Mit einer Eucharistiefeier in der St.-Nikolaus-Kirche hat sich die katholische Kirchengemeinde am Sonntag von Christian Ringendahl verabschiedet. Seit 34 Jahren Kirchenmusiker in der Gehrenbergstadt, geht Ringendahl nun in den Ruhestand. Zum Abschied hatte der Organist und Chorleiter vor dem Gottesdienst zu einer Orgel-Matinée eingeladen. Auf dem Programm: Werke von Bach, von Händel, Widor und anderen Komponisten. "Dankbarkeit", übersetzte Pfarrer Ulrich Hund das griechische Wort "eucharistia", welches das Sakrament der heiligen Kommunion bezeichnet. Dank solle bei diesem Gottesdienst, so fuhr der Geistliche fort, aber auch Christian Ringendahl gesagt werden – "für viele, viele Jahre Dienst an der Kirchenmusik, für die Begleitung durch Trauer, durch Schmerz, aber auch bei erhebenden Anlässen."

Christian Ringendahl, Kirchenchor-Vorsitzende Tania Mutschler und Ringendahls Nachfolger Johannes Tress vor dem Kirchenchor.
Christian Ringendahl, Kirchenchor-Vorsitzende Tania Mutschler und Ringendahls Nachfolger Johannes Tress vor dem Kirchenchor. | Bild: Jörg Büsche

Bei seinen sehr persönlich gehaltenen Dankesworten im Rahmen der Gottesdienstpredigt unterstrich Pfarrer Hund, welch wichtige Stütze Kirchenmusiker Ringendahl stets für Liturgie der Feiern im Chorraum gewesen sei. Aus seinem schier unerschöpflichen Repertoire an kirchenmusikalischer Literatur habe er immer wieder auf schönste Weise vervollständigt, was im Gottesdienst ausgedrückt werden sollte, "was nur als dürre Predigtworte von der Kanzel" angedeutet worden war. "Dein Herz ist voll von Gott", wandte sich Ulrich Hund unmittelbar an den auf der Orgelempore lauschenden Christian Ringendahl, "uns hast du mit deiner Musik berührt, inspiriert, zum Gebet gebracht." Mit der Wirkung auf den Einzelnen, aber auch mit dem Verdienst um den Kirchenchor, die Choralschola, den Kinderchor – nicht zuletzt die neue Orgel für St. Nikolaus – Christian Ringendahl habe "Kirchenmusik zu einem Alleinstellungsmerkmal für Markdorf, zum Markenkern der Stadt gemacht", so formulierte der Pfarrer. Nach außen hin repräsentierte der Kirchenchor die Gemeinde durch Auftritte in bedeutenden Kathedralen – in Rom, in Prag, in Mantua, in Graz, in Krakau oder Köln. In Markdorf überzeugte der von Christian Ringendahl geleitete Chor durch große geistliche Konzerte. Tania Mutschler, die Vorsitzende des Kirchenchors, nannte einige Beispiele: Werke von Bach, Bruckner, Suppé, Händel – zuletzt dessen Oratorium "Saul". Sie sprach aber auch Ringendahls besonderen Charme an, der sich mit einem feinen Humor verbindet.

Christian Ringendahl bei der Orgel-Matinée vor dem Gottesdienst zu seiner Verabschiedung in der St.-Nikolaus-Kirche.
Christian Ringendahl bei der Orgel-Matinée vor dem Gottesdienst zu seiner Verabschiedung in der St.-Nikolaus-Kirche. | Bild: Jörg Büsche

"Du bist uns ein Freund, nicht nur ein Dirigent", erklärte Ulrich Hund mit brechender Stimme, "danken wir Gott für dein großes Talent." "Geh in Gottes Frieden", hieß das Lied, mit dem sich der Chor von seinem Leiter verabschiedete. Dies bereits unter der Leitung von Christian Ringendahls Nachfolger, Johannes Tress. Christian Ringendahl bedankte sich auf seine Weise – mit einem weiteren Stück an der Orgel.

Zur Person

Christian Ringendahl wurde 1955 in Lobberich am Niederrhein geboren. Von 1976 bis 1979 studierte er in Aachen Kirchenmusik. Seine erste Anstellung fand er im münsterländischen Gronau. 1982 wechselte er nach Friedrichshafen. Seit 1984 ist er in Markdorf, wo er zunächst den Kirchenchor leitete. Später wurde er hauptamtlicher Kirchenmusiker. Er dirigierte weitere Chöre in der Schweiz und gastierte bei zahlreichen Orgelkonzerten im In- und Ausland.

Zu Christian Ringendahls festen Aufgaben gehörten drei bis vier Orchestermessen pro Jahr. In der Regel dirigierte er diese im Rahmen eines der großen kirchlichen Hochfeste – zu Weihnachten, an Pfingsten oder Ostern. Und alle zwei Jahre führt Markdorfs Kirchenmusiker ein Oratorium beziehungsweise anderes großes Werk mit dem Kirchenchor auf, zuletzt den "Saul" von Händel.