Andreas Bauer und Gerhard Klank nehmen Platz auf einer schattigen Bierbank vor dem Vereinsheim des SC Markdorf und atmen zunächst tief durch. Hinter ihnen liegt die Organisation des 30. Markdorf-Cup, der am Sonntag zu Ende ging.

Seit einigen Tagen ist wieder Ruhe eingekehrt. Nach der Frage, ob beide nun froh darüber sind, dass das Turnier vorbei ist, schauen sie sich an, fangen an zu lachen und sagen gemeinsam "Ja!". Hinter ihnen liegen anstrengende zwei Wochen während des Turniers. Und mehrere Monate der Vorbereitung. Andreas Bauer als Pressesprecher und Gerhard Klank als Fußball-Abteilungsleiter ziehen eine Bilanz.

  • Vorbereitungen: Es erwies sich als Herausforderung, das Teilnehmerfeld zusammenzustellen. „Der Rahmenkalender hat uns das Leben schwer gemacht“, sagt Klank. Problematisch war, dass sich die Teams auf Verbandsebene bereits kurz vor Saisonstart befanden und die unterklassigen Mannschaften demgegenüber nicht mal in der Vorbereitung. Der VfB Friedrichshafen machte dem Veranstalter das Leben leicht. Nach der Absage Rielasingens rückte Friedrichshafen in das Endturnier nach, wäre aber auch in der Vorrunde gestartet.
  • Qualität: Das Teilnehmerfeld war bereits hochklassiger. Die Absage vom Titelverteidiger und diesjährigem DFB-Pokal-Teilnehmer aus Rielasingen schmerzte. Und natürlich besteht der Wunsch nach Teams aus möglichst hohen Ligen. Dennoch: „Es war eines der besten Endspiele in den vergangenen 15 Jahren“, schwärmt Klank über das Spiel zwischen dem FV Ravensburg und TSV Berg, „mit fairem Kampf, Rudelbildung und Spannung bis zum Schluss“.
  • Zuschauer: Andreas Bauer hat keinen Grund zu klagen, „wir sind zufrieden“. Als besonders erfreulich empfindet er die Mischung im Publikum: „Wir haben zur Hälfte einheimische Besucher und zur anderen Hälfte welche von Gastvereinen oder sogar neutrale Beobachter.“ Allerdings wäre auch mehr möglich gewesen. Beispielsweise am ersten Spieltag, der bereits um 10.15 Uhr angepfiffen wurde, weil am Nachmittag das WM-Finale stattfand. Hinsichtlich der Besucherzahlen war insbesondere die Teilnahme der SpVgg F.A.L. und des SV Deggenhausertal bereichernd.

Finanzen: Gelohnt hat sich das Turnier auch in diesem Jahr wieder. „Für uns bleibt natürlich etwas hängen“, sagt Klank, „wir benötigen den Markdorf-Cup zum Überleben“. Getragen wird der finanzielle Aufwand maßgeblich von den Sponsoren. „Im Vorfeld konnten wir noch einen weiteren Sponsor für uns gewinnen“, freut sich Bauer, der noch auf zwei bis vier zusätzliche Sponsoren hofft: "Wir haben ein passendes Paket für jedes Unternehmen."

  • Turnierablauf: Es liegt in der Natur der Sache, dass die Umsetzung des Markdorf-Cups von den Ehrenamtlichen getragen wird. Auch von solchen, die sich nicht zu schade für den Kassendienst sind. „Wir konnten uns hier auf die Vereinsmitglieder verlassen“, sagt Andreas Bauer. Es waren bloß Kleinigkeiten, die in der Organisation nicht bedacht wurden oder daneben gingen, allerdings seien diese für die Besucher nicht bemerkbar gewesen.
  • Ausblick: Es soll selbstverständlich auch zu einer 31. Auflage des Markdorf-Cup kommen. Angestrebt wird dabei frühzeitige Klarheit über das Teilnehmerfeld, auch wenn dies in Einzelfällen nicht möglich sein wird. 30 Jahre lang war Peter Posprich der Kopf des Organisationsteams und hat den Markdorf-Cup geprägt. Nun zieht er sich zurück. "Das müssen wir auf mehreren Schultern verteilen", sagt Klank, der sich nun selbst um die Akquise der Teams kümmern wird. Wäre man zufrieden, wenn ansonsten alles laufen würde wie in diesem Jahr? Zum zweiten Mal geben beide zeitgleich die kurze und klare Antwort: „Ja!“
Übergibt die Verantwortung: Peter Posprich zieht sich nach 30 Jahren aus dem Organisationsteam des SC Markdorf zurück.
Übergibt die Verantwortung: Peter Posprich zieht sich nach 30 Jahren aus dem Organisationsteam des SC Markdorf zurück. | Bild: SC Markdorf