Das Filmfestival der besonderen Art – seit rund zwei Jahrzehnten lockt es im Oktober die Cineasten auf den Gehrenberg. Doch nicht nur die, es stellen sich auch Schauspieler ein, die Mitwirkenden bei den gezeigten Filmen. Von Blitzlichtgewittern werden sie selten begleitet. Auch erwartet sie kein roter Teppich am Veranstaltungsort des Festivals, dem Theaterstadel. Dafür gibt es Pralinen zum Empfang – und herzliche Umarmungen von den Kollegen.

Nico Schmelzer macht die Bühne zum Laufsteg für Bademantelmode.
Nico Schmelzer macht die Bühne zum Laufsteg für Bademantelmode. | Bild: Jörg Büsche

Und noch etwas fehlt bei diesem Spektakel: die Untertitel. Auf die bislang mit Fug verzichtet werden konnte. Sind die meisten doch des in den vorgeführten Streifen in der Regel gesprochenen Schwäbischs mächtig. Denn nur wenige der Akteure und kaum jemand aus dem Publikum kommt nicht aus dem Oberschwäbischen.

Das könnte Sie auch interessieren

Was in diesem Jahr erstmals anders war. Die „bezaubernden Ginease“, drei junge Schauspielerinnen aus dem Badischen – genauer: aus Markdorf – präsentierten ihren Debüt-Film. Er heißt „Ein Märchen“. Und er liefert einen wichtigen Beitrag zur Gender-Diskussion. Prinz will eine Prinzessin heiraten, die will ihn allerdings nicht, sie liebt einen anderen. Nach einigen Verwicklungen löst sich das Beziehungsdrama jäh. Der Geliebte der Prinzessin, ein im Wald lebender Außenseiter, ersticht den Prinzen.

„In ear message“, die fabelhafte Schülerband, rockt den Stadel.
„In ear message“, die fabelhafte Schülerband, rockt den Stadel. | Bild: Jörg Büsche

Festival-Sieger wurde, wie erwartet „Royal with Cheese“. So nennt sich ein junges oberschwäbisches Autorenteam, das bereits im vergangenen Jahr den Hauptpreis gewonnen hat – mit einem Remake von Steven Sonderberghs „Ocean‘s Eleven“. In diesem Jahr überraschte das Team mit einem Dokumentarfilm – der wahren Geschichte der Kultband „Boskop Boys“. Der Film zeigt, wie sehr Erfolg korrumpieren kann. Er zeigt aber auch einen hoffnungsvollen Ausweg aus der Misere.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Festival wurde von seinen beiden Machern moderiert, Markus Petretti und Rainer Weishaupt. Erneut gab es ein Mitmachprogramm. Das Publikum kürte den schicksten Bademantel. Nico Schmelzer brillierte als Conferencier. Nicht zu vergessen: „In ear message“, die fabelhafte Schülerband.