Dass man den verschollen geglaubten älteren Bruder nach 52 Jahren in die Arme schließen kann, ist ungewöhnlich. Dass man deswegen in einer TV-Sendung landet, gibt‘s auch nicht alle Tage. Beides hat der 76-jährige, aus Hamburg stammende Folker Schehlmann erlebt.

Anruf vom SWR bekommen

Er ist beim SWR-Nachtcafé zum Thema „Wiedersehen macht Freude“ dabei gewesen. Auslöser war ein Bericht in dieser Zeitung über diese Geschichte. „Ich wurde vom SWR angerufen und habe spontan entschieden, mitzumachen. Ich hab‘ ja nix zu verlieren, sagte ich mir“, erzählt Schehlmann daheim am Esstisch.

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Also mit Frau Lotte nach Baden-Baden. „Wir haben noch Zeit gehabt, uns etwas auf dem New Pop Festival umzusehen“, berichtet der 76-Jährige. Um 17.45 Uhr werden beide im Hotel abgeholt und ins ehemalige E-Werk gebracht. „Dann ging‘s in die Maske. Je zwei Gäste wurden geschminkt, es gab Häppchen und Fingerfood.“

Gemütslage: „Etwas unruhig, aber nicht nervös“

Schlag 20 Uhr startet die Aufzeichnung. „Ich war etwas unruhig, aber nicht nervös. Man weiß, ja nicht, was auf einen zukommt, da macht man sich schon so ‚n bisschen Gedanken.“

Die ganze Zeit gut aufgehoben gefühlt

Das ganze SWR-Team sei „super nett“ gewesen und Moderator Michael Steinbrecher habe als Vorbereitung mit jedem der Gäste geredet. Schehlmann wird als Erster begrüßt, erzählt aber erst am Schluss seine Geschichte. „Der Moderator sagte mir schon, dass ich als Letzter dran bin – wohl als krönender Abschluss. Ich sagte ihm gleich, dass ich so rede, wie mir die Schnute gewachsen ist. Vielleicht hätte ich beim Erzählen nicht so viel herumfuchteln sollen... ist halt mein lebhaftes Naturell.“

Vom gesamten Ablauf positiv überrascht

„Die Aufzeichnung ist genau so abgelaufen, wie die Sendung ausgestrahlt wurde“, sagt Schehlmann. „Ich war positiv überrascht, weil alles ohne Druck ablief und mit Ruhe, es gab keine Anweisungen“, sagt Schehlmann. Frau Lotte saß nach eigenem Bekunden „hinten drin“, habe das Geschehen aber gut mitverfolgen können: „Michael Steinbrecher, der Moderator, kann sich richtig emotional in Themen hineinversetzen.“

Beeindruckt sind Folker und Lotte Schehlmann, weil alle im Team so freundlich und unkompliziert gewesen seien. „Die haben uns toll betreut. Man hatte gar nicht das Gefühl, es sei jemand abgehoben.“ Nach der Aufzeichnung geht‘s in ein Hotel zum gemeinsamen Abschlussessen mit allen Gästen.

Mehrfach auf der Straße angesprochen worden.

Die Sendung ist am 13. September ausgestrahlt worden. Gleich danach ruft der andere Bruder Wolfgang aus Hamburg an, es gibt viel zu erzählen. Auf dem Rückweg vom Bäcker und auch sonst sei er schon mehrfach darauf angesprochen worden. „Die nächsten 14 Tage werde ich mich verstecken“, scherzt Schehlmann. Das Nachtcafé sei ein tolles Erlebnis gewesen. So es sich ergeben sollte – er würde glatt noch einmal mitmachen.