Erschöpft war der stattliche Turmfalke, als er sich auf der Wiese im Innenhof des Markdorfer Bildungszentrums niederließ. Ein Hausmeister hatte den Vogel beobachtet, er hatte sich offensichtlich hierher verirrt. Immer wieder versuchte das Tier, davonzufliegen – das allerdings war schier nicht möglich in dieser Umgebung. Wohin sich der Falke auch wandte, stets stieß er auf Glas. Prallte zurück von der glatten, spiegelnden Fläche. Die aufgeklebten Raubvogel-Silhouetten mögen ihm da wie blanker Hohn vorgekommen sein.

Tierfreund Harald Denicke zeigt auf dem Handy das Foto des Falken.
Tierfreund Harald Denicke zeigt auf dem Handy das Foto des Falken. | Bild: Jörg Büsche

Harald Denicke wusste sofort, was zu tun ist

Der Hausmeister, der den Vogel entdeckt hatte, verständigte sofort seinen Kollegen Harald Denicke – und das nicht von ungefähr. Er ist Naturfreund, in seiner Freizeit beobachtet, schützt und fotografiert er Tiere. Insbesondere die gefiederten liegen ihm am Herzen. Harald Denicke wusste auch sofort, was zu tun ist, damit der im gläsernen Karree gefangene Turmfalke wieder in die Freiheit zurückfindet. „Ich habe mir eine Decke geholt“, sagt er. Und Handschuhe, denn der Falkenschnabel ist scharf. Pflegt der Vogel seine Opfer doch mit gezieltem „Falkenbiss“ zu töten. „Zack – ins Genick“, erläutert Hobby-Ornithologe Denicke.

Schnabel, Krallen und Flügel im Blick

Beim Einfangen galt es, neben dem Schnabel auch die Krallen, vor allem aber die Flügel des Falken im Auge zu behalten. Schließlich sollen die eng am Körper anliegen, wenn sie unter die Decke kommen. Die Hausmeister schossen noch Erinnerungsfotos von ihrem Gast, dann fing Harald Denicke den Raubvogel ein, um ihn vor dem Schulgebäude in die Luft zu werfen. Und offensichtlich hatte der Falke bei seinem Besuch weder Schaden genommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Ob der Falke wohl auf Mäusejagd war?

Falken mögen Mäuse und Insekten. Das sagt das Tierkundebuch für die Unterstufe über den Turmfalken. Insofern kein Wunder, dass er sich in einen der begrünten Innenhöfe des Bildungszentrums verirrte. Fliegen, Mücken, Spinnen gibt‘s hier ganz gewiss zu erhaschen, denn hier gibt es Wiese, Sträucher und sogar Bäume. Aber ob Turmfalken hier auch tatsächlich die flinken Nager finden, ist auch nicht unwahrscheinlich, verirren sich doch laut Hausmeister Harald Denicke mitunter sogar Marder hierher.

Das könnte Sie auch interessieren