Bei dem Überfall waren die Hausbesitzer im Schlaf überrascht und anschließend mit einer Pistole und Messern bedroht und gefesselt worden. Sie hatten sich eine halbe Stunde später selbst befreien können und daraufhin die Polizei verständigt.

Festnahme durch Spezialkräfte

Am 12. Juni hatten Spezialkräfte der Kriminalpolizei Friedrichshafen vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 28 Jahren festgenommen. Ihre Ermittlungen hatten sie Anfang Juni auf die Spur der vier Männer gebracht, nachdem sie offenbar eine weitere Tat geplant hatten, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Konstanz Haftbefehle gegen das Quartett erlassen. Die vier Männer befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft in Konstanz. Die Festnahme gelang den hiesigen Ermittlern in enger Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Borken in Nordrhein-Westfalen und der Staatsanwaltschaft Münster.

Die Spur führte nach Bocholt

Die in Bocholt, Rhede und Oberhausen wohnenden und aus dem Kosovo stammenden Männer hatten sich teilweise falscher Identitäten bedient und stehen im Verdacht, mindestens fünf ähnliche Straftaten im Raum Bocholt begangen zu haben. Auch die Kreispolizei in Borken hatte eine Ermittlungskommission eingerichtet. In Abstimmung mit den Ermittlern in Konstanz werde aktuell geprüft, ob die Tatverdächtigen noch für weitere Straftaten in Frage kommen.

Unter falschen Personalien gemeldet

In Bocholt war es zwischen dem 15. März und dem 16. Mai zu einer ganzen Serie von Raubüberfällen gekommen. Wie die Staatsanwaltschaft Münster und die Kreispolizei Borken am Mittwoch mitteilten, seien die Opfer ebenfalls gefesselt und teils auch mit dem Tode bedroht worden. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 23-Jährigen und einen 28-Jährigen aus Bocholt, einen 21-Jährigen aus Rhede und einen 23-Jährigen aus Oberhausen. Teils hätten sich die Männer unter falschen Personalien in Deutschland aufgehalten und angemeldet, heißt es. Der 23-Jährige aus Oberhausen sei bereits vor seiner Festnahme im Fokus der Borkener Ermittlungskommission gewesen. Bei Wohnungsdurchsuchungen konnten zahlreiche Beweismittel gefunden und sichergestellt werden. Außerdem habe sich noch ein Tatverdacht gegen eine fünfte Person ergeben. Dazu dauern die Ermittlungen derzeit noch an.

Kistenweise Schmuck

Bei dem Raubüberfall in Markdorf hatten die Täter eine Terrassentüre aufgebrochen, waren ins Haus eingedrungen und hatten die Bewohner im Schlaf überrascht. Die Einbrecher hatten die Familienmitglieder mit Klebebändern an Armen und Beinen gefesselt und anschließend die Räume des Hauses durchsucht. Nach einem ähnlichen Muster seien die Taten in Nordrhein-Westfalen verübt worden. Die Polizei in Borken hat ihrem veröffentlichten Bildmaterial zufolge offenbar kistenweise Schmuck und Uhren, die bei den Raubzügen erbeutet wurden, sichergestellt.