Am Mittwoch, 13. Juni, wird in einer Sondersitzung des Gemeinderates in der Stadthalle die erste Kostenberechnung für den geplanten Umzug des Rathauses in das Bischofsschloss vorgestellt (wir berichteten gestern). Dazu meldet sich der FDP-Ortsverband Markdorf zu Wort. Bei der FDP befürchte man, so der Vorsitzende Rolf Haas, dass die vorläufige Kostenschätzung von 11,8 Millionen Euro plus/minus 25 Prozent für Sanierung und Umbau des Schlosses eher über- als unterschritten werde. Die FDP wolle den Fortgang jedoch "konstruktiv begleiten", so Haas. Gegen gute Argumente aus dem Rathaus wende man sich ebensowenig wie gegen eine Verwaltung, die die Bürger ernst nehme.

Die FDP wünsche sich vor allem die beste Lösung für die Bürger und begrüße daher "die Öffnung der Verwaltung hin zu einer Bürgerbeteiligung" bei der Entscheidung über die künftige Nutzung des Schlosses. Abseits einer denkmalschützenden Restaurierung stelle sich für die FDP die Frage nach den Kosten für alternative Nutzungen, heißt es in dem Schreiben des Ortsverbandes. Welche Nutzung bringe für die Bürger den meisten Zuwachs an Lebensqualität, laute für die FDP die zentrale Frage. Dieser Frage würden die Mitglieder des Ortsverbandes bei den von der Verwaltung in der Sitzungsvorlage angekündigten "Reihe von Besichtigungsterminen" für die Bürgerschaft intensiv nachgehen, so Haas.

Die FDP fordere aus diesem Grunde, die Neugestaltung des Rathausareals nach den Plänen von 2015 vorrangig anzugehen. "Soweit in den zukünftigen Haushalten überschüssige Mittel bereitgestellt werden können, sollten diese für die Sanierung des Bischofsschlosses ohne Zeitdruck und ohne Zweckbestimmung verwendet werden", heißt es in der Mitteilung der FDP. Im Ortsverband sei man der Ansicht, dass die bislang bekannte Kostenplanung für die Neunutzung des Schlosses die Möglichkeiten der Stadt so stark beschneide, dass für die kommenden Jahre nur wenig bis gar kein Spielraum für weitere größere Projekte wie die Südumfahrung, Parkhäuser oder Rathausareal und Altenbetreuung bleibe.