Die Mutter ist nur eben zum Einkaufen gegangen. Brötchen, auch Saft fürs Frühstück. Der Vater ist schon arbeiten. Und weil der Laden gleich um die Ecke ist, hat sie die Kinder alleine gelassen. So normal, so alltäglich ist die Ausgangssituation von „Auris“, dem neuen Roman, den Krimi-Autor Vincent Kliesch nach einer Idee von Sebastian Fitzek geschrieben hat.

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Tatort: Spandauer Neubausiedlung

Fitzek ist Hörspiel-Autor. Seinen Stoff hat er selbst als Hörspiel oder Audioplay verfasst. Aus dem Lateinischen übersetzt heißt der Titel des Thrillers übrigens „Ohr“. Eine Anspielung auf einen wichtigen Protagonisten, Matthias Hegel, Professor für forensische Phonetik, ein Spezialist für Stimmenerkennung also, der als akustischer Profiler für die Berliner Polizei arbeitet. Er wird an einem beinah sommerlich warmen Frühlingsmorgen an den Tatort in einer Spandauer Neubausiedlung gerufen, weil dort jemand in das Haus der schrippenholdenden Mutter eingedrungen ist und die beiden sechs und acht Jahre alten Kinder als Geiseln genommen hat.

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Kriminalistischer Hintergrund fasziniert

Was alle Eltern befürchten, wird hier erzählt. Uschi Prinz, Bibliothekarin am Markdorfer Bildungszentrum, hat den Albtraum in Kauf genommen. Abgesehen davon, dass es über alle Maßen anschaulich und packend geschildert werde, so erklärt die Bibliothekarin, habe sie doch vor allem der kriminalistische Hintergrund interessiert. „Stimmen-Profiler tauchen sonst ja eher am Rande auf.“ Um so spannender findet sie, was Hörspiel-Autor Sebastian Fitzek aus seiner Grundidee gemacht hat, die ihm während eines durch Funklöcher gestörten (und mit Freisprechanlage geführten) Telefongesprächs gekommen sei – wie er im Vorwort zu „Auris“ schreibt.

Nach der Geiselnahme beginnt die eigentliche Geschichte

Der Geiselnahme-Albtraum ist übrigens schon nach wenigen Seiten beendet. Sodass die eigentliche Geschichte beginnen kann. In der laut Uschi Prinz ganz neue Perspektiven, ganz neue Tonspuren zum Hören, zum Sprechen auftauchen. „Dass ausgerechnet Thriller einen sensibilisieren, passiert ja nicht allzu oft.“

Vincent Kliesch: Auris. Nach einer Idee von Sebastian Fitzek. Droemer, 352 Seiten, 12,99 Euro.