Sabine Georgy kommt aus Markdorf. Doch vor 30 Jahren ist sie nach Kanada ausgewandert. Vor einigen Tagen hat sie die Verwandtschaft in ihrer früheren Heimat besucht. So hält sie es immer, wenn sie in Europa unterwegs ist. Und das ist sie öfter. Immer dann zumindest, wenn eine Drachenboot-Weltmeisterschaft auf dem alten Kontinent ausgerichtet wird.

Aus 30 Nationen waren rund 6500 Sportler angereist

So wie in diesem Jahr, als die internationalen Wettkämpfe der etwa 12,50 Meter langen Boote mit den 20 Paddlern, dem Taktgeber mit seiner Trommel am Bug und dem Steuermann am Heck im ungarischen Szeged ausgerichtet wurden. Es waren die bislang größten Drachenbootweltmeisterschaften, die der nun seit zwei Jahrzehnten bestehende Internationale Drachenbootsverband ausgerichtet hat. Aus 30 Nationen waren rund 6500 Sportler angereist.

Sabine Georgy, kanadische Drachenboot-Weltmeisterin, kommt aus Markdorf.
Sabine Georgy, kanadische Drachenboot-Weltmeisterin, kommt aus Markdorf. | Bild: SÜDKURIER

Darunter auch Sabine Georgy mit ihrer Mannschaft von Saltspring Island, der kleinen Insel an der kanadischen Westküste. „Wir waren ziemlich erfolgreich“, freut sich die Wahl-Kanadierin. In der Klasse „Senior B“ erreichten sie auf die 200-Meter-Distanz Bronze und Gold auf die 500-Meter-Strecke – dies also in der Gruppe der Über-50-Jährigen. Und in der Gruppe der Über-60-Jährigen reichte es auf 200 Meter ebenfalls für Bronze und für Silber auf 500 Meter.

In Kanada ist Sport sehr populär

„In Kanada ist dieser Sport ungeheuer populär“, erklärt Sabine Georgy. Sie erklärt sich diese Beliebtheit einerseits mit dem relativ großen Einfluss der chinesischstämmigen Gemeinschaften in dem Einwanderungsland. Andererseits aber begeistere dieser Sport durch das Gemeinschaftserlebnis beim quasi pfeilschnellen Dahinrasen der 22 Mann an Bord. Beziehungsweise der 22 Frauen, wenn man wie die ausgewanderte Markdorferin in einer Damenmannschaft antritt. „Man muss freilich sehr viel trainieren, damit es mit der Harmonie richtig stimmt“, erklärt Sabine Georgy.

Wieder ein Abstecher nach Markdorf

Und in zwei Jahren, wenn die Weltmeisterschaft in Frankreich stattfinden, so erzählt die Senior-B-Weltmeisterin auf der 500-Meter-Distanz, dann wird sie wieder einen Abstecher in Markdorf machen.