"Lichtblicke" heißt die Ausstellung mit Arbeiten des in Bonn und Melbourne lebenden Künstlers Christoph Dahlhausen, zu deren Eröffnung der Markdorfer Kunstverein am Freitag, 13. September, in die Stadtgalerie, Ulrichstraße 5, einlädt. Und mit Licht haben sowohl die Skulpturen zu tun, die Dahlhausen im Erdgeschoss installiert hat, als auch seine Filter. Schraub- und Steckfilter, Effekt- und Farbfilter, wie sie Fotografen benutzen, im Zwischengeschoss der Galerie zusammengebracht zu Wandobjekten.

Ebenfalls mit Licht zu tun haben im Obergeschoss die "Bodies" von Christoph Dahlhausen. So nennt der Licht-Künstler seine mit poliertem Autolack beschichteten Alu-Waben-Platten im Tafelbild-Format. Licht braucht es nämlich, damit die Autolack-Körper die ihnen aufgetragene Farbe reflektieren können. Licht ist nötig, damit es durch die diversen Filter fällt. Und Licht ist, was Dahlhausen per Leuchtstoffröhren in seinen Rauminstallationen scheinen lässt.

Lampen leuchten in Blau

Ausschließlich blau leuchten die Lampen. Was kein Zufall ist, wie Dahlhausen erklärt. Da sei zum einen sein Bestreben gewesen, "einen Farbton zu finden, der keine natürliche Referenz hat". So fielen sonniges Gelb weg, ebenso Grün, wie es in der Botanik begegnet. Ein Blau, das im Wasser oder am Himmel zu beobachten ist, verwarf der Lichtkünstler gleichfalls. Übrig blieb ein ziemlich kalter Ton, dicht an Cyan. Warum, das erklärte Dahlhausen biografisch. Seine Mutter, eine Kunsthistorikerin, habe ihn in Italien in Aberhunderte Kirchen mitgenommen. Es blieb dieses flüchtige Scheinen, die Erinnerung an blau gefasste Unendlichkeit, ans Blau, das aufs religiöse Mysterium verwies.

Christoph Dahlhausen (Mitte) mit Kurt Dadischeck (links) und Bernhard Oßwald vom Kunstverein. Die Lichtinstallation Dahlhausen ist im Untergeschoss der Stadtgalerie zu sehen.
Christoph Dahlhausen (Mitte) mit Kurt Dadischeck (links) und Bernhard Oßwald vom Kunstverein. Die Lichtinstallation Dahlhausen ist im Untergeschoss der Stadtgalerie zu sehen. | Bild: Jörg Büsche

Mysteriös aber wirken Christoph Dahlhausens Licht-Installationen zunächst so gar nicht. Konstruiert aus im Gerüstbau verwendeten Stahlträgern, aus Industrielampen und Kabelbindern, wirken sie beim flüchtigen Hinschauen sogar recht profan. Bis das Auge auf Detail trifft. Auf Schattenwürfe zum Beispiel, auf hauchzarte Linien zwischen den Schattenflächen von Gerüst und Lampen. Das Spiel des Lichts, der unterschiedlichen Töne reizt zum näheren Betrachten. "Kinder schauen nicht vom Kopf her", erklärt Dahlhausen. Kinder entwickeln noch Neugier, entdecken Ungewohntes. Eben dies aber wolle er allen Betrachtern seiner Kunstwerke vermitteln.

Der Betrachter als Teil der Kunst

Christoph Dahlhausen möchte den Besuchern seiner Ausstellungen die eigene Position bewusst machen. Schließlich seien sie auch mit im Spiel. Als Schatten tauchen sie im Gefüge der Träger-Lampen-Skulptur auf. Einer Skulptur übrigens, in der der Raum eine große Rolle spielt. Insofern steht der Betrachter ja notwendigerweise mit im Raum, ist er auch immer ein Teil des Kunstwerks. Ganz Ähnliches geschieht bei den auf Hochglanz polierten Autolack-Flächen. "Man spiegelt sich darin – ist mit im Bilde", erklärt Dahlhausen. Um die schieren Effekte gehe es ihm aber nicht bei seiner Kunst. Die Reflexionen, die Schatten- und Lichtwürfe sollen auf die Welt außerhalb der Kunst verweisen, für eben die neue Sichtweisen erzeugen.

Die Vernissage am 14. September beginnt um 20 Uhr. Die Ausstellung mit Arbeiten von Christoph Dahlhausen ist bis zum 2. November geöffnet. Zur Ausstellung gibt es ein Begleitbuch.