Der stationäre Blitzer in Hepbach soll demnächst aufgestellt und noch im Herbst in Betrieb genommen werden. Dies hat Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt. Das ist eine gute Nachricht für Anwohner der Bundesstraße 33 im Markdorfer Teilort Hepbach sowie eine wohl schlechte Nachricht für all jene, die es mit der dortigen maximal erlaubten Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern nicht so genau nehmen.

Bernd Brielmayer, seit kurzem Ortsvorsteher des Stadtteils Riedheim: „Im Mai 2017 haben Ortschaftsrat und Gemeinderat mehrheitlich das Blitzgerät in Hepbach genehmigt, natürlich trage ich die Entscheidung vom Ortschafts- und Gemeinderat mit, obwohl ich damals dagegen gestimmt habe.“
Bernd Brielmayer, seit kurzem Ortsvorsteher des Stadtteils Riedheim: „Im Mai 2017 haben Ortschaftsrat und Gemeinderat mehrheitlich das Blitzgerät in Hepbach genehmigt, natürlich trage ich die Entscheidung vom Ortschafts- und Gemeinderat mit, obwohl ich damals dagegen gestimmt habe.“ | Bild: CDU

„Im Mai 2017 haben Ortschaftsrat und Gemeinderat mehrheitlich das Blitzgerät in Hepbach genehmigt, natürlich trage ich die Entscheidung vom Ortschafts- und Gemeinderat mit, obwohl ich damals dagegen gestimmt habe“, erklärt Bernd Brielmayer, seit kurzem Ortsvorsteher des Stadtteils Riedheim.

Blitzer bringe keine Verkehrsentlastung

An seiner Meinung habe nichts geändert, „weil ich glaube, dass es an einer Bundesstraße nicht nur um Sicherheit geht, wenn man Blitzer aufstellt“. Sicherlich gebe es einzelne Raser. „Aber kann man von Raser sprechen, die das Tempolimit nur um ein paar km/h überschreiten? Wir dürfen auch nicht vergessen, dass es sich hier um eine Bundesstraße handelt, auf der täglich über 13 000 Fahrzeuge unterwegs sind. Das Blitzgerät bringt meiner Meinung nach keine Entlastung vom Verkehr“, argumentiert Brielmayer.

Ein roter Smiley, der die Schnellfahrer am östlichen Ortseingang von Markdorf-Hepbach missbilligt. Gefühlt jeder dritte Autofahrer fährt zu schnell durch den Markdorfer Ortsteil.
Ein roter Smiley, der die Schnellfahrer am östlichen Ortseingang von Markdorf-Hepbach missbilligt. Gefühlt jeder dritte Autofahrer fährt zu schnell durch den Markdorfer Ortsteil. | Bild: Helmar Grupp

Johannes Flachs, Anwohner und Mitinitiator der Hepbacher Bürgerinitiative für einen stationären Blitzer, argumentiert komplett anders: „Die Initiative wurde gegründet, als damals die Blitzer-Attrappe aufgestellt wurde. Wir stellten fest, dass zunächst langsamer gefahren wurde, bis die Auto- und Lkw-Fahrer merkten, dass da gar kein richtiger Blitzer steht.“ Es sei immer noch so, dass abends, an Wochenenden, an Sonn- und Feiertagen teils gerast werde.

Mobile Blitzer angeblich selten in Hepbach eingesetzt worden

„Wir gehen davon aus, das liegt daran, dass zu den genannten Zeiten äußerst selten mobile Blitzer eingesetzt werden“, sagt Flachs. Entlang der B 33 führe ein Rad- und Fußweg, der sehr eng bemessen sei. „Wenn zum Beispiel Lastwagen vorbeirauschen, schüttelt es einen regelrecht durch. Man bekommt Angst, das können auch andere Anwohner bestätigen.“

Fahrer geben nach stationären Blitzern wieder Gas

Tatsache ist laut Flachs auch, dass nach stationären Blitzern gerne wieder Gas gegeben werde, sodass auf Höhe des Hepbacher Kindergartens/Vereinshaus wieder schneller gefahren werde. „Die Initiative wollte mit ihrem Antrag mit rund 200 Unterschriften keine Tempo-30-Zone, wie oft behauptet wurde, sondern eine kontrollierte 50er-Zone“, erklärt Flachs. Sämtliche Argumentationspunkte der Initiative seien vor den Beratungen des Ortschafts- und des Gemeinderates im Rathaus für alle Fraktionsvorsitzenden zur Einsicht abgegeben worden.

Robert Schwarz, Sprecher Landratsamt: „Die Aufstellung der Anlage ist für den Zeitraum von Mitte August bis Mitte September 2019 vorgesehen.“
Robert Schwarz, Sprecher Landratsamt: „Die Aufstellung der Anlage ist für den Zeitraum von Mitte August bis Mitte September 2019 vorgesehen.“ | Bild: Grupp, Helmar

Der stationäre Blitzer wird an der B 33 bei der Unterführung in der Nähe der Hepbacher Kelterei stadteinwärts in Fahrtrichtung Markdorf aufgestellt werden. „Der Auftrag ist an die Firma Jenoptik vergeben. Jenoptik wird die Umsetzung und den Bau der Anlage vornehmen“, blickt Robert Schwarz voraus. „Die Aufstellung der Anlage ist für den Zeitraum von Mitte August bis Mitte September 2019 vorgesehen. Den genauen Termin erhalten wir von der Herstellerfirma noch.“

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In Hepbach wird nach Robert Schwarz‚ Angaben der gleiche Gerätetyp installiert werden, wie er in Markdorf an der Ortsdurchfahrt Bundesstraße 33/Ravensburger Straße sowie am Ortsausgang an der Hauptstraße/Landesstraße 205 beim städtischen Bauhof in Betrieb ist.

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„Die Messanlage mit Lasertechnik kann beide Fahrtrichtungen überwachen“, erklärt Schwarz. Er ergänzt: „Die Gesamtkosten belaufen sich auf zirka 75 000 Euro. Die Kosten werden komplett durch den Landkreis getragen und die Einnahmen, die Bußgelder gehen an den Kreis.“

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