Markdorf – Jeder hat seine Geschichten und jeder bringt sie an diesem Abend mit und nimmt andere, neue Geschichten mit nach Hause. So erzählen die beiden Teenager Lara und Natalie mit begeistertem Leuchten im Blick von der Freundschaft, die Natalies Papa mit Max Mutzke verbindet. "Wir trafen uns schon im Schwimmbad", schwärmt Natalie.

Max Mutzke schon im Schwimmbad getroffen

Lara Thüm und Natalie Zimmermann aus dem Klettgau: "Mein Papa ist ein langjähriger Freund von Max Mutzke. Ich hab ihn zwar schon im Schwimmbad getroffen, aber live auf einem Konzert habe ich ihn noch nie erlebt. Jetzt habe ich eine Konzertkarte zum Geburtstag bekommen."
Lara Thüm und Natalie Zimmermann aus dem Klettgau: "Mein Papa ist ein langjähriger Freund von Max Mutzke. Ich hab ihn zwar schon im Schwimmbad getroffen, aber live auf einem Konzert habe ich ihn noch nie erlebt. Jetzt habe ich eine Konzertkarte zum Geburtstag bekommen." | Bild: Helga Stützenberger

Da muss bei den Temperaturen wohl der Wunsch Vater des Gedankens sein. Heute aber wollen sie "den Max" live beim Konzert erleben. Das erste Mal, gestehen sie. Ganz vorn an der Absperrung zur Bühne haben sich die beiden die besten Plätze gesichert.

Lieber Mutzke in Markdorf als Scorpions in Salem

Christiane und Bernd Bäumann aus Salem-Neufrach: "Wir haben uns heute für Max Mutzke in Markdorf und gegen die Scorpions in Salem entschieden. Ich hab ihn schon zweimal live erlebt. Heute bin ich gespannt auf das Zusammenspiel mit der Südwestdeutschen Philharmonie."
Christiane und Bernd Bäumann aus Salem-Neufrach: "Wir haben uns heute für Max Mutzke in Markdorf und gegen die Scorpions in Salem entschieden. Ich hab ihn schon zweimal live erlebt. Heute bin ich gespannt auf das Zusammenspiel mit der Südwestdeutschen Philharmonie." | Bild: Helga Stützenberger

Dann sind da noch die Scorpions-Flüchtlinge. Zeitgleich spielt die Rockband an diesem Abend im Schloss Salem. "Diese Musik ist irgendwie nicht meins", gesteht Christiane Bäumann, die mit ihrem Mann Bernd von Neufrach den kurzen Weg nach Markdorf genommen hat. Bereits zum dritten Mal erlebe sie Max Mutzke live; jetzt sei sie gespannt auf das Zusammenspiel mit den Philharmonikern. Einhellig überrascht geben sich die Bäumanns über das Engagement der Stadtkapelle Markdorf. "Ich finde es gigantisch, was hier im kleinen Markdorf auf die Beine gestellt wird. Hut ab!", zollt Christiane Bäumann dem Verein ihren Respekt.

Konzertkarten als Geburtstagsgeschenk

Lena (links) und Silke Wissmann aus Salem-Neufrach: "Ich habe zu meinem Geburtstag ein Kombiticket für alle vier Markdorfer Konzerte geschenkt bekommen. Wenn ich will, kann ich jeden Abend jemand anderes mitnehmen. Heute begleitet mich meine Tochter Lena."
Lena (links) und Silke Wissmann aus Salem-Neufrach: "Ich habe zu meinem Geburtstag ein Kombiticket für alle vier Markdorfer Konzerte geschenkt bekommen. Wenn ich will, kann ich jeden Abend jemand anderes mitnehmen. Heute begleitet mich meine Tochter Lena." | Bild: Helga Stützenberger

Auch Silke Wissmann und ihrer Tochter Lena kommt die Nähe zu Salem entgegen. "Man muss das nutzen, wenn hier mal so viel geboten ist", freut sich Silke Wissmann über den Abend. Auch an den nächsten Abenden wird die Neufracherin in Markdorf sein. "Ich habe zum Geburtstag das Kombiticket geschenkt bekommen, da darf ich jeden Abend jemanden mitnehmen."

