Die Einschulung der 100 Erstklässler und zehn Grundschulförderklässler an der Jakob-Gretser-Grundschule ist am Samstag zu einer Doppel-Feier geworden. Denn wie in jedem Jahr – diesmal allerdings wegen des späten Ferienendes ausnahmsweise auf den Sonnabend verlegt – feierten Lehrer, Schüler und Eltern den Schuleintritt der Erstklässler mit einem bunten, von den Zweitklässlern gestalteten Bühnen-Programm.

Eltern und Großeltern warten auf das Ende der ersten Unterrichtsstunde.
Eltern und Großeltern warten auf das Ende der ersten Unterrichtsstunde. | Bild: Jörg Büsche

Darüber hinaus jedoch erinnerte Grundschulrektor Andreas Geiger, nachdem die 110 Schulanfänger gemeinsam mit ihren fünf Lehrerinnen in ihre Klassenräume gegangen waren, um die allererste Unterrichtsstunde zu bekommen. Auch auf einen weiteren Anlass zum Feiern verwies er die in der Turnhalle versammelten Eltern: „Wir feiern das 100-jährige Bestehen der Grundschule in ihrer heutigen Form.“ In der Weimarer Republik entstanden, basiere sie auf der erstmals durchgesetzten allgemeinen Schulpflicht. Und das unabhängig vom Stand der Eltern und deren Religions- oder Konfessionszugehörigkeit. Letzteres, so zitierte Geiger die jüngste Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, habe in der Weimarer Republik einen regelrechten Kulturkampf ausgelöst.

Der Tiger und der Bär möchten unbedingt etwas lernen.
Der Tiger und der Bär möchten unbedingt etwas lernen. | Bild: Jörg Büsche

Auf Schwierigkeiten ganz anderer Natur wies Rekor Andreas Geiger die beengt sitzenden Mütter und Väter auch hin. Für Feiern wie diese sei die Turnhalle der Jakob-Gretser-Schule inzwischen viel zu klein geworden, sagt er. An Abhilfe werde geplant, wenngleich die Planungen derzeit stocken, damit über die Finanzierbarkeit beraten werden kann.

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Ganz ohne Verzögerung geht es unterdessen in der Jakob-Gretser-Grundschule in den neuen Ganztagsunterricht, der in einer der vier Eingangsklassen ganz und in einer zweiten zum Teil verwirklicht ist. Und das Kollegium hat für dieses Schuljahr auch schon ein neues Raukonzept erarbeitet. Alle vier ersten Klassen liegen räumlich dicht beieinander, damit das im Rahmen der pädagogischen Weiterentwicklung avisierte „Cluster-Konzept“ frühzeitig realisiert werden kann – auch bevor die Schule umgebaut ist.

29 Erstklässler an der Grundschule im Ortsteil Leimbach

Ein herzliches Willkommen gab es am Freitag für die 29 Erstklässler an der Grundschule im Ortsteil Leimbach. Gleichermaßen begrüßt wurden auch die Kinder in der Vorbereitungsklasse. Natürlich kam das Willkommen von der neuen Rektorin Peggy Müller. Auch die höheren Klassen hießen ihre neuen Mitschüler in Leimbach willkommen. Ein Fest zum ersten Schultag gehört zu den Traditionen an der Grundschule. Das Motto lautete in diesem Jahr: „Wir sind bunt wie der Regenbogen und Du gehörst dazu!“

Peggy Müller, die neue Rektorin in Leimbach, begrüßt die Erst- und Vorbereitungsklässler.
Peggy Müller, die neue Rektorin in Leimbach, begrüßt die Erst- und Vorbereitungsklässler. | Bild: Jörg Büsche

Es waren die Zweitklässler, die den „Streit der Farben“ inszenierten. Da grünte Hoffnung, da stellte Blau die Macht dar und da zeigte Rot Gefühl, Liebe und Gefahr gleichermaßen an. Ein buntes Gemisch sehr unterschiedlicher Charaktere und Eigenschaften, das so recht geeignet war, Hader und Zwietracht zu stiften. Bis der Regen kam und die Farben an ihr mögliches Miteinander im farbenprächtigen Regenbogen zu erinnern. Zusammenhalten, füreinander einstehen, gemeinsam spielen und lernen – das war das Ziel, auch für die Schulgemeinschaft. Darauf hob auch die Botschaft der gemeinsam gefeierten morgendlichen Andacht ab, zu der alle eingeladen waren, gleich welcher Konfession, Religion sie angehörten – oder eben auch nicht.

Willkommensspalier für die neuen Mitschüler. Bilder: Jörg Büsche
Willkommensspalier für die neuen Mitschüler | Bild: Jörg Büsche

Damit das Miteinander und der Zusammenhalt in der neuen Gemeinschaft Grundschule Leimbach auch gelingt bei den Kindern, müssten sie ihre Eltern nun „ein Stück weit loslassen“, erklärte Oliver Kärcher, ein Vater, im Verlauf des Festes. Da sprach Einsicht. Denn ganz so leicht, wie es die Drittklässler in ihrem fabelhaften Stück von den Ameisen und den Grillen vorführten, gelingt es den guten Einsichten sicherlich nicht immer, die Oberhand zu gewinnen über tiefer sitzende Gefühle.

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