Aus Sicht der betroffenen Gemeinden ist es nachvollziehbar und auch statthaft, dass jede für die Trasse wirbt, die sie am wenigsten tangieren würde. Die Ittendorfer und Meersburger favorisieren deshalb für sich zu Recht den B-31-Ausbau/Variante 0.1, die Immenstaader, Hagnauer und Stettener ebenso zu Recht die seeferne Trasse 7.5. Die eine "richtige" Meinung gibt es nicht.

Deshalb gibt es ja auch den B-31-neu-Dialog, der einen Konsens finden soll, der für alle Gemeinden am ehesten tragbar ist. Das alleine ist schwierig genug. Wenn nun aber jede Initiative nicht nur ihre Statements in die Öffentlichkeit trägt, sondern anderslautende Meinungen auch noch diskreditiert, dann droht der Dialog zu scheitern.

Wer kann noch wem trauen? Wer ist erzürnt über wen? Wer will mit wem nicht mehr reden? Wenn Vorwürfe und Gekränktheiten den Dialogprozess dominieren, ist keinem geholfen. Dann verlieren alle. Im Sinne einer Lösung sollten sich die Initiativen öffentlich zurückhalten.