen, dann schafft man das“, fasste er sein Erfolgsrezept zusammen. Und seinen Ausbildungsplatz hat er auch schon in der Tasche: „Im September fange ich eine Ausbildung bei ZF an.“

Nina Jacobson, Marvin Schellinger und Umair Bajwa aus der 10a der Werkrealschule erhielten für ihren sehr guten Notenschnitt Leistungspreise.
Nina Jacobson, Marvin Schellinger und Umair Bajwa aus der 10a der Werkrealschule erhielten für ihren sehr guten Notenschnitt Leistungspreise. | Bild: Jan Manuel Heß

Preise für soziales Engagement

Neben Umair Bajwa erhielten auch Nina Jacobson und Marvin Schellinger Preise. Die beiden hatten einen Notendurchschnitt von 1,6 beziehungsweise 1,4 erreicht, geehrt wurden sie jedoch auch für ihr außerordentliches soziales Engagement im Schulalltag. So haben sie sich stark bei der Organisation von Veranstaltungen oder in der Mediation eingebracht.

Sprache als wichtige Grundlage

Sichtlich stolz auf den erreichten Hauptschulabschluss zeigten sich auch die aus Syrien stammenden Rodin Muslem und Sharonika Roeal. Als sie nach Deutschland kamen, mussten sie sich zunächst mit der Kultur und Sprache vertraut machen. Rodin Muslem erzählte: „Es war am Anfang schwierig, sich zurechtzufinden, als man noch nicht alles verstand. Aber je besser mein Deutsch wurde, desto einfacher wurde es.“ Und weil es gerade begonnen habe, so richtig gut zu laufen, wollen beide noch die zehnte Klasse draufsetzen. „Das ist der nächste Schritt und danach schauen wir wieder weiter.“

Rodin Muslem (links) und Sharonika Roeal haben die neunte Klasse abgeschlossen.
Rodin Muslem (links) und Sharonika Roeal haben die neunte Klasse abgeschlossen. | Bild: Jan Manuel Heß