Aus Hockenheim zurück in Markdorf, berichtet Manuel Kreiter, dass das gesteckte Ziel einer 7,5er Zeit die Aufgabe und Herausforderung für die Saison 2019 bleibt.

Probleme bei Lachgaszufuhr

Der Fehlerteufel steckte im Detail. Unerwartet hat es Probleme bei der Steuerung der Lachgaszufuhr während der drei ersten Qualifikationsdurchläufe gegeben. "Im zweiten Qualifyinglauf sind wir nur mit 24 Prozent Lachgasleistung gefahren", berichtet Manuel Kreiter. Ein Magnetventil der Lachgaszufuhr wurde undicht, Lachgas strömte unkontrolliert in den Motorraum und es gab auch noch ein Elektronikproblem", ergänzt er. Mangels der notwendigen Lachgaszufuhr fehlten 250 PS Leistung, das bedeutete eine Zeit von 8,237 Sekunden.

Unkontrollierte Lachgaszufuhr hat dem Markdorfer Hobbyrennfahrer Manuel Kreiter während der Qualifikationsdurchläufe Probleme bereitet und rund 250 PS weniger Leistung verursacht.
Unkontrollierte Lachgaszufuhr hat dem Markdorfer Hobbyrennfahrer Manuel Kreiter während der Qualifikationsdurchläufe Probleme bereitet und rund 250 PS weniger Leistung verursacht. | Bild: Thomas Noreika

Zu voriger Softwareversion gewechselt

Die gleichen Voraussetzungen für Kreiter auch im dritten Qualifyinglauf. Dann war die Fehlersuche erfolgreich. "Das Problem mit der Lachgassteuerung lag in einer neuen Software und an einem Kabel, das keinen Kontakt mehr hatte. Wir sind auf die vorige Softwareversion zurückgegangen", berichtet Kreiter.

Video: Drag Racing Bodensee

Vierter Qualifikationslauf gestrichen

In der vierten Qualifizierungsrunde sollte der Durchbruch geschafft werden. Allerdings wurde dieser Durchlauf gestrichen. "Obwohl 50 Teams weniger als 2017 am Start waren, hat der Zeitplan nicht hingehauen. Fast alle Rennklassen hatten vier Qualiläufe, für uns gab es nur drei...", erzählt Kreiter.

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Zeitverzögerungen, weil Öl auf Piste

Das Problem mit gestrichenen Qualifikationsläufen gibt es laut Kreiter in Hockenheim schon immer. "Der Grund hierfür ist zum einen, dass in Hockenheim von der Gemeinde aus nicht schon am Donnerstag gefahren werden darf, wie es bei anderen Veranstaltungen üblich ist und zum anderen, dass das Wetter oder Oildown auf der Strecke nicht im voraus eingeplant werden können", erklärt Kreiter. Oildown ist, wenn es zum Beispiel einen Motor, eine Hinterachse oder ein Getriebe zerreißt. Dann tritt Öl aus und gelangt auf die Rennstrecke. Dieses Öl muss entfernt und die Strecke behandelt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. "Das dauert dann immer etwas und führt zu Verzögerungen", so Kreiter.

Das Team Drag Racing Bodensee (von links): Michael Utz, Armin Labor, Mark Kreiter, Thorsten Mohr, Stephan Probst, Teamchef und Fahrer Manuel Kreiter.
Das Team Drag Racing Bodensee (von links): Michael Utz, Armin Labor, Mark Kreiter, Thorsten Mohr, Stephan Probst, Teamchef und Fahrer Manuel Kreiter. | Bild: Drag Racing Bodensee/Holger Hendricks

Strecke perfekt für Fahrzeuge ab 3000 PS

Letztlich kam es am Sonntagmittag auf die Ausscheidungsläufe an, um noch im Starterfeld zu bleiben. "Der Wagen lief perfekt geradeaus und das Lachgassystem hat auch wieder seinen Dienst verrichtet.“ Allerdings sei dieses Jahr die Rennpiste perfekt für die ganz großen Klasse ab 3000 PS gewesen.

Zu viel Chemie und zu wenig Gummi auf Piste

Wenn ein Dragster mit 10 000 PS seine Hinterräder in den Asphalt presse, brauche er dafür andere Voraussetzungen als ein Fahrzeug mit 1500 PS. “Für uns war etwas zu viel Chemie und zu wenig Gummi auf der Strecke, der Wagen fährt sich dann ähnlich wie auf Schnee, die Hinterachse treibt einen schlingernd vor sich her, wir nennen das Fishtailing”, erklärt Kreiter Desto mehr Fahrzeuge gefahren waren, desto mehr Gummiabrieb befand sich auf der Rennstrecke, was die Bedingungen verbesserte.

Zu wenig Zeit, um Set-up zu optimieren

Kreiter über das Rennwochenende in Hockenheim: "Leider konnten wir wegen der Lachgasprobleme und wegen des gestrichenen vierten Qualifikationslaufs nicht genug am restlichen Set-up arbeiten und haben unser Ziel verpasst, eine 7,5-Sekunden-Zeit zu erreichen." Mit 7,795 Sekunden sei er mit seinem Rennwagen beim ersten Ausscheidungslauf zwar nur 0,003 Sekunden langsamer als die eigene bisherige Bestmarke von 7,792 Sekunden gewesen. Zum Weiterkommen habe das aber nicht gereicht. "Unser Gegner hat eben wie die großen Klassen rund 3000 PS und ist dazu noch das Rennen seines Lebens gefahren, sodass wir gegen seine 6,58 Sekunden machtlos waren", sagt Kreiter.

Eine Szene vom Motodrom in Hockenheim mit vollbesetzten Zuschauertribühnen. Für das Rennspektakel Nitrolympx begeistern sich Tausende von Schaulustigen.
Eine Szene vom Motodrom in Hockenheim mit vollbesetzten Zuschauertribühnen. Für das Rennspektakel Nitrolympx begeistern sich Tausende von Schaulustigen. | Bild: Drag Racing Bodensee/Michael Utz

7,5-Sekunden-Zeit bleibt Ziel für Saison 2019

Sein Saisonfazit: "Wir haben diverse Probleme gelöst und nun eine Basis, auf der wir weiterarbeiten können. Die Saison 2019 hat somit schon begonnen..."

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