CD gekauft, um Texte zu lernen

Jürgen und Alexa Jankowiak aus Immenstaad: "Eigentlich wollte ich die Songtexte noch ein bisschen lernen, damit ich mitsingen kann. Ich hab' extra die neue CD gekauft. Leider war kein Lied-Booklet drin. So haben wir uns eben auf Youtube ein paar Songs angeschaut."
Jürgen und Alexa Jankowiak aus Immenstaad: "Eigentlich wollte ich die Songtexte noch ein bisschen lernen, damit ich mitsingen kann. Ich hab' extra die neue CD gekauft. Leider war kein Lied-Booklet drin. So haben wir uns eben auf Youtube ein paar Songs angeschaut." | Bild: Helga Stützenberger

Konzertkarten als Geburtstagsgeschenk scheinen beliebt zu sein. Auch Alexa und Jürgen Jankowiak aus Immenstaad wollen aus diesem Anlass einen lauen Sommerabend genießen, auch sie ziehen Max Mutzke den Scorpions vor. Allerdings nicht ohne die notwendige Ernsthaftigkeit. "Ich habe mir extra die neue CD gekauft und wollte ein paar Texte lernen, damit ich mitsingen kann", lacht Alexa Jankowiak. Nur habe leider ein Text-Booklet gefehlt. So sollten es eben die Musikvideos auf Youtube tun, auch wenn sich die geneigte Mitsängerin etwas schwertat. "Die Songs sind keine Ohrwürmer, da ist es gar nicht einfach mitzusingen."

Wohlklingende Polyfonie aus dem Publikum

Glückliche Gesichter und eine ausgelassene Stimmung waren auf dem Markdorfer Marktplatz zu sehen und zu spüren.
Glückliche Gesichter und eine ausgelassene Stimmung waren auf dem Markdorfer Marktplatz zu sehen und zu spüren. | Bild: Helga Stützenberger

Es geht dann aber doch, und es geht gut. Nicht erst bei der populären Schlusshymne "Can't wait until tonight" zu fortgerückter Stunde. Zumindest als Motto wird der Titel bereits zum Aufmacher des Abends, und bereits kurz nach halb neun, als Max Mutzke mit seiner Band Monopunk und den rund 40 Musikern der Südwestdeutschen Philharmonie die Bühne einnimmt, ist die Stimmung von einer wohlklingenden Polyfonie aus dem Publikum durchdrungen.

Zwei musikalische Welten werden zu einer

"Oh wir tanzen auf den Straßen", und alle tanzen und singen mit. Zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie und dank des Dirigenten Enrique Ugarte schlüpfen Titel wie "Unsere Nacht" oder "Schwarz auf Weiß" aus dem kleinen ins ganz große Gewand. Zwei Welten werden zu einer – mit Orchesterarrangements, die sich auf die Songs von Max Mutzke einlassen und an diesem Nachmittag das erste Mal gemeinsam gespielt wurden.

Man grölt mit, was die Stimmbänder halten

Sabine Haller (links) und Rosi Zwerger aus Oberteuringen: "Wir wohnen nur neun Kilometer entfernt und wir sind beide große Max-Mutzke-Fans. Und weil das Wetter so toll ist, haben wir uns heute morgen ganz spontan entschieden, nach Markdorf zum Konzert zu gehen."
Sabine Haller (links) und Rosi Zwerger aus Oberteuringen: "Wir wohnen nur neun Kilometer entfernt und wir sind beide große Max-Mutzke-Fans. Und weil das Wetter so toll ist, haben wir uns heute morgen ganz spontan entschieden, nach Markdorf zum Konzert zu gehen." | Bild: Helga Stützenberger

Die Stimmung wird mit Fortschreiten der Nacht immer hitziger. Mit "Charlotte", einem grandiosen James-Brown-Approach, kocht schließlich nicht nur das Publikum. Auch die Musiker setzen zu einem Finale Furiosum an. Man grölt mit, was die Stimmbänder halten und was vom Künstler exakt so gefordert ist. "Die Männer tief und kehlig, die Frauen hoch und hysterisch", heizt Mutzke ein.

Musik und Männerfreundschaft

Ziemlich beste Freunde und grandiose Musiker: Max Mutzke und Enrique Ugarte begeistern mit der letzten Zugabe, der Joe-Cocker-Nummer "You are so beautiful", nicht nur das Publikum, sondern zeigen darin auch ihre tiefe Verbundenheit.
Ziemlich beste Freunde und grandiose Musiker: Max Mutzke und Enrique Ugarte begeistern mit der letzten Zugabe, der Joe-Cocker-Nummer "You are so beautiful", nicht nur das Publikum, sondern zeigen darin auch ihre tiefe Verbundenheit. | Bild: Helga Stützenberger

Höhepunkt jedoch soll die letzte Zugabe mit Enrique Ugarte am Akkordeon werden. Es ist den ganzen Abend über spürbar, welche Verbundenheit zwischen den beiden Musikern herrscht. Und so wird die Joe-Cocker-Nummer "You are so beautiful" auch ein klein wenig zu einer Liebeserklärung. Nicht nur an das Akkordeon, das Ugarte auf Weltklasseniveau beherrscht, sondern an eine echte Männerfreundschaft.

Am Ende warten Lara und Natalie vor dem VIP-Bereich, dass sie mit "dem Freund vom Papa", wie Natalie sagt, noch ein bisschen plaudern können. Ob sich der Musiker dafür noch Zeit nimmt, wo es schon weit nach elf ist? Aber ein Max Mutzke lässt keinen stehen im Lichtkegel des Vollmonds.