Markdorf (gup) Der Gemeinderat hat am Mittwochabend das Ulmer Architekturbüro Braunger Wörtz mit dem Beginn der konkreten Planungen für den Umzug der Stadtverwaltung ins Bischofsschloss beauftragt (wir berichteten gestern). Dieser erste Auftrag beinhaltet die Leistungsphasen 1 bis 3, die Grundlagenermittlung, die Vorplanung und die Entwurfsplanung.

In der Aussprache im Rat kam es zu einer engagierten Diskussion, auch, weil den Stadträten die Feinheiten der sehr komplexen Honorarverordnung für Architekten nicht klar genug ausgeführt waren und sie daher eine Reihe von Nachfragen zu Finanzierung und zu erwartenden Kosten des Schloss-Vorhabens hatten. Die Stadträte hatten sich in der vorangegangenen Befassung mit dem Thema ausbedungen, über die Kostenentwicklung eines jeden Verfahrensschrittes vorab informiert zu werden.

Daran, an den Kosten, stieß sich FW-Rat Arnold Holstein, der auch am Mittwoch aus seiner grundsätzlichen Ablehnung des Projektes keinen Hehl machte. Zunächst zeigte er sich mit dem Umbauzuschlag von 20 Prozent für die Schlossscheuer nicht einverstanden. Ein Umbauzuschlag kompensiert die Mehraufwendungen für die Arbeit mit Bestandsbauten, möglich sind bis zu 80 Prozent Zuschlag. Er sehe die Schlossscheuer als Neubau, so Holstein. Bei verbleibenden 70 Prozent der Umfassungswand sei dies nicht so, so Bürgermeister Georg Riedmann.

Es sei "eine anspruchsvolle Aufgabe, in eine mittelalterliche Wand ein neues Gebäude zu setzen". Anschließend folgte ein Wortwechsel. Holstein: "Haben Sie eine Gesamtkostenobergrenze festgelegt?" Riedmann: "Sie kommen in jeder Sitzung mit der selben Frage." Holstein: "Und warum nicht?" Riedmann: "Und welche Weisheit würde Ihnen dieses Wissen bringen?"

Als Holstein schließlich fragte, weshalb man mit einem Beschluss nicht noch zwei oder vier Wochen zuwarten könne, platzte Riedmann endgültig der Kragen. "Jetzt muss ich Sie doch ernsthaft bitten! Jedes Mal ist es das selbe Theater!" Er wünsche sich von Holstein trotz seiner Ablehnung eine "konstruktive Mitarbeit" am Thema.

Mit Unverständnis reagierten Benno Sandkühler (UWG) und Kerstin Mock (CDU). Er sei schon "sehr erstaunt über das Misstrauen einiger Kollegen", so Sandkühler, nachdem SPD-Rat Wolfgang Zimmermann noch nach der Möglichkeit von Vertragsstrafen gefragt hatte (die sind im Vertrag nicht vorgesehen). Das Büro, so Mock, habe schließlich das gleiche Interesse wie Rat und Stadt, die Aufgabe gut zu lösen, es habe ja auch einen Ruf zu verlieren.